Bremen Ambient Assisted Living Laboratory - BAALL

Das Bremen Ambient Assisted Living Lab ist eine 60 m² große alters- und behindertengerechte Wohnung in den Projekträumen des Forschungsbereichs Cyber-Physical Systems des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz am Standort Bremen im Cartesium, in Kooperation mit der Universität Bremen im EU-Projekt SHARE-it und im SFB/TR8 Spatial Cognition der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bremen Ambient Assisted Living Laboratory
Bremen Ambient Assisted Living Laboratory
Foto: David Schikora/DFKI GmbH

Bremen Ambient Assisted Living Laboratory - Detailed View App
Bremen Ambient Assisted Living Laboratory - App Detailansicht
Foto: David Schikora/DFKI GmbH

 

Aktiv ihre Zukunft planende Menschen, die Senioren in spe, sollen sich in einer möglichst frühen Lebensphase eine ansprechende Wohnsituation gestalten, in der sie später möglichst lange wohnen können. Sie werden über bauliche und technologische Chancen, die selbstbestimmtes Wohnen mit Lebensqualität verbinden, informiert. BAALL motiviert zur persönlichen Auseinandersetzung, indem Möglichkeiten und Handlungsspielräume konkret erfahrbar und anschaulich erlebbar werden. Das Living Lab ist so ausgelegt, dass ein Probewohnen möglich wird, um konkrete Erfahrungswerte zu sammeln.

 

Die Anmutung von BAALL ist die eines Apartments der gehobenen Klasse; die Technik ist unaufdringlich integriert, wenn überhaupt sichtbar. Die Fragestellung ist, welche Infrastruktur für eine in Zukunft eventuell benötigte technische Assistenz schon heute realisiert werden sollte, um eine spätere schrittweise, bedarfsgerechte Nachrüstung ohne größere Umbau- oder Anpassungsmaßnahmen realisieren zu können. Es gilt daher, Szenarien für das Wohnen mit verschiedenen altersbedingten physischen und kognitiven Einschränkungen zu antizipieren und deren Kompensationsmöglichkeiten durch Assistenz zu planen. Die technische Voraussetzung dafür ist die Interoperabilität der Geräte sowie ihre nachhaltige Standardisierung.

 

Sehr wichtig ist es, im BAALL die Alltagstauglichkeit der AAL-Assistenzsysteme in der Realität überprüfen zu können. Hierzu arbeitet das BAALL-Team mit Kliniken und Anwenderverbänden zusammen. Neben der Demonstration der Kooperation mit seinen Partnern aus Forschung und Industrie und den von ihnen entwickelten Produkten liegt der Fokus auf der Entwicklung innovativer Aspekte, durch die sich das BAALL von anderen AAL-Forschungs-Wohnungen in Deutschland unterscheidet.

     * An erster Stelle steht hier die Mobilitäts-Assistenz durch den Bremer "Intelligenten Rollstuhl" (Xeno, Otto Bock) sowie den IntelligentWalker; Rollstuhl und Rollator sind mit Sensorik und Aktorik ergänzt, um den Nutzer beim sicheren Fahren (Bremsen, automatisch Ausweichen) und bei der Navigation zu bekannten Zielen zu unterstützen.

    * Bei Systemen zur Umgebungsassistenz wird die Erhöhung der Interoperabilität und Sicherheit untersucht, beispielsweise zuzüglich der Gebäudeautomation. Ferner werden höhere Dienste zur Interaktion mit intelligenten Haushaltsgeräten und Möbeln (Küchenzeile, Kühlschrank, Schiebetüren, Kleiderschrank, Bett,...) realisiert.

    * Sowohl bei Systemen zur Mobilitäts- als auch Umgebungsassistenz wird die natürliche Interaktion mit den Nutzern groß geschrieben, realisiert durch Spezialgeräte zur Kompensation spezieller Einschränkungen, vor allem aber durch die herausgehobene Bedeutung des gesprochenen Dialogs.

 

Entwickelt wurde das BAALL unter Leitung von Prof. Dr. Bernd Krieg-Brückner in Kooperation mit der Universität Bremen im EU-Projekt SHARE-it sowie im SFB/TR8 Spatial Cognition der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Seit Februar 2014 leitet  Dr.-Ing. Serge Autexier das BAALL.

 

 

Weitere Informationen:

http://www-cps.hb.dfki.de/research/baall