"Theater per se" spielt an der Uni Tom Stoppard
Von unserem Mitarbeiter JÜRGEN JAGER
Die Theaterszene an der Saarbrücker Universität ist alles andere als tot In den letzten Wochen spielten bereits "Thunis", "Act" und "EffekTheater" auf der Bühne der Mensa. Zum Abschluß des Semesters nun Tom Stoppards "Rosenkranz und Güldenstein", übersetzt und inszeniert vom "Theater per se". Die Studentengruppe - alles Amateure, die nicht nur Schöngeistiges studieren - hat sich mit Stoppards Verarbeitung von "Hamlet" und "Warten auf Godot" nicht übernommen.
In "Und Rosenkranz und Güldenstein sei'n tot" kommt keiner mit dem Leben davon. Der Titel ist zugleich Schluß des Stückes. Der Befehl des Todes - ironisch mit dem "Wiegen-lied vom Tod" untermalt - macht dem Theater auf der Bühne ein Ende. Dennoch keine absurde Tragödie, die schwer verdaulich ist. Denn der britische Autor zieht alle Register des schwarzen Humors: "running gag" ist ein absurdes Rhetorikspiel bei dem niemand gewinnen kann. Nur Fragen sind erlaubt - Antworten sind Foulspiel und ergeben ein Tor. Sein bitterböser Wortwitz ist unerbittlich: "Alles wird gut! Aber für wie lange noch?" - Dabei bleibt einem das Lachen im Halse stecken...
Alles umsonstDie Darsteller sind Stoppards dramatischem Gegensatz der Protagonisten gewachsen. Güldenstein (Kai Schmieding), der Rationalist, versucht durch wissenschaftliche Logik und rhetorische Sprachspiralen Licht ins Dunkel seiner Existenz zu bringen. Sein Begleiter Rosenkranz (Michael Kipp) eifert ihm darin nach, bringt aber alles durcheinander. Sein kindliches Gemüt ist der absurden Situation schutzlos ausgeliefert Am Ende ist alles umsonst, wartet der Tod.
"Der unglaubliche Textkoloß von über zweieinhalb Stunden verlangt zehn Monate Vorbereitungszeit", so der Regisseur Arnd Christian König. Vor der Premiere wird zwanzig Stunden pro Woche geprobt - und das alles aus reinem Enthusiasmus. "Das Geld ist ziemlich egal, das interessiert gar keinen", so König, der aufgrund seines bevorstehenden Informatik-Examens keine Regie mehr führen wird.
Für die Zukunft gibt es noch keine konkreten Pläne, die Theatergruppe "per se" sucht aber noch weitere Aufführungsorte im Saarland.