DFKI-LT - Quantifizierung von Emotionswörtern in Texten

Jörg Lehmann, Moritz Mittelbach, Sven Schmeier
Quantifizierung von Emotionswörtern in Texten
in: Mirjam Blümm, Thomas Kollatz, Stefan Schmunk, Christof Schöch (eds.):
1 6/2017
 
Obwohl jeder Laie über eine grobe Vorstellung davon verfügt, was denn “Emotionen” seien, gibt es bislang keine allgemein verbindliche Definition von “Emotionen”; darüber hinaus existiert kein Standard für ihre Notation. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es eine ganze Reihe von Zugängen, um den Emotionsausdruck zu messen: Gesichtsausdruck, Gestik und Körpersprache; Peripherphysiologie wie Herzfrequenz, elektrodermale Aktivität und Pupillenweitung; Prosodie; neurowissenschaftliche Messungen der Aktivitäten im Neurocortex und der Amygdala; und der sprachliche Ausdruck von Emotionen, um den es hier gehen wird. Mehrere wissenschaftliche Disziplinen widmen sich der Erforschung von Emotionen; neben der Psychologie sind hier die Psychotherapie, Soziologie, die Geschichts- und Kulturwissenschaften, aber auch die Informationswissenschaften zu nennen. Emotionen gelten als subjektiv. Das ist nur insofern richtig, als sie von einem Subjekt empfunden werden; gleichwohl sind sie als relationales Phänomen zu betrachten, da sie im Rahmen von Interaktionen erzeugt werden. Emotionen beziehen sich stets auf einen Reiz, der sie auslöst, oder auf innersubjektive Vorgänge (Selbstreflexion). Der sprachliche Ausdruck von Emotionen stellt nur einen Teilbereich der Emotionsforschung dar: “In contrast to the considerable work focusing on the nonverbal expression of emotions, surprisingly little research has explored how emotions are reflected verbally.”
 
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