Dankesworte nach der Überreichung der Ehrenpromotionsurkunde
am 8. November 2001 an der Technischen Universität Darmstadt

Wolfgang Wahlster

Sehr geehrter Herr Präsident Wörner, sehr geehrter Herr Vizepräsident Kübler, sehr geehrter Herr Studiendekan Buchmann, lieber Wolfgang, lieber Herr Brauer und sehr verehrte Festgäste,

Herzlich möchte ich der Technischen Universität Darmstadt, dem Senat und dem Fachbereich Informatik für die hohe Auszeichnung durch diese Ehrenpromotion danken. Ich nehme diese Ehrung mit besonders großer Freude entgegen, weil sie von einer sehr traditionsreichen Technischen Universität und einem der besten Informatik-Fachbereiche in Deutschland stammt.

An erster Stelle bin ich dem Initiatoren Herrn Kollegen Wolfgang Bibel, meinem Namensvettern und Mentor zu Dank verpflichtet. Als fünfzehn Jahre jüngerer Kollege habe ich Dich, einer der KI-Pioniere, stets als eine positive wissenschaftliche Vaterfigur gesehen. Wolfgang, besonders Dir habe ich es zu verdanken, dass ich in den Kreis der IJCAII-Trustees aufgenommen wurde und dort zehn Jahre lang mit Dir zusammen für die wichtigste internationale Organisation im Bereich der Künstlichen Intelligenz tätig sein konnte.

Es hat mich außerordentlich gefreut, als ich hörte, dass Sie, lieber Herr Brauer, als mein Doktorvater die Laudatio übernehmen. Sie waren und sind immer eines meiner großen Vorbilder in der Informatik. Ich hoffe sehr, dass ich Ihnen als Ihrem Schüler auch in den nächsten Jahren mit meinen Forschungen weiterhin etwas Freude bereiten kann. Da ich vermute, dass Ihre liebe Frau Ihnen in bewährter Weise bei den Recherchen zur Laudatio geholfen hat, möchte ich mich auch bei Ihnen, verehrte Frau Brauer sehr herzlich bedanken.

Großer Dank gebührt auch Herrn Leppien, der als Leiter des Referats für Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft maßgeblich dafür verantwortlich war, dass unser erster Sonderforschungsbereich, der die Grundlage für meine Forschungsaktivitäten in Saarbrücken wurde, trotz Verletzung fast aller bei der DFG für Sonderforschunsgbereiche vorgesehenen Regeln zustande kam. Auch das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz wäre ohne die tatkräftige und oft unkonventionelle Vorgehensweise von Herrn Leppien nicht in dieser Weise möglich gewesen.

Ganz persönlich möchte ich Herrn Kollegen Hotz als meinem Entdecker und Förderer danken. Ohne die Risikobereitschaft von Herrn Hotz und sein unbeirrbares Gespür für junge Talente hätte ich nicht bereits im Alter von 29 Jahren einen Ruf nach Saarbrücken erhalten. Herr Hotz hat mir in den folgenden Jahren auch sehr dabei geholfen, zwei Sonderforschungsbereiche aufzubauen und einen Standort des DFKI nach Saarbrücken zu holen. Besonders freut mich, dass ich nach Herrn Hotz der zweite Saarbrücker bin, dem an diesem sehr renommierten Informatik-Fachbereich eine Ehrendoktorwürde verliehen wird.

Dankbar bin ich neben der Deutschen Forschungsgemeinschaft auch dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dort besonders Herrn Dr. Reuse, der das für unser Fachgebiet zuständige BMBF-Referat 524 äußerst erfolgreich und mit enormen Engagement leitet. Ohne seine gezielte Förderung hätte die Künstliche Intelligenz und Sprachtechnologie in Deutschland nicht den derzeitigen internationalen Rang erreichen können. Nur durch die sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Dr. Reuse in den letzten zwölf Jahren sind Großprojekte wie Verbmobil und jetzt SmartKom möglich gewesen.

Einen ganz besonderen Dank möchte ich meinen beiden langjährigen Sekretärinnen, Frau Doris Borchers und Frau Gabi Jacquinot aussprechen, über deren Anwesenheit bei dieser akademischen Feier ich mich ganz besonders freue. Seit Beginn meiner Tätigkeit in Saarbrücken vor 18 Jahren haben beide Damen stets die notwendige Ordnung in das kreative Chaos meiner Büros an der Universität und am DFKI gebracht. Sie kennen neben meiner Frau Doris meine vielen kleinen und großen Schwächen am allerbesten.

Schon jetzt möchte ich mich bei den Festrednern beim Kolloquium am heutigen Nachmittag bedanken: meinem DFKI-Kollegen und langjährigem Mitstreiter Jörg Siekmann, meinem ehemaligen SFB-Kollegen Peter Raulefs, Herrn Dr. Reuse, meinem ehemaligen Doktoranden Bernhard Nebel, auf dessen große internationale wissenschaftliche Anerkennung ich stolz bin, und meinen Kollegen, Uli Furbach, der mich nach achtzehn Jahren in meinem Amt für die Europäische KI-Vereinigung ECCAI abgelöst hat.

Zahlreiche heutige und ehemalige Kollegen, Doktoranden sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben die Mühen einer weiten Anreise nicht gescheut. Vielen Dank für dieses Zeichen der Zusammengehörigkeit.

Den größten Dank muss ich meiner Frau Doris und meinen Kindern Nora und Philipp aussprechen für das Verständnis, die Geduld, den Rückhalt und die Rücksicht, ohne die das alles nicht zu leisten wäre.

Ich bin glücklich, dass mir diese hohe Auszeichnung nicht am Ende meiner beruflichen Laufbahn, sondern mitten im meinem Arbeitsleben verliehen wird. Dies ist für mich ein Ansporn und zugleich eine Verpflichtung in den nächsten sechzehn Jahren meiner Tätigkeit noch viele ungelöste Probleme der Künstlichen Intelligenz und Mensch-Maschine-Interaktion anzupacken und möglichst viele junge Studenten für dieses faszinierende Gebiet der Informatik zu begeistern und auszubilden.