Business Integration Technologies
Die Projektgruppe Business Integration Technologies verfolgt das Ziel innovative Forschung zu betreiben. Aufgedeckt werden sollen Themen, die in der Zukunft eine stärkere Rolle im Bereich der angewandten Wirtschaftsinformatik spielen. Die Forschungsfelder der Gruppe umfassen das Management kollaborativer Geschäftsprozesse, Business Applications Engineering, Empfehlungssysteme für Prozesse und Services, dynamische Business-Ökosysteme und Geschäftsmodellforschung. Durch den Wandel der Forschungsfelder in den letzten Jahren dominieren nicht mehr nur Organisationsthemen wie GPM und ERP, heute steht der Mitarbeiter als kritischer Erfolgsfaktor im Fokus. Diese thematische Verschiebung zeichnet sich nicht nur in aktuellen, sondern auch in geplanten Projekten der Gruppe ab. Eine Übersicht über laufende sowie abgeschlossene Projekte erfolgt weiter unten auf dieser Seite.
Leiter der Projektgruppe Business
Integration Technologies ist Dr. Dirk Werth. Zuvor trug er die
Verantwortung für ein Competence Center, welches er mit gegründet
und aufgebaut hat. Darüber hinaus übte er verschiedene Funktionen
als Projektleiter und Gesamtprojektkoordinator in nationalen und
europäischen Forschungsprojekten sowie in Industrieprojekten aus.
Neben seinen Aufgaben am DFKI hält er einen Vorlesungskanon über
ERP-Systeme und betriebliche Anwendungen an der Universität des
Saarlandes. Er promovierte mit einer mehrfach ausgezeichneten Arbeit
bei Prof. Dr. Dr. h.c. mult. August Wilhelm Scheer über
kollaborative Geschäftsprozesse und hält je ein Diplom in
Betriebswirtschaftslehre und in Informatik.
Die fünf Themenschwerpunkte Management kollaborativer Geschäftsprozesse, Business Applications Engineering, Empfehlungssysteme für Prozesse und Services, dynamische Business-Ökosysteme und Geschäftsmodellforschung der BIT-Gruppe werden im Folgenden ausführlicher beschrieben.
Management Kollaborativer Geschäftsprozesse
Weil Ziele einzelner Unternehmen schneller, effizienter und mit geringerem Risiko in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen erreicht werden können, ist die Notwendigkeit von organisationsübergreifenden Kollaborationen allgemein anerkannt. Sowohl private Unternehmen als auch öffentliche Verwaltungen müssen sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und auf komplementäre Kompetenzen von Partnerorganisationen zurückgreifen. Entsprechend ist die Vernetzung von Organisationen einer der wichtigsten Trends des Informationszeitalters. Andererseits verbietet die Unabhängigkeit der Unternehmen oftmals eine enge Integration von Partnerorganisationen. Stattdessen wird eine lose Kopplung organisationaler Systeme angestrebt, die lediglich eine geringe Anpassung von internen Systemen erfordert und trotzdem die Automation von unternehmensübergreifenden Prozessen ermöglicht.
Im Bereich des kollaborativen Geschäftsprozessmanagements fokussiert sich die Arbeit der BIT-Gruppe hauptsächlich auf folgende drei Aspekte:
- Modellierung und Konstruktion: Basierend auf einer Ist-Aufnahme werden die internen Prozessabläufe der einzelnen kooperierenden Unternehmen modelliert und analysiert. Am kollaborativen Soll-Konzept ausgerichtet, werden anschließend unternehmensübergreifende Geschäftsprozesse konstruiert und Schnittstellen zu internen Prozessen definiert. Für diese kollaborative Geschäftsprozessmodellierung bietet die BIT-Gruppe profunde Unterstützung, die auf Praxiserfahrung und Best Practices beruht.
- Controlling: Zur Gewährleistung einer kontinuierlichen Prozessoptimierung bedarf es einer ganzheitlichen Betrachtung der Prozesseffizienz. Vergangene wie laufende Instanzen der kollaborativen Geschäftsprozesse müssen analysiert, überwacht und auf mögliche Engpässe hin evaluiert werden. Die zugrundeliegenden Modelle sind an die resultierenden Adaptionen wie auch an geänderte Rahmenbedingungen flexibel anzupassen, um einen reibungslosen kollaborativen Ablauf über die Schnittstellen hinweg weiterhin effektiv zu gewährleisten.
