Erstes Japanisch-deutsch-französisches KI-Symposium verabschiedet gemeinsames Statement

Welche Potentiale birgt Künstliche Intelligenz, wie verändert sie schon heute unser Leben – und vor welche gesellschaftlichen und ethischen Herausforderungen stellt sie uns? Wie können Deutschland, Frankreich und Japan noch enger zusammenarbeiten, um sich im globalen Wettbewerb noch besser zu behaupten? – Um derartige Fragen zu adressieren, lud das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geführte Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) in Tokyo am 21. und 22. November hochrangige Experten aus Forschung, Politik und Wirtschaft zum ersten Japanisch-Deutsch-Französischen Symposium für Künstliche Intelligenz in die japanische Hauptstadt ein.

Unter dem Titel „Artificial Intelligence – International Research and Applications“ diskutierten mehr als 350 japanische, deutsche und französische Expertinnen und Experten aus Forschungsinstituten, Hochschulen, Politik und Wirtschaft im Rahmen einer prominent besetzten Fachkonferenz über die aktuellen Fragestellungen und Potentiale der Künstlichen Intelligenz. Die interdisziplinäre Veranstaltung zeigte den aktuellen Stand der KI-Technologien und entwarf Zukunftsszenarien im Bereich von nachhaltigen Smart Cities, autonomen Fahrzeugen sowie Innovationen im Bereich der Industrie und Gesundheitsversorgung.

Zur Eröffnung des zweitägigen Symposiums gab Andreas Dengel mit seiner Keynote „Augmented Intelligence – Towards Self-Learning Machines“ einen Impuls hinsichtlich der Möglichkeiten welche künstliche Intelligenz als kognitiver Leistungsverstärker birgt, der die Sinnesfähigkeiten des Menschen erweitern und als co-kreativer Partner agieren kann. Er betonte: "Wir müssen Maßstäbe und Regeln für den KI-Einsatz international festlegen. Ebenso wichtig sind Allianzen, um technologische Standards und Normen zu definieren. Frankreich und Japan sind genau die richtigen Partner, um hierbei im Wettbewerb mit China und den USA zu bestehen.“

Philipp Slusallek leitete als Chair die Session “AI Applications in Mobility and Autonomous Driving” und referierte zum Thema “Understanding the World with AI: Training and Validating Smart Machines Using Synthetic Data”. „Wenn wir KI-Systeme nicht verstehen und verständlich gestalten, können wir auch kein Vertrauen der Gesellschaft in die KI schaffen. Bevor wir Piloten ein Flugzeug fliegen lassen, lassen wir sie auch erst beweisen, dass sie kritische Situationen meistern können“, so Slusallek.

Die Teilnehmenden aus Japan, Frankreich und Deutschland verständigten sich zum Abschluss des Symposiums darauf, in Zukunft noch enger zum Thema KI zusammenzuarbeiten. Um dieses Ziel öffentlich zu bekräftigen, einigten sich die Expertinnen und Experten auf eine gemeinsame Absichtserklärung:

Joint statement of the German, Japanese and French participants on intensified collaboration in AI

On the occasion of the first Japanese French and German Symposium on ArtificialIntelligence, organised by the DWIH Tokyo and the Embassy of France in Japan, the participants from the fields of research, policy, and funding organisations express their willingness to intensify their future collaboration in AI research and innovation.The cooperation will be carried out in the spirit of shared ethical values for the commongood of our societies. At the centre of this collaboration we put a human-centred approach which will set common standards and a joint understanding of the potential of Artificial Intelligence. 

We strongly support the creation and reinforcement of networks of individuals as well as networks of institutions. Based on the respective national strategies of Artificial Intelligence we see the need and the scope for intensified exchange of researchers, ideas and perspectives to face challenges in areas such as health care, mobility, environment, connected industries, or disaster risk reduction. The ultimate aim of Artificial Intelligence is to serve people and contribute to the improvement of the quality of life for the individual as well as for society as a whole.

Tokyo, November 22, 2018

German Research Center for Artificial Intelligence
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz