DFKI-Technologie im KonzernForum der Autostadt
Virtuelle „Menschen“ helfen beim Auto Puzzle und erläutern
Technikinnovationen. Am Montag, den 24. April 2006, wurden in der
Autostadt des Volkswagen Konzerns drei neue Inszenierungen im
KonzernForum eröffnet. Ein Highlight dieser neuen Exponate ist die vom
Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
entwickelte innovative Attraktion „Virtuelle Konstruktionsassistenten“.
Die Installation „Virtuelle Konstruktionsassistenten“ bietet
den Besuchern der Autostadt ein beeindruckendes, nachhaltiges
Interaktionserlebnis mit zwei photorealistischen virtuellen
Charakteren, Jara und Taron. Mit zehn Autoteilen im Maßstab 1:5,5 und
fünf Positionen auf einem Konstruktionstisch können die Besucher der
Autostadt unter der fachkundigen Anleitung von zwei virtuellen
Charakteren über 800 000 Varianten eines dreidimensionalen Auto-Puzzles
erzeugen, wobei nur 30 davon als sinnvolle Fahrzeugmodelle zum
Erfolgserlebnis führen.
Die beiden virtuellen Charaktere Jara und Taron kommentieren
gemeinsam die Konstruktionsschritte des Besuchers in einer lebensgroßen
Projektion. Sie helfen dem Besucher durch gezielte Hinweise beim
Zusammenbau einer neuen Modellvariante. Zusätzlich zu den
Konstruktionshilfen erklären die virtuellen Autospezialisten auch
neueste Forschungsresultate zu Fahrerassistenzsystemen und erläutern
bei passender Gelegenheit Konzepte zur Erhöhung der Unfallsicherheit.
Faszinierend sind die Möglichkeiten zur Selbsterklärung der virtuellen
Menschen, wenn diese ihre Sprach- und Graphiksoftware, die ihnen das
Leben einhaucht, verständlich machen. Besucher haben somit das Gefühl,
dass die beiden virtuellen Charaktere Jara und Taron sie beobachten,
folgen, ihre Aktionen verstehen und kommentieren. Als ausgewiesene
Experten geben sie Hilfestellung abhängig vom Konstruktionszustand,
erläutern die Forschung und Technik in der Automobilindustrie und
motivieren die Besucher weiterzumachen.
„Die komplexe Kombination neuster RFID-Technologie zur
automatischen Situationserkennung, die darauf abgestimmten
Echzeitanimation virtueller Menschen mit koordinierter Sprachsynthese
stellt zusammen mit der situationsabhängigen Dialogplanung zur
spielerischen Wissensvermittlung über innovative Automobiltechnologien
eine Weltneuheit auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz dar. Diese
interaktive Installation, die von drei Computern parallel gesteuert
wird, schafft eine neue Dimension des intelligenten Edutainment. Wir
sind stolz darauf, dass wir diese Innovation im Edutainment auf der
Basis unserer neuesten Forschungsergebnisse zur Künstlichen Intelligenz
für die Autostadt entwickeln konnten und heute als Attraktion im neuen
Knowledge Gate in Betrieb nehmen können“, erklärte Professor Wolfgang
Wahlster, der Chef des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche
Intelligenz.
„Neuartig an diesem hochkomplexen KI-System ist im Gegensatz
zu den bisherigen virtuellen Menschen in Filmproduktionen oder
Computerspielen, dass unsere virtuellen Charaktere Jara und Taron sich
nicht nach einem festen Drehbuch immer gleich verhalten, sondern mit
ihren Dialogbeiträgen, ihrer Gestik und Mimik intelligent auf das
Verhalten der Besucher reagieren und dabei sogar das aktuelle Wetter,
den Wochentag und die Tageszeit berücksichtigen - auf diese Weise
werden sie zu interessanten Kommunikationspartnern und nie langweilig.
