iQL - Immersive Quantified Learning Lab

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Das Klassenzimmer der Zukunft – DFKI und TUK eröffnen neues Labor für digitale Lehr- und Lernmethoden. Unser Bildungssystem betrachtet individuelles Lernen als Schlüssel zu einer modernen und integrativen Gesellschaft. Trotzdem berücksichtigen die heutigen Lernumgebungen die dafür notwendigen adaptiven Lernprozesse nur sehr begrenzt.

Gemeinsam mit der AG Didaktik der Physik an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) unter Leitung von Prof. Dr. Jochen Kuhn hat das DFKI ein neues Living Lab eröffnet, in dem - in Kooperation mit Schulen, Hochschulen und Unternehmen - Technologien für neue Lehr- und Lernmethoden entwickelt und erprobt werden. Das „Immersive Quantified Learning Lab“ (iQL) versteht sich als Ideen- und Prototypen-Werkstatt für das Lernen der Zukunft und verknüpft Mensch und Computer zu einer intelligenten Kreativplattform.

Im iQL werden verschiedene Technologien, beispielsweise Eye-Tracking oder Augmented Reality eingesetzt. Untersucht wird, wie diese in Lern- und Arbeitsszenarien sinnvoll angewendet werden können. Gewonnene Analysedaten dienen der Diagnose von Lernzuständen und -fortschritten und kognitiven Zuständen der Probanden. So lässt sich zum Beispiel durch die Messung der Gesichtstemperatur mittels Infrarotkameras die Belastung von Lernenden feststellen. Die Kombination solcher Datenquellen mit intelligenten Algorithmen, wie Deep Learning-Verfahren, ermöglicht völlig neue Einblicke in individuelle und gruppendynamische Lernprozesse. Aus diesen lassen sich Handlungsempfehlungen für Lehrende ableiten.

In dem neuen Labor können Lernende neben augmentierten Experimenten zudem mit virtuellen Objekten wie 3D-Modellen interagieren und anschaulich Wissen erwerben. So können sich mehrere Schülerinnen und Schüler gleichzeitig mit einem Objekt beschäftigen. Mit neuartigen Interaktionsmöglichkeiten lassen sich digitale „Lehrbücher" intuitiv steuern oder durchsuchen. Mit Stiften oder Fingern können Notizen zu den Lerninhalten ergänzt werden. Ein Smartboard bietet Lehrkräften darüber hinaus die Möglichkeit, digitale Informationen mit einer einfachen Geste direkt mit einem, mehreren oder allen Schülerinnen und Schülern zu teilen.

Ein weiterer Schwerpunkt im iQL ist die Analyse des Lernverhaltens von Probanden mit unterschiedlichem sprachlichen und kulturellen Hintergrund. Deshalb werden im engen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus Japan gemeinsame Lernexperimente entwickelt und in einem vergleichbaren Lernlabor an der Osaka Prefecture University untersucht.

Bei der „Nacht, die Wissen schafft“, am 13. April in Kaiserslautern wurde das iQL-Lab erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Rheinland-Pfalz, überzeugte sich dabei von dem innovativen Ansatz.

Auf der CEBIT 2018 in Hannover zeigen die iQL-Wissenschaftler auf dem Stand des DFKI (Halle 27, Stand F62), wie Eye-Tracker oder Augmented Reality in Lern- und Arbeitsszenarien verwendet werden können. Anhand verschiedener Demonstratoren aus dem Labor lassen sich dann die neusten Sensortechnologien selbst erleben und geben einen Einblick in die Zukunft des Lernens.

 

Weitere Informationen
www.iql-lab.de

Kontakt
Prof. Dr. Andreas Dengel
Standortleiter DFKI Kaiserslautern
E-Mail: Andreas.Dengel@dfki.de
Tel.: +49 631 20575 1010