- Interoperabilität: In der BIT-Gruppe werden über Technik-zentrierte Lösungsansätze hinaus insbesondere Methoden aus dem Geschäftsprozessmanagement und der Unternehmensmodellierung als Ausgangspunkt für Konzeption und Implementierung von unternehmensübergreifenden Informationssystemen genutzt. Beispielsweise wurden in den jüngsten Forschungsprojekten Konzepte und Werkzeuge entwickelt, die es ermöglichen, interne Geschäftsprozesse mit unternehmensübergreifenden Geschäftsprozessen zu verknüpfen, diese zu überwachen und zu kontrollieren, die Schnittstellen von Organisationen in umfassenden Business Interoperability Interfaces darzustellen und eine E-Mail-basierte Interoperabilität für KMUs zu ermöglichen.
Business Applications Engineering
Einerseits zielt die Geschäftsprozessmodell-gestützte Entwicklung von Unternehmensanwendungen auf eine effiziente und flexible Softwareentwicklung ab; sie soll es Unternehmen ermöglichen auf Änderungen im Geschäftsumfeld schnell zu reagieren und ihre Anwendungen entsprechend anzupassen. Andererseits bestätigen Gesetzgebungen wie Sarbanes-Oxley den Bedarf, sicherzustellen, dass IT-Systeme mit den auf der konzeptionellen Ebene beschriebenen Regeln übereinstimmen. Beide Ziele unterstützend entwickeln wir Konzepte in den folgenden Bereichen:
- Geschäftsprozessmodellierung: Dieser Bereich repräsentiert unsere traditionelle Kernkompetenz. Beispielsweise haben wir Geschäftsprozessarchitekturen wie die Architektur Integrierter Informationssysteme (ARIS) und Prozessstandards wie die Ereignis-gesteuerte Prozesskette (EPK) entwickelt, um Anforderungen an Unternehmensanwendungen ganzheitlich abzubilden. Neben der Entwicklung von neuen Modellierungssprachen entwickeln wir auch Konzepte, um bestehende Ansätze mit komplementären Konzeptionen (bspw. Business Rules, semantische Annotationen) zu integrieren. So entsteht sowohl eine Basis für Modellgetriebene Entwicklung als auch für die Konformitätsprüfung von IT-Systemen.
- Automatische Erstellung und Konfiguration von Unternehmensanwendungen: Ausgehend von der konzeptuellen Ebene haben wir verschiedene Techniken zur Generierung von Modellen auf der Ausführungsebene entwickelt, z. B. zur Generierung von Service-orientierten Systemen oder Systemen im Kontext von Kollaborationen (eCommerce Protokolle). Diese Transformationen können alle Dimensionen von Unternehmensanwendungen berücksichtigen, beispielweise haben wir Techniken zur Korrelation von konzeptionellen Organisationsmodellen und technischen Security-Modellen entwickelt.
- Entwicklung von Service-orientierten Systemen: SOA soll eine Brücke zwischen Fachkonzept und Implementierung darstellen, daher ist die Generierung von SOA aus Geschäftsprozessmodellen ein Kernthema der BIT-Gruppe. Beispielsweise haben wir Methoden zur Unternehmensmodell-gestützten SOA-Generierung und zur Generierung von SOA basierend auf den Geschäftsprozessmodellen und Legacy Systemen entwickelt, sowie Methoden für eine umfassende, geschäftsorientierte Beschreibung von Services und eine entsprechende Sprache zur Darstellung der fachkonzeptionellen SOA-Ebene.
- IT Compliance und Governance: Die Integrität von Informationssystemen kann aus zwei Perspektiven validiert werden: In der vertikalen Perspektive muss sichergestellt werden, dass Modelle von unterschiedlicher technischer Granularität (z. B. Fachkonzept und Ausführungsebene) übereinstimmen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir beispielsweise Techniken zum Monitoring und Controlling entwickelt, die Informationen der Ausführungsebene mit fachkonzeptionellen Modellen korrelieren, um deren Konformität validieren zu können. In der horizontalen Perspektive wird sichergestellt, dass die Modelle auf einer technischen Granularitätsebene miteinander konsistent sind. Beispielsweise haben wir hier Konzepte entwickelt, um die Konformität eines Informationssystems mit Geschäftsregeln herzustellen und zu überprüfen.
