BMBF Exponate
Eingebettete Systeme und digitale Assistenten
Die Forschungsprojekte SemProM und INTAKT
Zusammen mit seinen Konsortialpartnern zeigt das DFKI den Weg zum Internet der Dinge, Ideen, technologische Zukunftsvisionen und Chancen semantischer, digitaler Produktgedächtnisse, die im Rahmen von SemProM (Semantic Product Memory) entwickelt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert werden.
Durch die Kombination digitaler Assistenten mit eingebetteten Systemen werden komplexe Alltagsabläufe intuitiv und sicher handhabbar. Auf dem CeBIT-Stand des BMBF (Halle 9, B40) unter dem Motto „Assistenzsysteme – Leben 2020“ präsentiert das SemProM-Konsortium unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Wahlster neue Ergebnisse und aktuelle Anwendungsszenarien. Realisiert wurde der Demonstrations-Parcours mit Unterstützung des Innovative Retail Laboratory, einer gemeinsamen Initiative des DFKI mit der GLOBUS SB-Warenhaus Holding und des BMBF-Partnerprojekts INTAKT (Interaktive Avatar Kommunikations-Technologie) unter der Konsortialleitung der Charamel GmbH.
In einem Szenario mit mehreren Stationen begleiten digitale Assistenzsysteme die CeBIT-Besucher beim Einkauf im Supermarkt der Zukunft –Vom Betreten des Marktes über die Produktauswahl und den Bezahlvorgang, den Heimweg bis hin zur Verwendung. Eingebettete Systeme unterstützen die Interaktion des Verbrauchers mit Waren unterschiedlicher Kategorien, informieren ihn proaktiv und multimedial über deren Eigenschaften und Nutzung. Virtuelle Charaktere vermitteln Produktinformationen natürlich und in dialogischer Form und helfen, die Hemmschwelle bei der Benutzung neuartiger Systeme herabzusetzen. Diese Technologie wurde in INTAKT entwickelt und in SemProM integriert.
Dank der Verwendung eingebetteter Systeme fĂĽgen sich diese IT-gestĂĽtzten Dienste nahtlos in den Alltag der Verbraucher ein. Sie sind personalisiert, berĂĽcksichtigen das individuelle Profil des Nutzers wie etwa geschmackliche Vorlieben oder Allergien genauso wie z.B. sein umittelbares Fahrtziel.
Einkaufsberatung durch Virtuelle Charaktere
Bei dieser ersten Station erfahren Besucher ein Einkaufsassistenzsystem, das eingebettete Sensoren zur Handlungserkennung nutzt. Virtuelle Charaktere agieren als „Berater“ und unterstützen den Einkaufsprozess: Ein Warenexperte informiert den Kunden am Regal über die Produkteneigenschaften, während der persönliche digitale Assistent die Einkaufsliste direkt am Einkaufswagen verwaltet und den Konsumenten auf mögliche Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln hinweist. Beide unterhalten sich untereinander und mit dem Kunden. Das Präsentationssystem bezieht sämtliche Wareninformationen aus digitalen Produktgedächtnissen, die ontologisch repräsentiert sind. Ist ein Produkt aus der Einkaufsliste im Supermarkt nicht vorrätig, wird eine Alternative vorgeschlagen.
Mobile Produktinformation
Ein mobiler Einkaufsberater begleitet den Kunden beim Einkauf und bietet ihm über sein Mobiltelefon zusätzliche Informationen an. Über einen speziellen Reader identifiziert das Gerät die Ware. Durch die Integration und Auswertung von produktbezogenen Diensten werden Zusatzinformationen und Produktbewertungen wie etwa die Ökobilanz oder die Kompatibilität von High-Tech-Geräten mit der heimischen Multi-Media Umgebung. Das individuelle Nutzerprofil lässt sich jeweils dynamisch anpassen und zu den Eigenschaften eigener Produktgedächtnisse in Beziehung setzen. Die Bedienung des mobilen Einkaufsberaters ist durch minimale Interaktion geprägt. Produkte werden intuitiv „auf Knopfdruck“ identifiziert und die prägnantesten Informationen auf einen Blick übersichtlich dargestellt, so dass auch ältere Benutzergruppen vom mobilen Einkaufsberater profitieren.
