I2home entwickelt universelles Steuergerät für Haustechnik und Heimelektronik
Den Videorecorder bequem im Zug programmieren, die Klimaanlage bereits auf dem Nachhauseweg auf die gewünschte Temperatur einstellen, abends von zu Hause aus prüfen, ob der Herd der Großeltern wirklich ausgeschaltet und ihre Wohnung verschlossen ist; all das ist heute schon möglich. Allerdings ist die Fernsteuerung von Haustechnik und Unterhaltungselektronik wegen der komplizierten und uneinheitlichen Handhabung der aktuellen Geräte wenigen erfahrenen Experten vorbehalten.
In dem EU-Projekt i2home wird ein universelles, intuitiv bedienbares
Kontroll- und Steuergerät entwickelt, das diese nützliche Technologie
allen zugänglich machen soll. Dabei wurde der Fokus konzeptuell
besonders auf ältere und behinderte Menschen gelegt, die in der Regel
mit moderner Technik wenig vertraut sind oder diese wegen einer
Behinderung nicht bedienen können. Aber gerade diese Benutzer können im
Besonderen von diesen technischen Möglichkeiten profitieren.
Die so genannte Bedienschnittstelle von i2home kann flexibel und
individuell an die jeweiligen Fähigkeiten und Möglichkeiten des Nutzers
angepasst werden. Dabei werden alternative Benutzerschnittstelle mit
unterschiedlichem Funktionsumfang angeboten. Darüber hinaus sind
verschiedene Eingabemodalitäten wie Sprache, (Braille-)Tastatur (für
Blinde) und gestische Eingabe per Touch-Screen sowie mehrere
Ausgabeformen wie Sprache und grafische oder taktile Ausgabe (z.B.
Braille-Display) vorgesehen. Somit lässt sich die Bedienung flexibel
und dynamisch auch an sich ändernde Fähigkeiten eines Nutzers anpassen.
Durch die Möglichkeit mehrere Benutzerprofile zu speichern, kann jedes
Familienmitglied seine individuelle Fernbedienung verwenden.
Zusätzlich zum Steuergerät wird ein intelligentes
Assistenzsystem bereitgestellt, welches Unterstützung bei der Planung
und Durchführung alltäglicher Aufgaben bietet. Beispielsweise wird eine
Erinnerungsfunktion integriert, die Menschen mit Gedächtnisproblemen
etwa per Sprachausgabe an eine tägliche Medikamenteneinnahme erinnert.
Das i2home-System wird in mehreren europäischen Sprachen (u.a. Deutsch,
Englisch, Tschechisch, Spanisch, Schwedisch und Portugiesisch)
verfügbar sein.
Die dynamische Anpassbarkeit der Bedienung an die Fähigkeiten
der Anwender ermöglicht alten und dauerhaft kranken Menschen ein
weitgehend selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in den eigenen
vier Wänden und ermöglicht die aktive Teilnahme an unserer modernen
Informationsgesellschaft. Dies entspricht der Ausrichtung des
EU-Programms "eInclusion", durch das i2home gefördert wird.
Benutzerschnittstellen werden häufig entwickelt, ohne die
Endbenutzer in ausreichendem Maße in den Entwicklungsprozess zu
integrieren. i2home hingegen legt größten Wert auf eine
nutzerzentrierte Entwicklung: von Anfang an über die gesamte Laufzeit
des Projektes hinweg werden Endnutzer aktiv in das Projekt einbezogen.
In der Anfangsphase werden mit Hilfe der Benutzer ihre Anforderungen
ermittelt und in 3 Phasen Benutzertests durchgeführt, um das System zu
optimieren und schließlich zu evaluieren.
Bei der Kommunikation zwischen den i2home-Kontrollgeräten und
den verschiedenen Hausgeräten werden aktuelle Industriestandards wie
der ANSI-Standard ISO/IEC 24752 (in Entwicklung) genutzt. Dadurch
werden teure Speziallösungen vermieden. Vielmehr steht eine wachsende
Anzahl von Mainstream-Produkten kostengünstig zur Verfügung, die mit
Hilfe des i2home-Systems angesteuert werden können. So wird
sichergestellt, dass möglichst viele Nutzer vom i2home-System
profitieren.
Das i2home-Projektkonsortium besteht aus neun Partnern aus
fünf Ländern. Die Czech Technical University (CTU) in Prag wird
untersuchen, welchen Nutzen ältere Menschen aus dem i2home-System
ziehen können und wie für diese Benutzergruppe adäquate
Benutzerschnittstellen gestaltet sein sollten. Das gerontologische
Institut INGEMA (San Sebastián, Spanien) wird entsprechende
Benutzertests mit Alzheimer-Patienten durchführen. Die Anforderungen
und Bedürfnisse kognitiv eingeschränkter Menschen erforscht das
schwedische Behinderteninstitut Hjälpmedelsinstitutet (Stockholm,
Schweden), SBS C-LAB (Paderborn) untersucht, wie intuitive
Benutzerschnittstellen für Personen mit sensorischen und physischen
Einschränkungen entwickelt werden können.
Die technische Umsetzung der Ergebnisse der
benutzerzentrierten Anforderungsanalyse erfolgt durch die Firmen und
Forschungsinstitute Meticube (Coimbra, Portugal), VicomTech (San
Sebastián, Spanien), Access Technologies Group (Pfullingen,
Deutschland), Zentrum für
Graphische Datenverarbeitung - (ZGDV e.V., Darmstadt, Deutschland) und
DFKI.
Das Projekt hat eine Laufzeit von 1.9.06 bis 31.8.09 mit einem
Volumen von 4,9 Mio. Euro. Die Gesamtkoordination liegt beim Deutschen
Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) in
Saarbrücken.
Kontakt
Dr. Jan Alexandersson
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Stuhlsatzenhausweg 3, Geb. 3.2
D-66123 Saarbrücken
Tel: +49 681 302 5347
Email: Jan.Alexandersson@dfki.de
Internet: www.i2home.org
DFKI-Pressekontakt
Reinhard Karger, M.A.
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Stuhlsatzenhausweg 3, Geb. D 3.2
D-66123 Saarbrücken
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Email: Reinhard.Karger@dfki.de
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