Empfehlungssysteme für Prozesse und Services
beschreiben neuartige Ansätze und Techniken für pro-aktive Empfehlungen von Prozessen und Services. Die Empfehlungen berücksichtigen hierbei mehrere Dimensionen, wie z.B. Inhalt, Kollaborationsstrukturen (z. B. Profile, Fähigkeiten und Erwartungen von Nutzern) und den Kontext. Kontext kann hierbei räumliche, zeitliche sowie themenbezogene Aspekte beinhalten. Semantik-basierte Empfehlungssysteme konvergieren zunehmend mit Ansätzen semantischer Suchmaschinen. Neben traditionellen statistischen und probabilistischen Ansätzen, werden hier auch Echtzeitszenarien betrachtet, in denen teilweise Auswertungen in Echtzeit durchgeführt werden. Im Fokus der Forschung ist hierbei:
- Suche und Empfehlungen von Services: Unsere Systeme empfehlen Services anhand spezieller Bedürfnisse (z. B. ausgedrückt in einer Suchanfrage) oder anhand bestimmter Ereignissen im Service-Kontext. Die Integration mit Ereignissen im Lebenszyklus ermöglicht genauere und schnellere Empfehlungen.
- Empfehlung von Prozessausführungen: Unsere Systeme analysieren Ausführungshistorien von Workflows und Prozessen, um mögliche Ausführungssequenzen – besonders für schwach strukturierte Prozesse – zu identifizieren. Zusammen mit Nutzerprofilen, Empfehlungen von Experten, organisationsweiten Best Practices, sowie persönlicher Präferenzen, sollen angemessene Empfehlungen für die Ausführung von Workflows erfolgen. Diese sollen die jeweilige Situation sowie die Vorlieben und Fähigkeiten des Nutzers berücksichtigen.
Next Generation Enterprise Systems
Enterprise-Systeme der Zukunft müssen sich stärker an ändernde Rahmenbedingungen im Partnernetzwerk und der Umwelt anpassen können. Mit Methoden und Technologien zur Erfassung, Verarbeitung, Nachverfolgung und Verwaltung von Geschäftsprozessen und relevanter Informationen durch den gesamten Informationslebenszyklus hinweg, wird es möglich dynamisch und in Echtzeit auf solche Änderungen zu reagieren.
Insgesamt wird es Unternehmen so ermöglicht, schnellere und bessere Entscheidungen treffen zu können. Die Forschung am DFKI konzentriert sich in diesem Bereich auf:
- Semantisches Geschäftsprozessmanagement: Semantische Beschreibungen von Prozessen und Services können direkt mit anderen Aspekten im Business-Kontext verbunden werden, um so bei jeglichen Aktivitäten im Lebenszyklus die Auswirkungen von Änderungen direkt bestimmen zu können. Dadurch können Anwendungsfälle des Änderungs- oder Risikomanagements, sowie komplexe Aufwands- und Kostenschätzungen in Echtzeit durchgeführt werden. Dies ermöglicht insgesamt dynamische Business-Ökosysteme, die dazu fähig sind, eintreffende Informationen und auftretende Ereignisse direkt den richtigen Geschäftsprozessen zuordnen zu können.
- Real-time Business Intelligence: Gegenwärtige Entscheidungsunterstützungssysteme für das Management können zielgerichtete Analysen von Geschäftsvorfällen nicht schnell genug und flexibel genug bereitstellen. Neue Technologien, die erhebliche Performanzverbesserungen versprechen wie z.B. High-Performance-Computing, spaltenorientierte In-Memory-Datenbanken, etc., tragen zu einer deutlich schnelleren Erstellung solcher Analysen bei. Die auf dem semantischen Geschäftsprozessmanagement basierende Nachverfolgbarkeit von Modellbeziehungen erleichtert die flexible, geschäftsvorfallbezogene Erstellung solcher BI-Reports, die nicht statisch definiert werden müssen.
- Ubiquitäre Vernetzung von Objekten und Personen: Nicht nur abstrakte Informationsobjekte, sondern auch konkrete Gegenstände aus der realen Welt sollen mittels Sensorik (Internet of Things) nahtlos in die Informationswelt integriert werden, während soziale Interaktionen aus sozialen Netzwerken in Echtzeit erfasst und weiterverarbeitet werden. So können Unternehmensanwendungen der Zukunft eine lückenlose, medienbruchfreie und automatisierte Interaktion mit Business-Objekten erreichen und zielgerichteter auf die individuellen Bedürfnisse aller Stakeholder in der Wertschöpfungskette eingehen.
