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Institut für Wirtschaftsinformatik

Business Integration Technologies


Die Projektgruppe Business Integration Technologies verfolgt das Ziel innovative Forschung zu betreiben. Aufgedeckt werden sollen Themen, die in der Zukunft eine st√§rkere Rolle im Bereich der angewandten Wirtschaftsinformatik spielen. Die Forschungsfelder der Gruppe umfassen das Management kollaborativer Gesch√§ftsprozesse, Business Applications Engineering, Empfehlungssysteme f√ľr Prozesse und Services, dynamische Business-√Ėkosysteme und Gesch√§ftsmodellforschung. Durch den Wandel der Forschungsfelder in den letzten Jahren dominieren nicht mehr nur Organisationsthemen wie GPM und ERP, heute steht der Mitarbeiter als kritischer Erfolgsfaktor im Fokus. Diese thematische Verschiebung zeichnet sich nicht nur in aktuellen, sondern auch in geplanten Projekten der Gruppe ab. Eine √úbersicht √ľber laufende sowie abgeschlossene Projekte erfolgt weiter unten auf dieser Seite.

 

Leiter der Projektgruppe Business Integration Technologies ist Dr. Dirk Werth. Zuvor trug er die Verantwortung f√ľr ein Competence Center, welches er mit gegr√ľndet und aufgebaut hat. Dar√ľber hinaus √ľbte er verschiedene Funktionen als Projektleiter und Gesamtprojektkoordinator in nationalen und europ√§ischen Forschungsprojekten sowie in Industrieprojekten aus. Neben seinen Aufgaben am DFKI h√§lt er einen Vorlesungskanon √ľber ERP-Systeme und betriebliche Anwendungen an der Universit√§t des Saarlandes. Er promovierte mit einer mehrfach ausgezeichneten Arbeit bei Prof. Dr. Dr. h.c. mult. August Wilhelm Scheer √ľber kollaborative Gesch√§ftsprozesse und h√§lt je ein Diplom in Betriebswirtschaftslehre und in Informatik.

Die f√ľnf Themenschwerpunkte Management kollaborativer Gesch√§ftsprozesse, Business Applications Engineering, Empfehlungssysteme f√ľr Prozesse und Services, dynamische Business-√Ėkosysteme und Gesch√§ftsmodellforschung der BIT-Gruppe werden im Folgenden ausf√ľhrlicher beschrieben.

 

Management Kollaborativer Gesch√§ftsprozesse 


 

Weil Ziele einzelner Unternehmen schneller, effizienter und mit geringerem Risiko in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen erreicht werden k√∂nnen, ist die Notwendigkeit von organisations√ľbergreifenden Kollaborationen allgemein anerkannt. Sowohl private Unternehmen als auch √∂ffentliche Verwaltungen m√ľssen sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und auf komplement√§re Kompetenzen von Partnerorganisationen zur√ľckgreifen. Entsprechend ist die Vernetzung von Organisationen einer der wichtigsten Trends des Informationszeitalters. Andererseits verbietet die Unabh√§ngigkeit der Unternehmen oftmals eine enge Integration von Partnerorganisationen. Stattdessen wird eine lose Kopplung organisationaler Systeme angestrebt, die lediglich eine geringe Anpassung von internen Systemen erfordert und trotzdem die Automation von unternehmens√ľbergreifenden Prozessen erm√∂glicht.

Im Bereich des kollaborativen Geschäftsprozessmanagements fokussiert sich die Arbeit der BIT-Gruppe hauptsächlich auf folgende drei Aspekte:

