Document Actions
Deutsch English

FB Wissensmanagement


Nepomuk – Semantischer Sinn für persönliche Dokumente

Menschen denken assoziativ und können Beziehungen zwischen Informationen intuitiv handhaben. Das menschliche Gehirn verknüpft einzelne Elemente, die es zeitgleich wahrgenommen und memoriert hat und ist so in der Lage, z.B. Tagungsunterlagen mit Sprechern oder Terminen zu verbinden. Auf dem Computer sind solche Zusammenhänge oft schwer darstellbar.


Im NEPOMUK Projekt wurde eine Arbeitsumgebung entwickelt, die persönliches Informationsmanagement durch semantische Technologien unterstützt. Das in Ordnerstrukturen und Dateiinhalten des persönlichen Computers verborgene Wissen wird zunächst automatisch in ein explizites "Persönliches Informationsmodell" überführt, so werden z.B. E-Mails mit Kontaktdaten und weiteren Dateien auf der Festplatte verknüpft. Die Nutzer können diese Modelle jederzeit ihren individuellen Vorlieben und Denkweisen anpassen. Die entstehenden Verknüpfungen zwischen Informationen und Konzepten werden bei Ablage und Suche verwendet: Algorithmen zur Inhaltsanalyse machen Vorschläge, wie neue Dokumente in das bestehende persönliche Ordnungssystem eingebracht werden sollten. Wird später nach Unterlagen gesucht, wobei etwa nur noch die Kontaktperson im Gedächtnis geblieben ist, hilft das entstandene semantische Netz dabei, das Gesuchte wieder zu finden. Das vom DFKI koordinierte EU-Projekt NEPOMUK hat während seiner dreijährigen Laufzeit bestehende Technologien zu einer offenen Standardlösung verbunden.


Aufbauend auf den W3C Standards für Semantic Web, RDF und Ontologien, wurden Desktop Betriebssysteme um semantische Schnittstellen ergänzt, mit denen bestehende Software – etwa Office Anwendungen und Webbrowser – um entsprechende Verknüpfungsfunktionen erweitert werden. Dieser Ansatz erhöht die Akzeptanz der neuen Techniken und reduziert die Kosten ihrer Einführung, da vertraute Anwendungen weiterverwendet werden können. Offene Standards ermöglichen auch anderen Marktteilnehmern auf der Technologie aufbauend eigene Dienste und Entwicklungen anzubieten.


Die Ergebnisse sind zum Einsatz auf MS Windows, Linux und Mac OS geeignet und stehen als Open Source Software frei zur Verfügung. Große Teile der NEPOMUK-Technologie wurden inzwischen standardmäßig in die populäre KDE-Benutzeroberfläche für Linux integriert und werden damit an Millionen Anwender ausgeliefert. Die entwickelte Open Source Referenzimplementierung der Indizierungssoftware Aperture.sourceforge.net wurde mehr als 10.000 Mal aus dem Netz heruntergeladen und ist seit 2008 auch Teil der Eclipse.org Initiative „SMILA“ für semantische Indizierung im Unternehmensumfeld. NEPOMUK wurde in industriellen Fallstudien in der Biotechnologie, im Consulting-Bereich, in industrieller F&E und in Community Helpdesks praktisch erprobt und wird für kommerzielle Anwendungen weiterentwickelt.


Weitere Arbeiten am Semantic Desktop werden von der neu gegründeten Open Semantic Collaboration Architecture Foundation (http://oscaf.org) koordiniert. Das DFKI bietet Anpassungen der Open Source Software als kommerzielle Leistung an, das Spin-Off „Gnowsis.Com“ wird momentan zur weiteren Kommerzialisierung der Ergebnisse am Consumer Markt und im Web gegründet.

 

DFKI-Leistungsangebot: Anpassung der Semantic Web Platform für Unternehmen, Desktop- und Unternehmenssuche, individuelles prozessorientiertes Wissensmanagement, Auftragsforschung


Weitere Informationen
http://nepomuk.semanticdesktop.org

Kontakt
Dr. Ansgar Bernardi
Forschungsbereich Wissensmanagement
E-Mail: Ansgar.Bernardi@dfki.de
Tel. +49 (0)631 20575-105

 

 

Social Media Sharing mit ALOE


ALOE ist eine „Social Media Sharing-Plattform“, die nach Web 2.0 Designparadigmen entwickelt wurde und es Nutzern ermöglicht, beliebige multimediale Ressourcen zu organisieren und auszutauschen. Formale Metadatensätze verschiedenster Formate können zusätzlich mit den Ressourcen assoziiert werden.


ALOE erlaubt es, Benutzergruppen und multimediale Inhalte zu verwalten, Bookmarks und Tags zu setzen, Ressourcen und Metadaten gestaffelt (privat/öffentlich/Gruppe) freizugeben. Ressourcen lassen sich durch verschiedene Such- und Filterverfahren auffinden, das Ranking von Ergebnissen wird anhand verschiedener Kriterien berechnet. Außerdem stehen eine Web Service Schnittstelle (SOAP) sowie Feeds zur Verfügung.
Durch seine offene Architektur erlaubt ALOE die Nutzung von formalen und statischen Ressourcenbeschreibungen genauso wie von für das Web 2.0 charakteristischen benutzergenerierten Informationen in unterschiedlichen Applikationen und Kontexten. In Unternehmen kann ALOE als Plattform zur Realisierung von sozialen (Intranet-) Portalen genutzt werden. Das System bietet hier die Möglichkeit, existierende Inhalte und Applikationen zu integrieren; seine soziale Komponente liefert die Basis für Methoden zur Nutzung “kollektiver Intelligenz”, Expertenlokation, sowie zur Bildung sozialer Netzwerke und Förderung von Kollaboration.