- Prozessorientiertes Wissensmanagement: Semantische Beschreibungen des Business-Kontexts sowie Informationen über Ereignisse im Lebenszyklus können dazu verwendet werden, um Informationen pro-aktiv anhand des jeweiligen Kontexts, der jeweiligen persönlichen Präferenzen und Fähigkeiten des Nutzers, sowie unter Berücksichtigung komplexer Produkt- und Objektstrukturen, nützliches Domänenwissen anzubieten. Die nahtlose Integration mit Ereignissen im Lebenszyklus ermöglichen Historien- und Statistik-basierte Auswertungen.
Geschäftsmodellforschung
Die konzeptionelle Analyse bestehender und aufkommender Geschäftsmodelle wird dazu verwendet, integrierte Geschäftsmodelle zu entwickeln, die eng mit dem sie umgebenden Business-Kontext verknüpft sind. Für die Analyse können verschiedene Aktivitäten im Geschäftsprozessmanagement-Lebenszyklus verwendet werden, um Rückschlüsse auf das zugrundeliegende Geschäftsmodell zu ziehen. Auf diese Weise können Schlüsselkennzahlen in Echtzeit ausgewertet und Handlungsempfehlungen für die Gestaltung des Geschäftsmodells generiert werden. Dementsprechend werden in der BIT-Gruppe folgende Themen behandelt:
- Komponenten zur Bildung von konfigurierbaren Geschäftsmodellen: Wir arbeiten an der Entwicklung einer proaktiven Decision Support Plattform, welche die flexible Konfiguration von Geschäftsmodellen ermöglichen soll. Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) werden hierzu modulare Geschäftsmodell-Bausteine entwickelt.
- Selbst-adaptierende Geschäftsmodelle: Mithilfe von automatischen Feedbackschleifen werden Informationen die für die Komposition von Geschäftsmodellen relevant sind (bspw. Web Seiten Statistiken, Aktienkurse oder Absatzzahlen), kontinuierlich abgerufen und analysiert. Durch die Implementierung eines Analyse –Ansatzes, der den gesamten Lebenszyklus eines Geschäftsmodels umfasst, können proaktive Vorschläge für verbesserte Geschäftsmodelle, angepasst an aktuelle Marktentwicklungen, generiert werden; beispielsweise könnten auf diese Art und Weise Preisbildungsmechanismen adaptiert und neue Absatzwege identifiziert werden.
Folgende Forschungsprojekte werden derzeit durch die Gruppe Business Integration Technologies bearbeitet. Es handelt sich hierbei um eine Kurzbeschreibung. Eine ausführlichere Beschreibung, weitere Informationen zu Ansprechpartnern und erfolgten Veröffentlichungen können durch den Klick auf die einzelnen Projektnamen aufgerufen werden.
Laufend:
· B-HiP (Business for High-Performance Computing)
· KEG SAAR (Kompetenzzentrum für elektronischen Geschäftsverkehr (KEG) Saar)
· SWINNG (Prozessinnovationen in der Softwareindustrie)
· u-Service (Ubiquitous Service Infrastructure for the Mobile Super Prosumer)
· ViBaM (Viewpoint Based Modeling)
Kürzlich abgeschlossen:
· ArKoS (Architektur Kollaborativer Szenarien)
· ATHENA (Advandced Technologies for Interoperability of Heterogeneous Enterprise Networks and their Applications)
· COMMIUS (Community-based Interoperability for Utility for SMEs)
· eJustice (eJustice - Towards a Global Security and Visibility Framework for Justice in Europe)
· INTEROP (NoE INTEROP)
· m:Ciudad (A Metropolis for Ubiquitous Services)
· P2E2 (Peer-to-Peer Enterprise Environment)
· R4eGov (Towards e-Administration in the Large)
· SHAPE (Semantically-enabled Heterogeneous service Architecture)
· SmartTruck (Infrastruktur für Dezentrale und Dynamische Tourenplanung)
· VIDE (Visualize all Model Driven Development)
Die Projektgruppe verfolgt vorrangig eine anwendungsorientierte Prototypenforschung. Es ist daher das Ziel jeden Projekts Demonstratoren zu entwickeln, durch die das Konzept des jeweiligen Projekts bereits praktisch umgesetzt wird und so direkt getestet werden kann. Es folgt eine kurze Darstellung der Demonstratoren, die kürzlich in der BIT-Gruppe entwickelt wurden:
- VPD/GPD Tool – Interne mit unternehmensübergreifenden Geschäftsprozessen verbinden
Mithilfe des VPD Prototyps können Unternehmen öffentliche Sichten auf ihre internen Geschäftsprozess- und Organisationsmodelle bilden. Diese Sichten repräsentieren die Schnittstelle des Unternehmens und können so an andere Unternehmen kommuniziert werden, um organisationsübergreifende Prozesse abzustimmen. Komplementär zu dieser Funktion, kann das GPD Tool die öffentlichen Sichten verschiedener Unternehmen zu einem zusammenhängenden, organisationsübergreifenden Prozess verbinden. Die Tools unterstützen Ereignis-gesteuerte Prozessketten (EPK), BPMN und ein XML-basiertes Format zur Speicherung von Organisationsmodellen (OSML). Die in dem EU-Projekt ATHENA begonnenen Arbeiten am VPD/GPD Prototyp wurden im R4eGov-Projekt vervollständigt.