  • Modellierung und Konstruktion: Basierend auf einer Ist-Aufnahme werden die internen Prozessabl√§ufe der einzelnen kooperierenden Unternehmen modelliert und analysiert. Am kollaborativen Soll-Konzept ausgerichtet, werden anschlie√üend unternehmens√ľbergreifende Gesch√§ftsprozesse konstruiert und Schnittstellen zu internen Prozessen definiert. F√ľr diese kollaborative Gesch√§ftsprozessmodellierung bietet die BIT-Gruppe profunde Unterst√ľtzung, die auf Praxiserfahrung und Best Practices beruht.
  • Controlling: Zur Gew√§hrleistung einer kontinuierlichen Prozessoptimierung bedarf es einer ganzheitlichen Betrachtung der Prozesseffizienz. Vergangene wie laufende Instanzen der kollaborativen Gesch√§ftsprozesse m√ľssen analysiert, √ľberwacht und auf m√∂gliche Engp√§sse hin evaluiert werden. Die zugrundeliegenden Modelle sind an die resultierenden Adaptionen wie auch an ge√§nderte Rahmenbedingungen flexibel anzupassen, um einen reibungslosen kollaborativen Ablauf √ľber die Schnittstellen hinweg weiterhin effektiv zu gew√§hrleisten.
  • Interoperabilit√§t: In der BIT-Gruppe werden √ľber Technik-zentrierte L√∂sungsans√§tze hinaus insbesondere Methoden aus dem Gesch√§ftsprozessmanagement und der Unternehmensmodellierung als Ausgangspunkt f√ľr Konzeption und Implementierung von unternehmens√ľbergreifenden Informationssystemen genutzt. Beispielsweise wurden in den j√ľngsten Forschungsprojekten Konzepte und Werkzeuge entwickelt, die es erm√∂glichen, interne Gesch√§ftsprozesse mit unternehmens√ľbergreifenden Gesch√§ftsprozessen zu verkn√ľpfen, diese zu √ľberwachen und zu kontrollieren, die Schnittstellen von Organisationen in umfassenden Business Interoperability Interfaces darzustellen und eine E-Mail-basierte Interoperabilit√§t f√ľr KMUs zu erm√∂glichen.

 

Business Applications Engineering 


 

Einerseits zielt die Gesch√§ftsprozessmodell-gest√ľtzte Entwicklung von Unternehmensanwendungen auf eine effiziente und flexible Softwareentwicklung ab; sie soll es Unternehmen erm√∂glichen auf √Ąnderungen im Gesch√§ftsumfeld schnell zu reagieren und ihre Anwendungen entsprechend anzupassen. Andererseits best√§tigen Gesetzgebungen wie Sarbanes-Oxley den Bedarf, sicherzustellen, dass IT-Systeme mit den auf der konzeptionellen Ebene beschriebenen Regeln √ľbereinstimmen. Beide Ziele unterst√ľtzend entwickeln wir Konzepte in den folgenden Bereichen:

  • Gesch√§ftsprozessmodellierung: Dieser Bereich repr√§sentiert unsere traditionelle Kernkompetenz. Beispielsweise haben wir Gesch√§ftsprozessarchitekturen wie die Architektur Integrierter Informationssysteme (ARIS) und Prozessstandards wie die Ereignis-gesteuerte Prozesskette (EPK) entwickelt, um Anforderungen an Unternehmensanwendungen ganzheitlich abzubilden. Neben der Entwicklung von neuen Modellierungssprachen entwickeln wir auch Konzepte, um bestehende Ans√§tze mit komplement√§ren Konzeptionen (bspw. Business Rules, semantische Annotationen) zu integrieren. So entsteht sowohl eine Basis f√ľr Modellgetriebene Entwicklung als auch f√ľr die Konformit√§tspr√ľfung von IT-Systemen.
  • Automatische Erstellung und Konfiguration von Unternehmensanwendungen: Ausgehend von der konzeptuellen Ebene haben wir verschiedene Techniken zur Generierung von Modellen auf der Ausf√ľhrungsebene entwickelt, z. B. zur Generierung von Service-orientierten Systemen oder Systemen im Kontext von Kollaborationen (eCommerce Protokolle). Diese Transformationen k√∂nnen alle Dimensionen von Unternehmensanwendungen ber√ľcksichtigen, beispielweise haben wir Techniken zur Korrelation von konzeptionellen Organisationsmodellen und technischen Security-Modellen entwickelt.
  • Entwicklung von Service-orientierten Systemen: SOA soll eine Br√ľcke zwischen Fachkonzept und Implementierung darstellen, daher ist die Generierung von SOA aus Gesch√§ftsprozessmodellen ein Kernthema der BIT-Gruppe. Beispielsweise haben wir  Methoden zur Unternehmensmodell-gest√ľtzten SOA-Generierung und zur Generierung von SOA basierend auf den Gesch√§ftsprozessmodellen und Legacy Systemen entwickelt, sowie Methoden f√ľr eine umfassende, gesch√§ftsorientierte Beschreibung von Services und eine entsprechende Sprache zur Darstellung der fachkonzeptionellen SOA-Ebene.
  • IT Compliance und Governance: Die Integrit√§t von Informationssystemen kann aus zwei Perspektiven validiert werden: In der vertikalen Perspektive muss sichergestellt werden, dass Modelle von unterschiedlicher technischer Granularit√§t (z. B. Fachkonzept und Ausf√ľhrungsebene) √ľbereinstimmen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir beispielsweise Techniken zum Monitoring und Controlling entwickelt, die Informationen der Ausf√ľhrungsebene mit fachkonzeptionellen Modellen korrelieren, um deren Konformit√§t validieren zu k√∂nnen. In der horizontalen Perspektive wird sichergestellt, dass die Modelle auf einer technischen Granularit√§tsebene miteinander konsistent sind. Beispielsweise haben wir hier Konzepte entwickelt, um die Konformit√§t eines Informationssystems mit Gesch√§ftsregeln herzustellen und zu √ľberpr√ľfen.