Easy-Checkout
Bezahlt wird die Ware an der Kasse – ohne umständliches Umlagern. Lesegeräte erfassen die mit RFID-Tags versehenen Produkte und zeigen sie auf einem Bildschirm an. Der eigentliche Bezahlvorgang erfolgt anschließend berührungslos mit dem Autoschlüssel, der neben den Kreditkarteninformationen auch ein persönliches Profil und die Einkaufsliste enthält. Basierend auf diesen Informationen können später weitere Dienste hinzu kommen
SemProM-Car-Assistant
Packt der Kunde seine Einkäufe in den PKW, so erkennt ein digitaler Assistent im Fahrzeug die Produkte und bietet proaktiv seine Unterstützung an. Er meldet z.B. wenn ein Produkt zwar gekauft, aber an der Kasse vergessen wurde. Für Kühlwaren erhält der Verbraucher unter Einbeziehung aktueller Verkehrs- und Fahrzeuginformationen einen Hinweis, wann spätestens die Heimfahrt angetreten werden sollte, ohne die Haltbarkeit der Ware zu gefährden. Die Software zur Kopplung erworbener Elektronikprodukte mit bereits vorhandenen Geräten wird im Fahrzeug automatisch installiert und die spätere Inbetriebnahme kinderleicht durch eine intuitive Geste realisiert.
Digitale Produktgedächtnisse erhöhen die Transparenz von Serviceleistungen in der Werkstatt: Welches Ersatzteil berechnet und auch eingebaut wurde und ob es tatsächlich den Fahrzeuganforderungen entspricht. So ist sichergestellt, dass nur Ersatzteile verwendet werden können, die den Fahrzeuganforderungen entsprechen. Auch die zunehmend komplexe Bedienung der Komfortfunktionalitäten im Fahrzeug selbst, wie z.B. Sitzposition und -höhe, Klimaanlage und Belüftung wird durch diese Technologie erleichtert. Durch einfache Gesten können persönliche Vorlieben auf dem eigenen Schlüsselbund gespeichert und auch wieder im Fahrzeug übernommen werden. Komplizierte Bedienmenüs bleiben dem Kunden so erspart.
Instrumentierter Wochenblister
Im Gesundheitssektor unterstützen digitale Produktgedächtnisse den Patienten bei der Einnahme von Medikamenten und weisen auf mögliche Gefahren hin. Wochenblister mit Produktgedächtnis erlauben neuartige Dienste und Anwendungsmöglichkeiten im Zusammenspiel mit den externen Produktgedächtnissen anderer Medikamente oder auch Lebensmitteln. Für Ärzte, Apotheker, Pflegepersonal und Patienten wird die Erkennung und Interpretation möglicher Wechselwirkungen erleichtert.
Weitere Informationen
Kontakt
Projektmanagement SemProM
Dr. Anselm Blocher
Forschungsbereich Intelligente Benutzerschnittstellen
Tel.: +49 (0)681-302 5262
E-Mail: Anselm.Blocher@dfki.de
iWalker – Intelligente Assistenz für Rollatoren
Sicher und zügig den Weg finden, gefahrlos unbekannte Wege gehen - mit zunehmendem Alter, aber auch durch Krankheiten und Unfälle bedingt können die nötigen physischen und kognitiven Fähigkeiten oft deutlich nachlassen. In Kooperation mit der Technischen Universität Katalonien (UPC) entwickelt das DFKI intelligente Assistenten für einen Rollator zur Kompensation dieser Defizite.