- CPC/CPM Tool – Monitoring und Controlling von organisationsübergreifenden Geschäftsprozessen
Das CPC/CPM Tool wurde im R4eGov-Projekt entwickelt und baut auf dem Output des VPD/GPD Tools auf. Das CPM Tool erlaubt beispielsweise Geschäftspartnern das Monitoring eines organisationsübergreifenden Geschäftsprozesses basierend auf den öffentlichen Sichten der (internen) Prozesse. Dadurch hat eine Organisation die Möglichkeit, den Status eines organisationsübergreifenden Prozesses auf ihre internen Prozesse abzubilden, ohne Interna preiszugeben. Das CPC Tool ergänzt diese Abbildung durch Performance-Bewertungen im organisationsübergreifenden Geschäftsprozess. So können beispielsweise Funktionen in privaten und öffentlichen Prozessen mit Durchlaufzeiten versehen werden; sollte eine Funktion im gemeinsamen Prozess diese überschreiten können, bspw. Warnungen an beteiligte Partner gesendet werden.
- VCLL Tool – Multi-Sicht Computation Independent Modeling Tool für MDA-basierte Softwareentwicklung
Das Tool wurde im VIDE-Projekt entwickelt und fokussiert auf die Entwicklung von Geschäftsanwendungen. Hierzu stellt es zwei Verknüpfungen zur MDA bereit: eine Mikrosicht, die das Verhalten einer Anwendung beschreibt, und eine Makrosicht zur Orchestrierung verschiedener Anwendungen. Außerdem realisiert das Tool folgende Funktionen: Anbindung an die Pre-CIM-Ebene (bestehend aus nicht-strukturierten Informationen) durch Modell-zu-Modell Transformationen; Anbindung von verschiedenen binären Mediendateien an CIM-Objekte und Export von Prozessdateien in XPDL 2.0, für die anschließende Ausführung auf Workflow-Engines. Das Tool basiert auf der VIDE CIM Level Language, die BPMN um verschiedene Modellierungssichten (z. B. Daten, Geschäftsregeln und Organisationseinheiten) erweitert.
- CIMFlex Modelling Tool – Erstellung von flexiblen Geschäftsmodellen für MDA-basierte SOA Systementwicklung
Das Tool wurde im SHAPE-Projekt entwickelt und basiert auf dem VCLL Tool. Es wird dazu verwendet, Services und Servicearchitekturen auf der CIM-Ebene zu beschreiben und darauf basierend verschiedene Modell-zu-Modell Transformationen durchzuführen. Das Tool unterstützt das CIMFlex Metamodell, das an die SoaML (der aktuelle Object Management Group Standard für Spezifikation und Design von Services innerhalb einer Service-orientierten Architektur) angelehnt ist. So ist die CIMFlex Sprache ein Mittel für die Integration von Domänenexperten und deren Wissen in der Softwareentwicklung. Die Herausforderung in der CIMFlex-zu-SoaML Transformation besteht in der Generierung von systemrelevanten Konstrukten für SoaML auf der PIM-Ebene, die dem generischen Geschäftskontext auf der CIM-Ebene entsprechen.