 

Empfehlungssysteme f√ľr Prozesse und Services


 

beschreiben neuartige Ans√§tze und Techniken f√ľr pro-aktive Empfehlungen von Prozessen und Services. Die Empfehlungen ber√ľcksichtigen hierbei mehrere Dimensionen, wie z.B. Inhalt, Kollaborationsstrukturen (z. B. Profile, F√§higkeiten und Erwartungen von Nutzern) und den Kontext. Kontext kann hierbei r√§umliche, zeitliche sowie themenbezogene Aspekte beinhalten. Semantik-basierte Empfehlungssysteme konvergieren zunehmend mit Ans√§tzen semantischer Suchmaschinen. Neben traditionellen statistischen und probabilistischen Ans√§tzen, werden hier auch Echtzeitszenarien betrachtet, in denen teilweise Auswertungen in Echtzeit durchgef√ľhrt werden. Im Fokus der Forschung ist hierbei:

  • Suche und Empfehlungen von Services: Unsere Systeme empfehlen Services anhand spezieller Bed√ľrfnisse (z. B. ausgedr√ľckt in einer Suchanfrage) oder anhand bestimmter Ereignissen im Service-Kontext. Die Integration mit Ereignissen im Lebenszyklus erm√∂glicht genauere und schnellere Empfehlungen.
  • Empfehlung von Prozessausf√ľhrungen: Unsere Systeme analysieren Ausf√ľhrungshistorien von Workflows und Prozessen, um m√∂gliche Ausf√ľhrungssequenzen ‚Äď besonders f√ľr schwach strukturierte Prozesse ‚Äď zu identifizieren. Zusammen mit Nutzerprofilen, Empfehlungen von Experten, organisationsweiten Best Practices, sowie pers√∂nlicher Pr√§ferenzen, sollen angemessene Empfehlungen f√ľr die Ausf√ľhrung von Workflows erfolgen. Diese sollen die jeweilige Situation sowie die Vorlieben und F√§higkeiten des Nutzers ber√ľcksichtigen.

 

Next Generation Enterprise Systems


Enterprise-Systeme der Zukunft m√ľssen sich st√§rker an √§ndernde Rahmenbedingungen im Partnernetzwerk und der Umwelt anpassen k√∂nnen. Mit Methoden und Technologien zur Erfassung, Verarbeitung, Nachverfolgung und Verwaltung von Gesch√§ftsprozessen und relevanter Informationen durch den gesamten Informationslebenszyklus hinweg, wird es m√∂glich dynamisch und in Echtzeit auf solche √Ąnderungen zu reagieren.

Insgesamt wird es Unternehmen so ermöglicht, schnellere und bessere Entscheidungen treffen zu können. Die Forschung am DFKI konzentriert sich in diesem Bereich auf:

 