Erstmals haben wir dabei die innovative RFID-Technologie nicht wie
bisher zur Logistik, sondern zur Steuerung virtueller Menschen
genutzt“, erläutert Professor Wahlster vom DFKI, dem weltweit größten
Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken,
Kaiserslautern und Bremen.
Mit Hilfe von Jara und Taron wird die Fachabteilung „Forschung
und Entwicklung“ des Volkswagen-Konzerns präsentiert. Hierzu gehen die
beiden virtuellen Charaktere von der Konstruktion aus, um den Besuchern
Themen der aktuellen Forschung in der Automobilindustrie zu erklären.
Darüber hinaus übernehmen Jara und Taron die Aufgabe, die in dem
Exponat eingesetzte Technologie zu erklären, u.a. wie sie selbst
konzipiert wurden und wie sie „funktionieren“.
Partner des DFKI in diesem Projekt waren u.a.: Charamel GmbH
(http://www.charamel.de) für das Design der beiden virtuellen
Charaktere und ihrer virtuellen Umgebung sowie die Universität Augsburg
(Lehrstuhl für Multimedia-Konzepte und Anwendungen,
http://mm-werkstatt.informatik.uni-augsburg.de/) für das Modul für
Erkennung der Besucheran- und –abwesenheit.
Mit der Autostadt (www.autostadt.de) präsentiert sich der Volkswagen
Konzern an seinem Stammsitz in Wolfsburg als weltoffenes und
kundenorientiertes Unternehmen. In dem Themenpark kann sich der
Besucher einen Eindruck vom Know-how, der Leistungsfähigkeit und den
Werten dieses dynamisch handelnden Weltkonzerns verschaffen. Die
Autostadt führt die Besucher in eine neue Welt der Automobilität. Sie
zeigt aktuelle Entwicklungen aus Technik und Design und lässt die
Besucher teilhaben an den Visionen eines Weltkonzerns.
Informationen über das DFKI finden Sie auch im aktuellen DFKI-Newsletter unter:
http://www.dfki.de/newsletter/NL17/pdf/DFKI_Newsletter_17.pdf
Für hochbegabte Wissenschaftler wirkt das DFKI als Sprungbrett
für eine Karriere als Unternehmensgründer, Industrieforscher oder
Hochschullehrer. Seit Anfang 2004 ist das DFKI "Partner für
Innovation". Organisiert als Public-Private-Partnership ist das DFKI
mit Sitz in Kaiserslautern, Saarbrücken und (seit 2006) Bremen eine
gemeinnützige GmbH. Die Industrie hat die Mehrheit im Aufsichtsrat.
Siemens war Gründungsgesellschafter, DaimlerChrysler, SAP, IDS Scheer,
die Deutsche Telekom, Bertelsmann und Microsoft sind wichtige
Innovationspartner. Ohne staatliche Grundfinanzierung, durch reine
Auftrags- und Projektforschung hat sich das DFKI seit der Gründung 1988
zum weltweit größten Zentrum für intelligente Softwaretechnologien auf
der Basis von Methoden der Künstlichen Intelligenz entwickelt mit
aktuell über 220 Mitarbeitern und einem Finanzvolumen von ca. 19 Mio.
Euro in 2005.
DFKI-Kontakt:
Dr. Alassane Ndiaye
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Stuhlsatzenhausweg 3, Geb. 3.2
D-66123 Saarbrücken, Germany
Tel.: +49 681-302 5296
email: ndiaye@dfki.de
DFKI-Pressekontakt:
Reinhard Karger, M.A.
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Stuhlsatzenhausweg 3, Geb. D 3.2
D-66123 Saarbrücken
Tel.: +49 681-302 5253, Fax: +49 681-302 5341
email: reinhard.karger@dfki.de
Internet: http://www.dfki.de
Bilder in druckfähiger Qualität:
Prof. Wahlster, Dr. Ndiaye
Prof. Wahlster
