grippeNET App beobachtet, analysiert und visualisiert die Ausbreitung von Krankheiten

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Jeder kann dazu beitragen, dass Forscher die Ausbreitung von Krankheiten in Zukunft besser verstehen und vorhersagen können. Mit Hilfe der grippeNET App können sich Bürger über Smart Devices beteiligen und wertvolle Informationen zur Ausbreitung und zum Verlauf von Infektionskrankheiten zusammentragen. Im Gegenzug erhalten die Benutzer zeitnahen und verständlich aufbereiteten Einblick in die Daten und deren Analyse.

 

Die App ist Teil des EU-geförderten Forschungsprojekts CIMPLEX, in dem verschiedene Tools entwickelt werden, um die Ausbreitung von Krankheiten und andere Ansteckungsphänomene in komplexen sozialen Systemen zu untersuchen und zu beeinflussen. Hierzu werden großangelegte, realistische und datengetriebene Modelle mit partizipativer Datenerhebung und fortgeschrittene Methoden der Big-Data-Analyse kombiniert. Ein wichtiger Teil ist ein Framework, das umfangreiche Visualisierungsmöglichkeiten für verschiedene Nutzergruppen (Forscher, Entscheidungsträger, Bürger) auf verschiedenen Plattformen (Geräte, Systeme, Medien) bietet.

Die grippeNET App wurde für die Beobachtung von grippeähnlichen Krankheiten entwickelt, ihr Konzept ist aber jederzeit auf andere Krankheiten übertragbar. Sie dient zur Befragung der Schweizer Öffentlichkeit, um grippeähnliche Symptome zu melden und deren Ausbreitung zu analysieren. Die App wurde in Zusammenarbeit mit grippenet.ch entwickelt und dient als erweiterte, mobile Version der Webseite. Grippenet.ch wird von Wissenschaftlern der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich und der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) betrieben und ist Teil von InfluenzaNet, einer europäischen Initiative für wissenschaftliche Bürgerbeteiligung zur Beobachtung Influenza-artiger Krankheiten, die derzeit in elf europäischen Ländern aktiv ist.

Außerdem dient die App bereits als Plattform für Studien in angrenzenden Forschungsgebieten, zum Beispiel auf dem Gebiet der Mensch-Computer-Interaktion. Hier wird untersucht, welche Faktoren für die Motivation zur Teilnahme eine Rolle spielen. Um die Privatsphäre aller Nutzer zu schützen, werden potenziell sensitive Informationen direkt auf dem Smart Phone analysiert und aggregiert. Die Architektur der App wurde zur Zusammenarbeit mit NervousNET konzipiert, einer Plattform für Bürgerbeteiligung mit Fokus auf Schutz der Privatsphäre und verteilter Intelligenz.

In der aktuellen Version ist die Applikation zunächst nur für Android verfügbar und bietet, neben einer Heatmap zur Grippeausbreitung in der Schweiz, Infos und Nachrichten zum Thema Influenza. Benutzer können freiwillig Informationen bereitstellen und an der wöchentlichen Grippeumfrage teilnehmen. Es ist geplant, die grippeNET Plattform zusätzlich in Deutschland und Österreich einzuführen. Die App soll künftig auch auf anderen Plattformen und in weiteren Ländern verfügbar sein. Um weiteren Mehrwert für Benutzer zu schaffen, sind neue Features wie zusätzliche Statistiken und eine persönliche Risikoanalyse in Arbeit.

Stand: Halle 6, Stand B48 


Weitere Informationen
www.cimplex-project.eu
de.grippenet.ch
www.influenzanet.eu
www.nervousnet.ethz.ch


Kontakt
Prof. Paul Lukowicz
Forschungsbereich Eingebettete Intelligenz
E-Mail: Paul.Lukowicz@dfki.de
Tel.: +49 631 20575 4000