Artikelaktionen
Deutsch English

Ontologien

"People can't share knowledge if they don't speak a common language."
(Tom Davenport, Lawrence Prusak: Working Knowledge)

Ontologien stellen in Wissensmanagement-Systemen ein Vokabular für den Austausch von Wissen zwischen verschiedenen IT-Systemen sowie zwischen Systemen und Anwendern zur Verfügung.Ontologien sind Repräsentationen (oder Modelle) relevanter Ausschnitte eines Gegenstandsbereiches, die nicht ausschließlich aus den Erfordernissen einer speziellen Applikation geprägt sind, sondern von verschiedenen Anwendern und Anwendungen gleichermassen nutzbar sind.

Bei der Erstellung einer Ontologie wird ein Gegenstandsbereich formalisiert, um einerseits sicherzustellen, dass die verwendeten Konzepte tatsächlich genügend gleich verstanden werden (Genauigkeit der Definition), zum anderen können formale Modelle verwendet werden, um intelligentere Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen.

Da Ontologien sehr wertvolles Wissen darstellen, weil es für viele Personen und Anwendungen nutzbar ist, andererseits eine hohe Formalisierung aber auch aufwendig sein kann, ist die Wahl eines jeweils optimalen Formalisierungsgrades (vom festen Vokabular über einfache Taxonomien und semantische Netze zu reichhaltigeren Web-Sprachen wie OWL) wesentlich.

Der Forschungsbereich Wissensmanagement des DFKI bearbeitet die folgenden Fragestellungen, die bei der Nutzung von Ontologie-Technologie wesentlich sind:

  • Ontologie-Infrastruktur: Repräsentationssprachen, verteilte Ontologie-Services auf Basis von Semantic Web oder    Agententechnologie
  • Aufbau von Ontologien: Methodiken und Werkzeuge für Aufbau und Wartung von Ontologien; Nutzung von Wissensstrukturen auf dem individuellen Arbeitsplatz zur Wartung von Unternehmensontologien
  • Integration von Ontologien: Semi-automatisches Entdecken von Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Ontologien
  •  Nutzung von Ontologien in Wissensmanagement-Systemen:
    • zur Unterstützung von Wissensvisualisierung und zur Portalstrukturierung
    • als Hintergrundwissen für die Suche von Dokumenten und anderen Informationsobjekten
    • zur Spezifikation von auf die Personen oder Aufgaben angepassten Informationsbedürfnissen
    • als Basis für die Integration von Informationen aus heterogenen Quellen
  • Evaluation von ontologiebasierten Wissensmanagement-Systemen


Die im Bereich entwickelten Systeme und Prototypen zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass Ontologien zu Modellen des dynamischen Verhaltens (Geschäftsprozesse, Wissensarbeitsprozesse) in Verbindung gesetzt werden und damit Wissen situationsspezifisch und personalisiert bereitgestellt und letztlich verwertbar gemacht werden kann.

Weiterführende Informationen