ALOE wird unter anderem in dem von der Europäischen Union im Rahmen des eContentplus-Programms geförderten Projekts MACE (http://www.mace-project.eu) als Backbone der Community-Dienste sowie als Basis des Tool C-LINK (http://c-link.dfki.uni-kl.de) zur Vernetzung von Konferenzteilnehmern eingesetzt.


Weitere Informationen
http://aloe-project.de

Kontakt
Martin Memmel & Rafael Schirru
Forschungsbereich Wissensmanagement
E-Mail: [Martin.Memmel|Rafael.Schirru]@dfki.de
Tel.: +49 (0)631 20575-121 oder -160

 

 

AWARE - Analysetool zur automatischen Webseitenprüfung auf Rechtskonformität


Ein ansprechendes Foto aus dem Internet für die eine Homepage, die Verwendung von Markennamen im Text, um von Suchmaschinen besser gefunden zu werden, veraltete Angaben im Impressum… Webseiten bergen juristische Stolperfallen, so dass Betreiber oder Autoren schnell ins Visier von Abmahnern geraten können, selbst wenn sie keine wirtschaftlichen Interessen verfolgen und sich keiner Schuld bewusst sind.


Das Assistenzsystem AWARE ist ein Analysetool zur automatischen Webseitenprüfung auf Rechtskonformität auf Basis einer webbasierten, service-orientierten Architektur. AWARE verknüpft Webmining-Technologien mit spezifischem juristischem Fachwissen und ermöglicht so einem breiten Anwenderkreis die automatische Prüfung von Webseiten auf Rechtskonformität.


Zur angestrebten Anwenderunterstützung gehört die Prüfung des Internetauftritts auf notwendige Inhalte wie Impressum, AGB oder Datenschutzbestimmungen, aber auch deren inhaltliche Auswertung. Bildbasierte Retrieval-Verfahren erkennen völlig ohne manuelle Indexierung die Verwendung von Bildern oder auch nur von Bildausschnitten mit hoher Treffsicherheit. Die verwendeten Bilder werden analysiert, ihr rechtlicher Status geprüft. Auf mögliche Verstöße gegen das Urheberrecht wird ebenso hingewiesen wie auf die die Verwendung von Markennamen im Text. Als Ergebnis der Analyse erzeugt AWARE einen übersichtlichen Report, der alle Auffälligkeiten der Webseite in Form einer Checkliste zusammenstellt und dem Anwender zeigt, wo Handlungsbedarf besteht.

AWARE ist ein interdisziplinäres Verbundprojekt, in dem sowohl juristische Fachexperten als auch Wissenschaftler der Künstlichen Intelligenz zusammenarbeiten. Das Gesamtsystem soll im Verlauf seines Lebenszyklus – also insbesondere auch nach Projektende – alleine von den juristischen Fachexperten an sich ändernde Rechtslagen angepasst werden können. Aus diesem Grund konzipierten die Systementwickler eine auf strikte Trennung von Algorithmen und Wissensbasen aufbauende Architektur.


Weitere Projektpartner:
•    Europäische EDV-Akademie des Recht (EEAR)
•    e.Consult AG
•    mineway GmbH


AWARE wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über eine Laufzeit von 18 Monaten gefördert.

Kontakt
Dr. Thomas Kieninger
Forschungsbereich Wissensmanagement
E-Mail: Thomas.Kieninger@dfki.de
Tel.: +49 (0)631 20575-106

 

 

eyeBook – Multimediales Lesen 

Die am DFKI entwickelte eyeBook Applikation realisiert inhaltsabhängig, interaktiv und multimedial die Kombination digitaler Medien wie Sounds oder Bilder mit klassischem Text.  Mit einem Eyetracker wird das Leseverhalten der Benutzer analysiert. Das System gibt den Lesern multimodales, kontextsensitives Feedback zu der Textstelle, an der sie sich gerade befinden. Angeboten werden beispielsweise Sound-Effekte, Musik, Bilder oder Farbschema-Änderungen passend zum Spannungsbogen des gerade gelesenen Textes. Die Art der multimedialen Rückmeldung wird über spezielle, für den Benutzer unsichtbare Annotationen definiert.  Auf der CeBIT 2009 stellt das DFKI zum eyeBook-Framework ausgewählte und nachbearbeitete Kapitel verschiedener Bücher vor, die mit den multimedialen Inhalten angereichert wurden. Zusätzlich werden neue Anwendungen im Gebiet Edutainment skizziert und mittels eines neuen Prototyps erfahrbar gemacht.

Neben Anwendungsmöglichkeiten in der Unterhaltungsindustrie und im Buchsektor, untersucht das DFKI im Forschungsbereich Wissensmanagement, wie sich die Applikation auf andere Szenarien übertragen lässt. Sprachlernprogramme, Edutainment oder andere Arten textbasierter Informationssysteme bieten weitere spannende Entwicklungspotenziale.

 
Weitere Informationen
http://www.dfki.de/web/forschung/km/kompetenz/demonstratoren

Kontakt
Ralf Biedert
Forschungsbereich Wissensmanagement
E-Mail: Ralf.Biedert@dfki.de
Tel. +49 (0)631 20575-0