FB Innovative Fabriksysteme
Useware-Engineering – Nutzerzentrierte Entwicklung von Bediensystemen
Die Innovationsgeschwindigkeit von Neuentwicklungen ist in Zeiten globalisierter Märkte so hoch wie nie zuvor. Ob industrielle Maschine oder Mobiltelefon - in immer kürzeren Abständen werden dem Kunden technische Neuheiten und Weiterentwicklungen mit gesteigertem Funktionsumfang präsentiert. Doch welcher Kunde kennt und nutzt tatsächlich alle vom Hersteller implementierten Funktionalitäten? Je komplexer und undurchsichtiger die zu bedienenden Produkte werden, desto wichtiger ist die optimale Gestaltung des Bediensystems. Ist die Bedienung zu umständlich, leiden Effektivität und Effizienz des Produktes im Ganzen. Nicht selten führt eine schlechte Benutzerführung zu Frustration und Unzufriedenheit beim Kunden und schmälert damit die Attraktivität der Produkte. Die Aspekte der effektiven und effizienten Bedienung sowie der Nutzerzufriedenheit werden unter dem Begriff Gebrauchstauglichkeit (engl. Usability) zusammengefasst.
Gerade bei industriellen Anlagen ist ein an die Fähigkeiten des Menschen angepasstes Bedienkonzept von großer Bedeutung. Komplizierte Anlagensteuerungen stellen für den Bediener eine Zusatzbelastung zu seiner eigentlichen Arbeitsaufgabe dar, die sich auch auf die Sicherheit von Mensch und Anlage auswirken kann. Insbesondere bei Stör- und Zwischenfällen ist eine hohe Systemtransparenz notwendig, damit der Mensch schnell und fehlerfrei reagieren kann. Schwer verständliche und unzugängliche Benutzungsschnittstellen verschlechtern die Beherrschbarkeit komplexer Systeme und sind eine Hauptursache für Anlagenausfälle und Sicherheitsrisiken.
Doch wie erreicht man eigentlich Usability? Bei der Entwicklung des Bediensystems muss auf die menschlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse Rücksicht genommen werden. Um eine möglichst optimale Vorgehensweise bei der Entwicklung sicherzustellen, hat der Forschungsbereich Innovative Fabriksysteme (IFS) des DFKI den Useware-Engineering Prozess etabliert, der verschiedene, sich überlappende Entwicklungsphasen unterscheidet. Die Phase der Analyse ist von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung von gebrauchstauglichen Benutzungsschnittstellen und dient u.a. der Eingrenzung des Kontextes sowie der Spezifikation von Nutzergruppen für ein zu entwickelndes Produkt. Anhand verschiedener Methoden wie Befragungen und Beobachtungen werden Aufgaben, Bedürfnisse und Wünsche des Nutzers im jeweiligen Kontext ermittelt. Das frühzeitige Erfassen der Nutzeranforderungen erleichtert alle nachfolgenden Entscheidungsprozesse und hilft dabei, Fehler und Risiken bei der Entwicklung rechtzeitig zu erkennen und aufwändige Nacharbeiten zu vermeiden.
Dass Usability ein umfassender Mehrwert für Kunden und Hersteller ist, wird mittlerweile weithin anerkannt. Nichtsdestotrotz sind Fachwissen und Methodik zur Entwicklung von Bediensystemen noch nicht ausreichend verinnerlicht. Ein Ansatz dazu bildet der Useware-Engineering Prozess des DFKI-IFS, der Entwicklungszeiten und -Kosten signifikant reduzieren kann. Ein optimiertes Bediensystem verbessert die Effektivität und Effizienz von modernen Produkten und schafft eine positive Nutzererfahrung beim Kunden. Und von einem zufriedenen Kunden profitiert letztlich auch wieder der Hersteller.
Weitere Informationen
Kontakt
Dr. Gerrit Meixner
Gruppenleiter Mensch-Maschine-Interaktion
Forschungsbereich Innovative Fabriksysteme
E-Mail: Gerrit.Meixner@dfki.de
Tel.: +49 (0)631 205-3707
