Microsoft erwirbt DFKI Gesellschaftsanteil - Statement von Prof. Dr. Dr.h.c.mult. Wolfgang Wahlster

Es gilt das gesprochene Wort, Saarbrücken, 9.11.05, 12:45 Uhr, DFKI, Saarbrücken




Sehr geehrte Damen und Herren,

das DFKI ist eine gemeinnützige Public-Private-Partnership mit Großunternehmen, Mittelständlern, den Ländern Rheinland Pfalz und Saarland als Gesellschaftern einer GmbH und dem BMBF als wichtigem Projektförderer. Heute möchten wir Ihnen Microsoft als neuen Gesellschafter präsentieren.

Für das DFKI ist Microsoft als Kooperations- und Projektpartner eine ideale Ergänzung zum bisherigen Gesellschafterkreis. DFKI- Innovationen können dank des Microsoft Know-hows noch stärker in Richtung marktfähige Produkte und Dienste entwickelt werden. Gemeinsame Interessensgebiete sind mannigfaltig und Projektideen werden evaluiert. Wir sind sehr stolz darauf, dass sich Microsoft entschieden hat, mit dem DFKI diese Innovationspartnerschaft einzugehen.

Natürlich evaluieren wir zurzeit mögliche gemeinsame Themen und Projekte und selbstverständlich werden wir Sie weiter über Ergebnisse dieser Zusammenarbeit informieren - bitte haben Sie Verständnis, dass öffentliche Projekte zu Beginn, Industrieergebnisse zur Fertigstellung präsentiert werden bzw. dann, wenn Ergebnisse im Interesse der Unternehmen, der Kunden, der Benutzer getestet sind und lieferbereit vorliegen und Patente gesichert sind. Deshalb werden wir aktuell in die inhaltlichen Aspekte der Zusammenarbeit nicht einsteigen können.

Ich hatte die Gelegenheit sowohl mit Bill Gates als Gründer und Steve Ballmer, dem CEO von Microsoft, in diesem Jahr persönlich zu sprechen. Dabei haben wir uns über Zukunftsthemen der IT-Industrie ausgetauscht. Dazu zählen natürlich Themen wie IT-Sicherheit, in denen Euopa eine besondere Expertise hat.

Es ist - und das möchte ich betonen - der Erwerb des DFKI-Gesellschaftsanteils durch Microsoft eine weitere Bestätigung der hohen Aktualität und industriellen Relevanz der Forschungsthemen des DFKI.

Heute fand in unserem Haus die DFKI-Aufsichtsratssitzung statt, an der auch die neuen oder noch jungen Gesellschafter wie Bertelsmann, die Deutsche Telekom und natürlich auch Microsoft teilgenommen haben. Wir hatten ein umfangreiches Programm und ich möchte auf einige Ergebnise eingehen:

Microsoft konnten wir als neuen Gesellschafter begrüssen und zusammen haben wir uns darauf geeinigt, drei neue, zusätzliche Gesellschafteranteile zu schaffen, da derzeit weitere bedeutende Unternehmen aus der Logistik, der Raumfahrt und der Automobilindustrie gerne noch DFKI-Gesellschafter werden wollen. D.h. wir werden bald weitere Gesellschafter im DFKI haben und so unsere starken Partnerschaften ergänzen. Das ist für das DFKI, unsere Gesellschafter und unsere Kunden wichtig, denn das DFKI ist ein Informationsradar und internationaler Trendsetter:

Wir stimmen unsere Roadmaps, unsere Forschungshorizonte, unsere Anwendungsszenarien mit unseren Gesellschaftern ab und berücksichtigen dabei Ergebnisse der nationalen, der europäischen und der weltweiten innovationsgetriebenen Informatik-Forschung, aber auch vergleichende Benutzerstudien, die wir selber durchführen. Der Dialog mit dem DFKI ermöglicht inhaltlich einen Überblick zu aktuellen Innovationstrends und Forschungsergebnissen, die das "digitale Leben" und die Mensch-Technik-Interaktion beeinflussen werden.

Die Forschungsbereichsleiter des DFKI sitzen mit Stimme und Einfluss in den weltweit wichtigsten Beratungs- und Entscheidungsgremien zu Fragen der Softwareforschung und -entwicklung. Ich selber berate die japanische, die französische, die schwedische, die italienische und die kanadische Regierung zur IT-Forschungsstrategie und bin Mitglied in der deutschen Initiative "Partner für Innovation", die seit Anfang 2004 sehr intensiv und sehr ergebnisreich gearbeitet hat. Das nächste Treffen der Initiative ist auf Einladung der Bundesregierung für den 12. Dezember angesetzt und wird die Impulse aufgreifen und verstärken. Zusammen mit Telekom und Microsoft habe ich hier das Thema "Vernetzte Welten" vorangetrieben.

Im Jahr 2006 werden wir für das DFKI in Kaiserslautern ein neues Gebäude bauen und beziehen und werden die Attraktivität des DFKI-Standortes Kaiserslautern für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter weiter ausbauen.

Wir werden 2006 aber auch ein neues Forschungslabor in Bremen eröffnen. Dazu gab es in der letzten Zeit schon verschiedene Spekulationen in der Presse. Ich erhielt zu Beginn dieser Woche die Freigabe für die notwendigen Investitionen des Landes Bremen von 1,3 Mio Euro durch die Bremer Wissenschaftsdeputation. Der DFKI-Aufsichtsrat gab auf dieser Basis grünes Licht für die Erweiterung unserer Aktivitäten mit dem neuen DFKI-Forschungslabor in Bremen. Themen, die wir dort bearbeiten, sind die Unterwasser- und Weltraumrobotik sowie sichere kognitive Systeme. Die Laborgründung institutionalisiert eine langjährige Zusammenarbeit zwischen der Universität Bremen und dem DFKI.

Abschliessend ein vorweg genommener Rückblick auf das Jahr 2005. Mit der Telekom, Bertelsmann und Microsoft haben wir in den letzten zwei Jahren drei neue, wichtige und starke Innovationspartnerschaften. Das DFKI selber entwickelt sich auch in Bezug auf Auftragslage, Mitarbeiter und Umsatz äußerst positiv: Wir erwarten für 2005 einen Umsatz von 20 Mio. Euro und eine durchschnittliche Anzahl von mehr als 200 Mitarbeitern.

Ich freue mich über Ihr Interesse, bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und stehe jetzt gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.

Wolfgang Wahlster


DFKI-Pressekontakt:

Reinhard Karger, M.A.
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Stuhlsatzenhausweg 3
D-66123 Saarbrücken
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