Proceedings-Artikel

OpenIndoorMap - Erfassung von InnenrÀumen mittels Smartphone

Frederic Kerber; Florian Daiber; Antonio Krüger
In: Tagungsband der Konferenz für Freie und Open Source Software für Geoinformationssysteme 2012. Konferenz für Freie und Open Source Software für Geoinformationssysteme (FOSSGIS-12), March 20-22, Dessau, Germany, Pages 167-174, ISBN 978-3-00-037490-6, FOSSGIS e.V. , 2012.

Abstract

In den vergangenen Jahren erfreut sich das Projekt OpenStreetMap (OSM) wachsender Beliebtheit sowohl auf Seiten der Anwender wie auch der Mapper. Bislang beziehen sich die erfassten Daten fast ausschließlich auf Gebiete im Freien (z.B. Straßendaten). Allerdings könnte von Anwendungen wie Routenplanung oder Navigation auch in InnenrĂ€umen profitiert werden. Da traditionelle Erfassungsmethoden (GPS, Satellitenbilder) in InnenrĂ€umen nicht zuverlĂ€ssig funktionieren, existieren bisher nur wenige GebĂ€ude in OSM, deren innere Strukturen erfasst wurden. Um Erkenntnisse ĂŒber das Interesse an der Erfassung von InnenrĂ€umen zu erlangen, wurde zunĂ€chst eine Online-Umfrage durchgefĂŒhrt, in der das Projekt vorgestellt wurde. Im Zuge dessen wurde unter anderem auch erfragt, ob die Teilnehmer bereit wĂ€ren, an einem entsprechenden Projekt mitzuarbeiten. Damit dies realisiert werden kann, bedarf es Methoden zur Innenraumerfassung, die intuitiv nutzbar sind. Um eine Vielzahl von Nutzern ansprechen zu können, sollten diese AnsĂ€tze ohne spezielle und unter UmstĂ€nden teure Hardware realisierbar sein. Moderne Smartphones, die mit einer Vielzahl von Sensoren (z.B. Kompass, Beschleunigungssensor, Kamera) ausgestattet sind, finden zunehmend Verbreitung. Es werden zwei Smartphone-gestĂŒtzte Verfahren vorgestellt, die eine Erfassung von InnenrĂ€umen ermöglichen und so ein OpenIndoorMap (OIM) realisierbar machen. Der erste Ansatz nutzt Sensordaten, um die Bewegungen des Nutzers mitzuverfolgen. Dies erlaubt die Erfassung des Grundrisses einzelner RĂ€ume bzw. des gesamten GebĂ€udes. Dieser kann durch Zusatzeingaben wĂ€hrend der Erfassung (z.B. Position von TĂŒren) ergĂ€nzt werden. Der zweite Ansatz erlaubt eine Vermessung von InnenrĂ€umen mittels KameraunterstĂŒtzung und Neigungsbestimmung des Smartphones. Zur Erfassung muss der Nutzer lediglich mit einem Zielkreuz im Kamerabild die Ecken des Raumes anpeilen, um die Raumdimensionen zu ermitteln. WĂ€hrend der erste Ansatz eine schnelle, aber grobe Erfassung ermöglicht, bietet der zweite Ansatz auch dann gute Ergebnisse, wenn Teile des Raumes verstellt sind (z.B. durch SchrĂ€nke). Eine höhere Genauigkeit wird erzielt, da die Erfassung mittels Anpeilung der Raumecken an der Decke ermöglicht wird. Die beiden vorgestellten Verfahren ermöglichen so ein Mapping von InnenrĂ€umen, ohne auf externe Systeme wie GPS oder eine Instrumentierung der Umgebung angewiesen zu sein.

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