  • Semantisches Gesch√§ftsprozessmanagement: Semantische Beschreibungen von Prozessen und Services k√∂nnen direkt mit anderen Aspekten im Business-Kontext verbunden werden, um so bei jeglichen Aktivit√§ten im Lebenszyklus die Auswirkungen von √Ąnderungen direkt bestimmen zu k√∂nnen. Dadurch k√∂nnen Anwendungsf√§lle des √Ąnderungs- oder Risikomanagements, sowie komplexe Aufwands- und Kostensch√§tzungen in Echtzeit durchgef√ľhrt werden. Dies erm√∂glicht insgesamt dynamische Business-√Ėkosysteme, die dazu f√§hig sind, eintreffende Informationen und auftretende Ereignisse direkt den richtigen Gesch√§ftsprozessen zuordnen zu k√∂nnen.
  • Real-time Business Intelligence: Gegenw√§rtige Entscheidungsunterst√ľtzungssysteme f√ľr das Management k√∂nnen zielgerichtete Analysen von Gesch√§ftsvorf√§llen nicht schnell genug und flexibel genug bereitstellen. Neue Technologien, die erhebliche Performanzverbesserungen versprechen wie z.B. High-Performance-Computing, spaltenorientierte In-Memory-Datenbanken, etc., tragen zu einer deutlich schnelleren Erstellung solcher Analysen bei. Die auf dem semantischen Gesch√§ftsprozessmanagement basierende Nachverfolgbarkeit von Modellbeziehungen erleichtert die flexible, gesch√§ftsvorfallbezogene Erstellung solcher BI-Reports, die nicht statisch definiert werden m√ľssen.
  • Ubiquit√§re Vernetzung von Objekten und Personen: Nicht nur abstrakte Informationsobjekte, sondern auch konkrete Gegenst√§nde aus der realen Welt sollen mittels Sensorik (Internet of Things) nahtlos in die Informationswelt integriert werden, w√§hrend soziale Interaktionen aus sozialen Netzwerken in Echtzeit erfasst und weiterverarbeitet werden. So k√∂nnen Unternehmensanwendungen der Zukunft eine l√ľckenlose, medienbruchfreie und automatisierte Interaktion mit Business-Objekten erreichen und zielgerichteter auf die individuellen Bed√ľrfnisse aller Stakeholder in der Wertsch√∂pfungskette eingehen.
  • Prozessorientiertes Wissensmanagement: Semantische Beschreibungen des Business-Kontexts sowie Informationen √ľber Ereignisse im Lebenszyklus k√∂nnen dazu verwendet werden, um Informationen pro-aktiv anhand des jeweiligen Kontexts, der jeweiligen pers√∂nlichen Pr√§ferenzen und F√§higkeiten des Nutzers, sowie unter Ber√ľcksichtigung komplexer Produkt- und Objektstrukturen, n√ľtzliches Dom√§nenwissen anzubieten. Die nahtlose Integration mit Ereignissen im Lebenszyklus erm√∂glichen Historien- und Statistik-basierte Auswertungen.

 

Gesch√§ftsmodellforschung 


 

Die konzeptionelle Analyse bestehender und aufkommender Gesch√§ftsmodelle wird dazu verwendet, integrierte Gesch√§ftsmodelle zu entwickeln, die eng mit dem sie umgebenden Business-Kontext verkn√ľpft sind. F√ľr die Analyse k√∂nnen verschiedene Aktivit√§ten im Gesch√§ftsprozessmanagement-Lebenszyklus verwendet werden, um R√ľckschl√ľsse auf das zugrundeliegende Gesch√§ftsmodell zu ziehen. Auf diese Weise k√∂nnen Schl√ľsselkennzahlen in Echtzeit ausgewertet und Handlungsempfehlungen f√ľr die Gestaltung des Gesch√§ftsmodells generiert werden. Dementsprechend werden in der BIT-Gruppe folgende Themen behandelt:

  • Komponenten zur Bildung von konfigurierbaren Gesch√§ftsmodellen: Wir arbeiten an der Entwicklung einer proaktiven Decision Support Plattform, welche die flexible Konfiguration von Gesch√§ftsmodellen erm√∂glichen soll. Insbesondere f√ľr kleine und mittelst√§ndische Unternehmen (KMU) werden hierzu modulare Gesch√§ftsmodell-Bausteine entwickelt.
  • Selbst-adaptierende Gesch√§ftsmodelle: Mithilfe von automatischen Feedbackschleifen werden Informationen die f√ľr die Komposition von Gesch√§ftsmodellen relevant sind (bspw. Web Seiten Statistiken, Aktienkurse oder Absatzzahlen), kontinuierlich abgerufen und analysiert. Durch die Implementierung eines Analyse ‚ÄďAnsatzes, der den gesamten Lebenszyklus eines Gesch√§ftsmodels umfasst, k√∂nnen proaktive Vorschl√§ge f√ľr verbesserte Gesch√§ftsmodelle, angepasst an aktuelle Marktentwicklungen, generiert werden; beispielsweise k√∂nnten auf diese Art und Weise Preisbildungsmechanismen adaptiert und neue Absatzwege identifiziert werden.

