Document Actions
Deutsch English

Robotics Innovation Center

Roboterdame AILA: Menschenähnliche Bewegung und Wahrnehmung

 
Roboter werden bereits seit 50 Jahren in der industriellen Fertigung eingesetzt. In der Inspektion und Wartung, beim Auf- und Rückbau von Großanlagen, bei Rettungseinsätzen in gefährlichen Gebieten hingegen werden Roboter kaum genutzt. Das liegt vor allem an den hohen Anforderungen: Die Systeme müssen in der Lage sein, Aufgaben eigenständig in komplexen Umgebungen zu verrichten. Die am DFKI Robotics Innovation Center entwickelte Roboterdame AILA ist ihren Kollegen einen Schritt voraus. Sie kann ihre Umgebung dreidimensional wahrnehmen, Objekte sowie deren Eigenschaften erkennen und gezielt mit ihnen umgehen.
 

Umgebungswahrnehmung in 3D

AILAs Wahrnehmung basiert hauptsächlich auf Stereo-Kamerabildern und Laserentfernungsmessern, die durch sogenannte Punktwolken ein Abbild der Umgebung erzeugen. Dem Menschen hilft sein Wissen über Raum, Struktur und die Lage von Objekten bei der Orientierung. AILA funktioniert ähnlich: Sie kann den Raum semantisch interpretieren, Tische und Regale durch ihre spatial-semantische Beschreibung identifizieren. So kann AILA komplexe Anweisungen befolgen, zum Beispiel „Hole die rote Dose aus dem Regal“ oder „Lege das Objekt auf den Tisch“.
 

Bewegungsplanung von 18 Gelenken

Wenn AILA sich bewegt, müssen 18 Gelenke an Armen und Rumpf im Einklang funktionieren. Koordinierte, geplante Bewegungen sind nötig, damit die Roboterdame Gegenstände mit beiden Armen greifen und transportieren kann. Dabei darf weder die Umgebung noch der eigene Körper zum Hindernis werden. Der Abstand zwischen beiden Händen muss stimmen, damit sie Gegenstände sicher und in der richtigen Ausrichtung halten kann; etwa einen Karton mit der Öffnung nach oben.
 
Ihre Bewegungen sollen denen eines Menschen ähneln. Das ist ein übergeordnetes Ziel in AILAs Weiterentwicklung. Denn wenn AILA sich an menschlichen Bewegungsabläufen orientiert, dann kann sie zwischen verschiedenen Arten eine Aufgabe auszuführen wählen. Zudem wird die Evaluation des Systemverhaltens einfach, denn menschliche Bewegungen sind uns vertraut – und damit besser zu beurteilen. AILA ist für den Einsatz in Umgebungen gedacht, die bezüglich der Größe, Erreichbarkeit und Anordnung von Objekten für den Menschen gemacht sind.
 

Semantisches Produktgedächtnis hilft dem Roboter

Viele Eigenschaften eines Gegenstands, zum Beispiel seine Größe, kann AILA visuell erkennen. Allerdings ist das oft sehr aufwändig – und es gibt Merkmale wie das Gewicht, die nicht visuell erschlossen werden können. Stellt das Objekt dem Roboter relevante Informationen über ein sogenanntes semantisches Produktgedächtnis bereit, kann dieser Aufwand vermieden werden. Mit einer Antenne in ihrer linken Hand kann AILA die im semantischen Produktgedächtnis der Objekte gespeicherten Daten auslesen.
 

Hintergrund: das Projekt SemProM

AILA geht aus dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts SemProM (Semantic Product Memory) hervor. Im Rahmen des Forschungsprogramms IKT-2020 des BMBF entwickelt die Innovationsallianz „Digitales Produktgedächtnis“ mit SemProM Schlüsseltechnologien für das Internet der Dinge. Ein zentraler Punkt ist dabei der Einsatz von Robotern und deren Interaktion mit einem semantischen Produktgedächtnis, das unter Umständen relevante Objekteigenschaften drahtlos und in maschinenverständlicher Form bereitstellt. 
 

Weitere Informationen

 

Kontakt

Prof. Dr. Frank Kirchner
Leiter Robotics Innovation Center
E-Mail: Frank.Kirchner@dfki.de
Tel.: +49 (0)421 218-64100
 
 
 
 

Vectrix /E-Mobilty

Elektromobilität: DFKI Robotics Innovation Center entwickelt neue Konzepte

Jetzt rollen sie, und das nahezu lautlos: Regionale Firmen und private Nutzer testen bereits einen Großteil der Elektrofahrzeuge in der vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung geförderten Modellregion Elektromobilität Bremen/Oldenburg. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM koordiniert das DFKI Robotics Innovation Center die regionale Projektleitstelle.

Zweisitzer, Viersitzer, Transporter und Zweiräder unterschiedlicher Hersteller werden auf ihre Alltagstauglichkeit geprüft. Durch Flottenversuche erhalten DFKI-Forscher Feedback von Fahrzeugnutzern, Betreibern und Servicedienstleistern. Die Wissenschaftler erheben Daten und dokumentieren Nutzererfahrungen, die sie sie im Hinblick auf die Frage auswerten, wie Elektromobilität in den Alltag integriert werden kann. Dabei ziehen sie sozio-ökonomische Faktoren der Region mit in Betracht. Ein ebenso wichtiger Teil des Förderprojekts ist die Öffentlichkeitsarbeit: Um weitreichende Akzeptanz der Elektrofahrzeuge in der Region zu erzeugen, werden (potenzielle) Nutzer durch Veranstaltungen umfangreich informiert.

Während der Flottenversuche bauen die Wissenschaftler eine umfassende Datenbank auf. Laufzeitdaten der Fahrzeuge wie z.B. Ladezustand, Spannungs- und Stromverläufe werden erfasst, ebenso statische Fahrzeugparameter und weitere Informationen, zum Beispiel zur aktuellen Wetterlage. Ein digitales Fahrtenbuch, das die Mobilitätsprofile der Fahrzeugnutzer erfasst, ist ebenfalls an den Datenlogger angebunden. Entwickelt wurde es am Robotics Innovation Center.

Ziel Ausweitung der Modellregion
Langfristiges Ziel ist, die Modellregion Bremen/Oldenburg im Nordwesten Deutschlands auszuweiten. Dabei liegen die Schwerpunkte auf dem Einsatz der Elektromobilität in einer ländlichen Umgebung. Die Dichte an Akteuren in der Forschung und Entwicklung sowie strategische Kooperationen über die Grenzen der Region hinaus tragen dazu bei, diese Region weiter zu stärken – und zu einem der bedeutendsten Standorte der Elektromobilität zu machen.

DFKI entwickelt intelligentes Elektrofahrzeug
Diese Aktivitäten dienen dem Robotics Innovation Center darüber hinaus als Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung technologischer Konzepte. Derzeit entwickeln DFKI-Forscher ein effizientes und intelligentes Elektrofahrzeug. Das „RoboCar“ wird auf den Nutzerbedarf abgestimmt: Es soll seine Form morphologisch verändern können und modular ausgestattet sein, um sich an individuelle Mobilitätsbedürfnisse anzupassen. Ebenso soll es mit dem Nutzer, anderen Fahrzeugen und dem Gesamtverkehrssystem kommunizieren.

 

Weitere Informationen

www.personal-mobility-center.de

 

Kontakt

Jens Mey
Projektkoordination und Management
Raumfahrt, Sicherheit, E-Mobilität
E-Mail: Jens.Mey@dfki.de
Tel.: +49 (0)421 178 45-4122