Der intelligente Rollator (iWalker) ist ein modifizierter Standard-Rollator, dessen Hinterräder durch Räder mit bürstenlosen Nabenmotoren ersetzt wurden, die elektrisch gebremst werden können. Ein Laserscanner erkennt Hindernisse, die sich vor oder neben dem Rollator befinden. Ein Netbook-PC sammelt Daten aus Umdrehungsmessungen der Nabenmotoren und Sensordaten und setzt sie in Aktionen um.
Eine der Anwendungen des iWalkers ist der Geh-Assistent. Er bremst bedarfsgerecht eines oder beide Räder, um Hindernissen auszuweichen oder vor ihnen anzuhalten, und erleichtert so auch Türdurchfahrten. Der Benutzer spürt, in welche Richtung er einem Hindernis ausweichen muss, behält aber vollständig die Kontrolle, da der iWalker nicht selbstständig fährt. Lässt man einen der Handgriffe los, bremst der Rollator allerdings selbsttätig, um nicht wegzurollen. Dadurch kann der Benutzer sich auch mit nur einer Hand verlässlich abstützen, und die Sturzgefahr wird reduziert.
Der iWalker wurde innerhalb des Projekts „Supported Human Autonomy for Recovery and Enhancement of cognitive and motor abilities using information technologies“ (SHARE-it) entwickelt, das von der Europäischen Union im 6. Rahmenprogramm gefördert wurde (Kontrakt-Nr. 045088).
Projektpartner
Technische Universität Katalonien
Weitere Informationen
www.baall.net (Englisch)
www.baall.de (Deutsch)
Kontakt
Dr. Thomas Röfer
Forschungsbereich Sichere Kognitive Systeme
E-Mail: Thomas.Roefer@dfki.de
Tel.: +49 (0)421 218-64200
Rolland – Ein sicherer Rollstuhl mit Fahrassistent
Ein Fahrassistent, der rechtzeitig vor Hindernissen bremst oder ihnen ausweicht, eine Steuerung allein durch Kopfneigung - auf Basis des Rollstuhls Xeno der Otto Bock Mobility Solutions GmbH entwickelt und evaluiert das DFKI intelligente Assistenten zur Unterstützung von Rollstuhlfahrern. Zu diesem Zweck wurde Xeno mit Laserscannern, Umdrehungssensoren für die Antriebsräder sowie einem Onboard-Rechner ausgestattet. Die Zusatzkomponenten sind so installiert, dass sie die Verwendbarkeit des Rollstuhls im Vergleich zum Serienmodell nicht einschränken.
Rolland prĂĽft fĂĽnfzigmal pro Sekunde, ob sich ein Hindernis im Weg befindet und passt Geschwindigkeit und Fahrtrichtung entsprechend an. Versucht der Benutzer jedoch, an ein Objekt heranzufahren, weicht Rolland nicht aus, sondern bremst nur ab.
Neben dem serienmäßigen Joystick ermöglicht der Fahrassistent auch die Verwendung eines neuen Steuerungsgeräts, des so genannten Kopf-Joysticks. Damit kann der Benutzer den Rollstuhl durch Neigen des Kopfes lenken, hat er wenig Platz zum Rangieren, übernimmt Assistent die Feinregelung. Dadurch wird Rollstuhlfahrern, die keinen Joystick mehr verwenden können, eine Alternative zur eher unkomfortablen Kinnsteuerung geboten.
Das Projekt T2-[Rolland] „A Safe Wheelchair with Driving Assistance“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB/TR 8 „Spatial Cognition“ gefördert.
Projektpartner:
Weitere Informationen:
www.baall.net (Englisch)
www.baall.de (Deutsch)
www.sfbtr8.spatial-cognition.de
Kontakt:
Dr. Thomas Röfer
Forschungsbereich Sichere Kognitive Systeme
E-Mail: Thomas.Roefer@dfki.de
Tel.: +49 (0)421 218-64200