 

 

 

Folgende Forschungsprojekte werden derzeit durch die Gruppe Business Integration Technologies bearbeitet. Es handelt sich hierbei um eine Kurzbeschreibung. Eine ausf√ľhrlichere Beschreibung, weitere Informationen zu Ansprechpartnern und erfolgten Ver√∂ffentlichungen k√∂nnen durch den Klick auf die einzelnen Projektnamen aufgerufen werden.

Laufend:


 

¬∑         EXPORT (Unterst√ľtzung von kleinen und mittleren Unternehmen bei der Abwicklung von Exportprozessen mittels ATLAS-Standard)

¬∑         iPRODICT (Intelligente Prozessprognose basierend auf Big-Data-Analytics-Verfahren)

¬∑         KOMMIT (Kompetent mit Medien im beruflichen Qualifizierungsprozess)

 

K√ľrzlich abgeschlossen:


 

¬∑         ArKoS (Architektur Kollaborativer Szenarien)

¬∑         ATHENA (Advandced Technologies for Interoperability of Heterogeneous Enterprise Networks and their Applications)

¬∑         B-HiP (Business for High-Performance Computing)

¬∑         COMMIUS (Community-based Interoperability for Utility for SMEs)

¬∑         eJustice (eJustice - Towards a Global Security and Visibility Framework for Justice in Europe)

¬∑         INTEROP (NoE INTEROP)

¬∑         KEG SAAR (Kompetenzzentrum f√ľr elektronischen Gesch√§ftsverkehr (KEG) Saar)

¬∑         LinDA (Linked Data Analytics)

¬∑         m:Ciudad (A Metropolis for Ubiquitous Services)

¬∑         P2E2 (Peer-to-Peer Enterprise Environment)

¬∑         R4eGov (Towards e-Administration in the Large)

¬∑         SHAPE (Semantically-enabled Heterogeneous service Architecture)

¬∑         SmartTruck (Infrastruktur f√ľr Dezentrale und Dynamische Tourenplanung)

¬∑         SWINNG (Prozessinnovationen in der Softwareindustrie)

¬∑         u-Service (Ubiquitous Service Infrastructure for the Mobile Super Prosumer)

¬∑         ViBaM (Viewpoint Based Modeling)

¬∑         VIDE (Visualize all Model Driven Development)

 

Die Projektgruppe verfolgt vorrangig eine anwendungsorientierte Prototypenforschung. Es ist daher das Ziel jeden Projekts Demonstratoren zu entwickeln, durch die das Konzept des jeweiligen Projekts bereits praktisch umgesetzt wird und so direkt getestet werden kann. Es folgt eine kurze Darstellung der Demonstratoren, die k√ľrzlich in der BIT-Gruppe entwickelt wurden:

  • VPD/GPD Tool ‚Äď Interne mit unternehmens√ľbergreifenden Gesch√§ftsprozessen verbinden 

Mithilfe des VPD Prototyps k√∂nnen Unternehmen √∂ffentliche Sichten auf ihre internen Gesch√§ftsprozess- und Organisationsmodelle bilden. Diese Sichten repr√§sentieren die Schnittstelle des Unternehmens und k√∂nnen so an andere Unternehmen kommuniziert werden, um organisations√ľbergreifende Prozesse abzustimmen. Komplement√§r zu dieser Funktion, kann das GPD Tool die √∂ffentlichen Sichten verschiedener Unternehmen zu einem zusammenh√§ngenden, organisations√ľbergreifenden Prozess verbinden. Die Tools unterst√ľtzen Ereignis-gesteuerte Prozessketten (EPK), BPMN und ein XML-basiertes Format zur Speicherung von Organisationsmodellen (OSML). Die in dem EU-Projekt ATHENA begonnenen Arbeiten am VPD/GPD Prototyp wurden im R4eGov-Projekt vervollst√§ndigt.