- COPA – Collaborative Process Assistant
Das COPA-System unterstützt die Handhabung von emailbasierten, kollaborativen Geschäftsprozessen, indem es technische, semantische und prozessuale Interoperabilität integriert. Der in der BIT-Gruppe entwickelte Prototyp verbindet sich mit bereits existierenden Email-Infrastrukturen (technische Interoperabilität) und basierend auf der semantischen Analyse des Email-Inhaltes (semantische Interoperabilität) generiert der Prototyp kontextsensitive Zusatzinformationen aus Datenbanken und anderen Systemen und gibt Empfehlungen bzgl. weiterer Prozess-Schritte innerhalb des Geschäftsprozesses abhängig vom aktuellen Workflow (prozessuale Interoperabilität). Art und Detailierungsgrad dieser Zusatzinformationen können im Einzelnen durch Nutzung eines einfachen Customizing Tools an die jeweiligen Nutzerwünsche und die konkrete Anwendungsdomäne angepasst werden. Geschäftsprozesse und Workflows sind flexibel ausgelegt, d. h. eine Anpassung durch den Nutzer während des laufenden Geschäftsprozesses wird unterstützt; gleichzeitig erlauben selbstlernende Prozessroutinen eine automatische Adaption des Nutzerverhaltens während des Betriebs des Systems. Diese selbstständige Anpassungsfähigkeit des Prototypen wurde von Forrester Research kürzlich als das „Next Big Thing in BPM“ bezeichnet (Details siehe hier).
Eine Video-Demonstration von COPA finden Sie hier.
- SmartTruck Prototyp ─ Infrastruktur für dezentrale, dynamische Tourenplanungen
Im BMWi-geförderten SmartTruck-Projekt wurde eine intelligente Lösung für die dynamische Tourenplanung entwickelt. Das DFKI war hierbei für die softwareseitige Integration der heterogenen Prozesslandschaft zuständig, die u. a. Tourenplanungssysteme, Verkehrsinformationen, sowie Messaging Provider beinhaltet. Durch SmartTruck sollen die verschiedenen Geschäftsprozesse nahtlos integriert werden und somit insgesamt leichter konfigurierbar sein, um so die Disposition insgesamt auch dynamischer und flexibler zu gestalten. Der SmartTruck Demonstrator visualisiert, wie Prozesse konfiguriert werden und wie durch ereignisgesteuerte Prozesse sichtbare Outputs erzeugt werden können, wie z. B. der aus dem Geschäftsprozess heraus veranlasste Versand einer SMS-Nachricht.
- m:Ciudad Demonstrator ─ Such- und Empfehlungsmaschine für Microservices
Der Demonstrator besteht aus einem mobilen Gerät, welches dem Nutzer die notwendigen Werkzeuge zur Verfügung stellt, um mobile Dienste auf dem Handy zu erstellen. Dem Nutzer werden generische Dienstblöcke, wie z. B. ein Texteingabefeld oder eine Kartenvorlage, angeboten, welche zum gewünschten mobilen Service zusammengesetzt werden können. Außerdem ist es dem Nutzer möglich, solche, von anderen Nutzern erstellte mobile Dienste, auf dem eigenen Handy zu installieren. Im Rahmen dieses Projektes entwickeln wir eine wichtige Back-End Komponente: der Such- und Empfehlungsmaschine. Diese beinhaltet beispielsweise proaktive Empfehlungen von nutzergenerierten mobilen Diensten sowie eine Nutzerschnittstelle, die ein Durchsuchen semantischer Wissensstrukturen ermöglicht. Weiterhin zeigt der Demonstrator wie Feedback bezüglich genutzter mobiler Dienste von Nutzern generiert wird, welche in die Kalkulationsmethoden der Such- und Empfehlungsmechanismen mit einbezogen werden. Zusammengefasst werden also neuartige Methoden für die Suche und Empfehlung von mobilen Diensten demonstriert.
Eine Video-Demonstration von m:Ciudad finden Sie hier
- uRun Demonstrator – Mobiles Assistenzsystem für Läufer
uRun ist eine Applikation für Smartphones, die es ermöglicht Strecken aufzuzeichnen, zu bewerten, zu kommentieren und in der Community zu teilen. Bei der Aufzeichnung einer neuen Strecke wertet uRun das Profil der Strecke aus, um den Trainingsplan des Läufers für das erneute Laufen der Strecke optimal anzupassen. uRun bestimmt während des Laufens die optimale Trainingszone, Laufstrecke und -intervalle für jeden Läufer individuell. Hierzu wertet uRun persönliche Daten, wie Geschlecht, Alter, Gewicht, Größe und Ruhepuls, sowie die Protokolle, z.B. Trainingsverlauf und Leistungen, des Läufers aus. In uRun ist es möglich Lauftreffs, abgestimmt auf Trainingsverlauf und Leistungen des Läufers, zu suchen oder selbständig zu organisieren. uRun unterstützt den Läufer bei der Suche aktiv, durch Vorschläge für passende Laufpartner, Routen und Trainingspläne.
Eine Video-Demonstration von uRun finden Sie hier.
