Eröffnung DFKI-Labor Bremen
Das Land Bremen und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördern die Einrichtung eines neuen Labors des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Die festliche Eröffnung des DFKI-Labors Bremen findet am 27. Februar 2006 in der Oberen Rathaushalle des Bremer Rathauses statt.
Das neue DFKI-Labor in Bremen wird als drittes Standbein des DFKI -
neben den Standorten Saarbrücken und Kaiserslautern - seinen
Schwerpunkt auf „Robotik" (Leitung Prof. Dr. Frank Kirchner) und
"Sichere Kognitive Systeme" (Leitung Prof. Dr. Bernd Krieg-Brückner)
legen. Sprecher des neuen DFKI-Labors ist Prof. Kirchner. Das Land
Bremen unterstützt diese Maßnahme mit jährlich 1,3 Mio. Euro; ab 2008
wird auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das
DFKI-Labor Bremen mit 1,3 Mio. Euro fördern.
„Aufgrund der anspruchsvollen Zielsetzungen des DFKI und der
Forschungspolitik des Landes passt das DFKI-Labor hervorragend nach
Bremen“, erklärt Senator Willi Lemke. „Im Durchschnitt haben die
wissenschaftlichen Institute des Landes Bremen einen Drittmittelanteil
in Höhe von 70 %. Auf diese Weise ist es gelungen, den Gesamtumsatz der
bremischen FuE-Institute außerhalb der Universität auf 38 Mio. Euro
p.a. zu steigern. Ich bin aber schon jetzt davon überzeugt, dass das
DFKI-Labor zu einer erheblichen, weiteren Steigerung beitragen wird“,
so der Senator bei der Festveranstaltung. Prof. Dr. Wilfried Müller,
Rektor der Universität Bremen, ergänzt: „Dass Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler der Universität Bremen exzellente Forscher sind, ist
jüngst wieder im Zusammenhang mit der Exzellenzinitiative eindrucksvoll
bestätigt worden. Ein weiteres Beispiel, dass das hohe
wissenschaftliche Niveau der Bremer Wissenschaften belegt, ist auch die
Eröffnung des DFKI-Labors an der Universität.“
Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF,
stellt das neue DFKI-Labor in Bremen in den Zusammenhang der
Lissabon-Stategie: „Die neue Bundesregierung wird in den
Bundeshaushalten 2006 bis 2009 zusätzlich 6 Mrd. Euro für Forschung und
Entwicklung bereitstellen. Das BMBF erhält davon einen Anteil von
insgesamt 4 Mrd. Euro, und die Vorbereitungen zur Bereitstellung
nennenswerter zusätzlicher Gelder für die Forschung bereits in 2006
sind gerade in einer intensiven Phase.“ Dabei werden die flexibleren
Förderinstrumente intensiver eingesetzt, Staatssekretär Rachel: „Das
BMBF will die zusätzlichen Mittel u. a. zu einer deutlichen Stärkung
der Projektförderung einsetzen.“ Das ist vorteilhaft für das DFKI, das
über keine Grundfinanzierung verfügt und Projekte im freien Wettbewerb
akquiriert. Der Arbeitsschwerpunkt der Robotik-Gruppe im DFKI-Labor
Bremen liegt auf der Forschung, Technologieentwicklung und dem
anwendungsbezogenen Einsatz von intelligenten, kognitiv adäquaten
Robotersystemen sowie komplexen, integrierten Gesamtsystemen. Das BMBF,
so Rachel, hält „die Servicerobotik, also die Zusammenarbeit zwischen
Mensch und Roboter, für eines der wichtigsten mittel- bis langfristigen
Forschungsthemen im Bereich der Informationstechnik und der
Mechatronik.“
Das DFKI-Labor Bremen ergänzt die beiden aktuellen Standorte
des DFKI im Saarland und in Rheinland-Pfalz. "Der Informatikstandort
Saarland hat mit dem DFKI in Saarbrücken und Kaiserslautern als
länderübergreifende Public-Private-Partnership in den vergangenen 18
Jahren hervorragende Erfahrungen gemacht", erklärte Susanne Reichrath,
Staatssekretärin im saarländischen Wissenschaftsministerium. "Wir
freuen uns über dieses neue DFKI-Labor im Norden und sehen viele
Brücken für gemeinsame Erfolge: Informatik, Neue Materialien, aber auch
Logistik sind Kernthemen unserer Bundesländer."
Hendrik A. Schaaf, Leiter des Zentralbereichs Technik und
Innovation der Deutschen Telekom AG und Aufsichtsratsvorsitzender des
DFKI, betont die intensive Kooperation der Deutschen Telekom mit dem
DFKI: „ Mit dem DFKI verbindet uns, die Deutsche Telekom, schon seit
vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit in einer ganzen Reihe von
gemeinsamen Projekten: Ob es die gemeinsame engagierte Mitgliedschaft
im Feldafinger Kreis ist oder die Aktivitäten im Impulskreis
,,Vernetzte Welten“ im Rahmen der ,,Partner für Innovation“ der
Bundesregierung. Eine enge Zusammenarbeit gibt es auch zum Thema
"Benutzerschnittstellen", in der Multimediainitiative von Saarland und
Telekom oder beim Thema Sicherheit in Informationstechnologie und
Telekommunikation.“
Prof. Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der Geschäftsführung des
DFKI, sieht das DFKI als einen dynamischen Innovationspartner. „Das
DFKI transformiert Forschungsgeld in Wissen, bleibt aber dabei nicht
stehen, sondern transformiert dieses Wissen dann rasch in Produkte,
Wertschöpfung und letztlich wieder Geld, so dass der Innovationszyklus
von Neuem beginnen kann“, so Prof. Wahlster. „Die Hebelwirkung der
Innovationsförderung ist im DFKI einzigartig: aus einem einzigen Euro,
den eines der Sitzländer dem DFKI gibt, haben wir im Jahr 2005 13 Euro
gemacht.“
„Unsere besondere Aufmerksamkeit in Bremen gilt der
Unterwasser- und Weltraum-Robotik“, erklärt Prof. Dr. Frank Kirchner.
"Für die Erforschung des Weltraums und der Unterwasserwelt werden wir
autonome Fahrzeuge und in Zukunft auch intelligente Roboter entwickeln,
die über einen hohen Grad an Mobilität und Manipulationsfähigkeit sowie
die Fähigkeit verfügen, die untersuchte Welt bzw. die Zusammenhänge
dieser Welt zu erfassen und autonome Handlungsalternativen abzuleiten.“
Aufgrund der in Bremen vorhandenen Kompetenz ist in Ergänzung zu den
anderen DFKI-Standorten vorgesehen, zunächst die drei Geschäftsfelder
Unterwasser-Robotik, Weltraum-Robotik und Robotersysteme in der
Logistik schrittweise aufzubauen und in Kooperation mit den
einschlägigen lokalen und überregionalen Industriepartnern zu
etablieren. Die Forschungsgruppe „Sichere Kognitive Systeme“ baut
sowohl auf den bisherigen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des
Instituts für Sichere Systeme (BISS) an der Universität Bremen wie auf
Ergebnissen aus der Grundlagenforschung im Sonderforschungsbereich
Spatial Cognition auf und verknüpft beide Bereiche zu einem neuen
innovativen Anwendungsfeld.
Ergänzt wird die Festveranstaltung im Rathaus durch
Live-Demonstrationen von Robotik-Anwendungen in den Räumen des neuen
DFKI-Labors Bremen in der Robert Hooke Str.: Roboter, die fliegen,
schwimmen, gehen, klettern, laufen, rollen, fahren.
Für hochbegabte Wissenschaftler wirkt das DFKI als Sprungbrett
für eine Karriere als Unternehmensgründer, Industrieforscher oder
Hochschullehrer. Seit Anfang 2004 ist das DFKI "Partner für
Innovation". Organisiert als Public-Private-Partnership ist das DFKI
mit Sitz in Kaiserslautern, Saarbrücken und jetzt auch in Bremen eine
gemeinnützige GmbH. Die Industrie hat die Mehrheit im Aufsichtsrat.
Siemens war Gründungsgesellschafter, DaimlerChrysler, SAP, IDS Scheer,
die Deutsche Telekom, Bertelsmann und Microsoft sind wichtige
Innovationspartner. Ohne staatliche Grundfinanzierung, durch reine
Auftrags- und Projektforschung hat sich das DFKI seit der Gründung 1988
zum weltweit größten Zentrum für intelligente Softwaretechnologien auf
der Basis von Methoden der Künstlichen Intelligenz entwickelt mit
aktuell über 200 Mitarbeitern und einem Umsatz von ca. 19 Mio. Euro in
2005.
Sprecher DFKI-Labor Bremen: Prof. Dr. Frank Kirchner
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
DFKI-Labor Bremen
Robert Hooke Str. 5
D- 28359 Bremen
Tel.: +49 421 218 8746, Fax: +49 421 218 8751
E-Mail: frank.kirchner@dfki.de
DFKI-Pressekontakt: Reinhard Karger, M.A.
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Stuhlsatzenhausweg 3, Geb. D 3.2
D-66123 Saarbrücken
Tel.: +49 681-302 5253, Fax: +49 681-302 5341
E-Mail: Reinhard.Karger@dfki.de
Internet: http://www.dfki.de
Land Bremen-Pressekontakt: Rainer Gausepohl
Senator für Bildung und Wissenschaft
Rembertiring 8-12
28195 Bremen
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