  • CPC/CPM Tool ‚Äď Monitoring und Controlling von organisations√ľbergreifenden Gesch√§ftsprozessen

Das CPC/CPM Tool wurde im R4eGov-Projekt entwickelt und baut auf dem Output des VPD/GPD Tools auf. Das CPM Tool erlaubt beispielsweise Gesch√§ftspartnern das Monitoring eines organisations√ľbergreifenden Gesch√§ftsprozesses basierend auf den √∂ffentlichen Sichten der (internen) Prozesse. Dadurch hat eine Organisation die M√∂glichkeit, den Status eines organisations√ľbergreifenden Prozesses auf ihre internen Prozesse abzubilden, ohne Interna preiszugeben. Das CPC Tool erg√§nzt diese Abbildung durch Performance-Bewertungen im organisations√ľbergreifenden Gesch√§ftsprozess. So k√∂nnen beispielsweise Funktionen in privaten und √∂ffentlichen Prozessen mit Durchlaufzeiten versehen werden; sollte eine Funktion im gemeinsamen Prozess diese √ľberschreiten k√∂nnen, bspw. Warnungen an beteiligte Partner gesendet werden.

  • VCLL Tool ‚Äď Multi-Sicht Computation Independent Modeling Tool f√ľr MDA-basierte Softwareentwicklung

Das Tool wurde im VIDE-Projekt entwickelt und fokussiert auf die Entwicklung von Gesch√§ftsanwendungen. Hierzu stellt es zwei Verkn√ľpfungen zur MDA bereit: eine Mikrosicht, die das Verhalten einer Anwendung beschreibt, und eine Makrosicht zur Orchestrierung verschiedener Anwendungen. Au√üerdem realisiert das Tool folgende Funktionen: Anbindung an die Pre-CIM-Ebene (bestehend aus nicht-strukturierten Informationen) durch Modell-zu-Modell Transformationen; Anbindung von verschiedenen bin√§ren Mediendateien an CIM-Objekte und Export von Prozessdateien in XPDL 2.0, f√ľr die anschlie√üende Ausf√ľhrung auf Workflow-Engines. Das Tool basiert auf der VIDE CIM Level Language, die BPMN um verschiedene Modellierungssichten (z. B. Daten, Gesch√§ftsregeln und Organisationseinheiten) erweitert.

  • CIMFlex Modelling Tool ‚Äď Erstellung von flexiblen Gesch√§ftsmodellen f√ľr MDA-basierte SOA Systementwicklung

Das Tool wurde im SHAPE-Projekt entwickelt und basiert auf dem VCLL Tool. Es wird dazu verwendet, Services und Servicearchitekturen auf der CIM-Ebene zu beschreiben und darauf basierend verschiedene Modell-zu-Modell Transformationen durchzuf√ľhren. Das Tool unterst√ľtzt das CIMFlex Metamodell, das an die SoaML (der aktuelle Object Management Group Standard f√ľr Spezifikation und Design von Services innerhalb einer Service-orientierten Architektur) angelehnt ist. So ist die CIMFlex Sprache ein Mittel f√ľr die Integration von Dom√§nenexperten und deren Wissen in der Softwareentwicklung. Die Herausforderung in der CIMFlex-zu-SoaML Transformation besteht in der Generierung von systemrelevanten Konstrukten f√ľr SoaML auf der PIM-Ebene, die dem generischen Gesch√§ftskontext auf der CIM-Ebene entsprechen.

  • COPA ‚Äď Collaborative Process Assistant

Das COPA-System unterst√ľtzt die Handhabung von emailbasierten, kollaborativen Gesch√§ftsprozessen, indem es technische, semantische und prozessuale Interoperabilit√§t integriert. Der in der BIT-Gruppe entwickelte Prototyp verbindet sich mit bereits existierenden Email-Infrastrukturen (technische Interoperabilit√§t) und basierend auf der semantischen Analyse des Email-Inhaltes (semantische Interoperabilit√§t) generiert der Prototyp kontextsensitive Zusatzinformationen aus Datenbanken und anderen Systemen und gibt Empfehlungen bzgl. weiterer Prozess-Schritte innerhalb des Gesch√§ftsprozesses abh√§ngig vom aktuellen Workflow (prozessuale Interoperabilit√§t). Art und Detailierungsgrad dieser Zusatzinformationen k√∂nnen im Einzelnen durch Nutzung eines einfachen Customizing Tools an die jeweiligen Nutzerw√ľnsche und die konkrete Anwendungsdom√§ne angepasst werden. Gesch√§ftsprozesse und Workflows sind flexibel ausgelegt, d. h. eine Anpassung durch den Nutzer w√§hrend des laufenden Gesch√§ftsprozesses wird unterst√ľtzt; gleichzeitig erlauben selbstlernende Prozessroutinen eine automatische Adaption des Nutzerverhaltens w√§hrend des Betriebs des Systems. Diese selbstst√§ndige Anpassungsf√§higkeit des Prototypen wurde von Forrester Research k√ľrzlich als das ‚ÄěNext Big Thing in BPM‚Äú bezeichnet (Details siehe hier).

