Agile Prozesse für Wissensarbeit
Wissensarbeitsprozesse unterscheiden sich erheblich von herkömmlichen
Geschäftsprozessen und anderen, vergleichsweise starren administrativen
Prozessen. Letztere können erfolgreich im voraus mit Hilfe von
BPM-Ansätzen modelliert, geplant und ihre Abwicklung durch
Workflow-Managementsysteme unterstützt und teilweise automatisiert
werden. Dagegen sind Wissensarbeitsprozesse hochgradig dynamisch und
ihr Ablauf im voraus nicht detailliert planbar. Planungs- und
Ausführungsaktivitäten wechseln einander kontinuierlich ab und sind
verzahnt mit Aktivitäten, die sich mit Informationssammlung und
Informationserzeugung beschäftigen. Daher erweisen sich die bisherigen
Ansätze für Geschäftsprozess-Orientiertes Wissensmanagement zumeist als
ungeeignet für die Unterstützung agiler Wissensarbeitsprozesse.
Der von uns entwickelte Ansatz zur Unterstützung von agilen
Wissensarbeitsprozessen integriert das Konzept von Ad-hoc-Workflows mit
leicht-gewichtigen Wissensmanagement-Ansätzen. Insbesondere erlaubt der
Ansatz einen fließenden Übergang
- von persönlichen Aufgabenlisten, die um jeweils für eine Aufgabe individuell als nützlich empfundene Informationen und Dokumente angereichert werden können
- über den Austausch von relevanten Informationen, die von anderen Mitarbeitern als nützlich für ähnliche Aufgaben angesehen wurden
- hin zu dem inkrementellen Aufbau einer unternehmensweiten "best practices"-Bibliothek, die Bausteine für etablierte oder empfohlene Vorgehensweisen liefert.
Damit ist es auch während der Durchführung von wissensintensiven
Prozessen möglich, den beteiligten Wissensarbeitern relevante
Informationen aufgabenspezifisch und proaktiv zur Verfügung zu stellen,
sowie weitere Vorteile des Prozess-Orientierten Wissensmanagements auch
für agile Wissensarbeitsprozessen zu nutzen (siehe auch POWM-Kompetenz).
Ansprechpartner
Dr. Heiko Maus