Eine Video-Demonstration von COPA finden Sie hier.

  • SmartTruck Prototyp ‚ĒÄ Infrastruktur f√ľr dezentrale, dynamische Tourenplanungen

Im BMWi-gef√∂rderten SmartTruck-Projekt wurde eine intelligente L√∂sung f√ľr die dynamische Tourenplanung entwickelt. Das DFKI war hierbei f√ľr die softwareseitige Integration der heterogenen Prozesslandschaft zust√§ndig, die u. a. Tourenplanungssysteme, Verkehrsinformationen, sowie Messaging Provider beinhaltet. Durch SmartTruck sollen die verschiedenen Gesch√§ftsprozesse nahtlos integriert werden und somit insgesamt leichter konfigurierbar sein, um so die Disposition insgesamt auch dynamischer und flexibler zu gestalten. Der SmartTruck Demonstrator visualisiert, wie Prozesse konfiguriert werden und wie durch ereignisgesteuerte Prozesse sichtbare Outputs erzeugt werden k√∂nnen, wie z. B. der aus dem Gesch√§ftsprozess heraus veranlasste Versand einer SMS-Nachricht.

  • m:Ciudad Demonstrator ‚ĒÄ Such- und Empfehlungsmaschine f√ľr Microservices

Der Demonstrator besteht aus einem mobilen Ger√§t, welches dem Nutzer die notwendigen Werkzeuge zur Verf√ľgung stellt, um mobile Dienste auf dem Handy zu erstellen. Dem Nutzer werden generische Dienstbl√∂cke, wie z. B. ein Texteingabefeld oder eine Kartenvorlage, angeboten, welche zum gew√ľnschten mobilen Service zusammengesetzt werden k√∂nnen. Au√üerdem ist es dem Nutzer m√∂glich, solche, von anderen Nutzern erstellte mobile Dienste, auf dem eigenen Handy zu installieren. Im Rahmen dieses Projektes entwickeln wir eine wichtige Back-End Komponente: der Such- und Empfehlungsmaschine. Diese beinhaltet beispielsweise proaktive Empfehlungen von nutzergenerierten mobilen Diensten sowie eine Nutzerschnittstelle, die ein Durchsuchen semantischer Wissensstrukturen erm√∂glicht. Weiterhin zeigt der Demonstrator wie Feedback bez√ľglich genutzter mobiler Dienste von Nutzern generiert wird, welche in die Kalkulationsmethoden der Such- und Empfehlungsmechanismen mit einbezogen werden. Zusammengefasst werden also neuartige Methoden f√ľr die Suche und Empfehlung von mobilen Diensten demonstriert.

Eine Video-Demonstration von m:Ciudad finden Sie hier

  • uRun Demonstrator ‚Äď Mobiles Assistenzsystem f√ľr L√§ufer

uRun ist eine Applikation f√ľr Smartphones, die es erm√∂glicht Strecken aufzuzeichnen, zu bewerten, zu kommentieren und in der Community zu teilen. Bei der Aufzeichnung einer neuen Strecke wertet uRun das Profil der Strecke aus, um den Trainingsplan des L√§ufers f√ľr das erneute Laufen der Strecke optimal anzupassen. uRun bestimmt w√§hrend des Laufens die optimale Trainingszone, Laufstrecke und -intervalle f√ľr jeden L√§ufer individuell. Hierzu wertet uRun pers√∂nliche Daten, wie Geschlecht, Alter, Gewicht, Gr√∂√üe und Ruhepuls, sowie die Protokolle, z.B. Trainingsverlauf und Leistungen, des L√§ufers aus. In uRun ist es m√∂glich Lauftreffs, abgestimmt auf Trainingsverlauf und Leistungen des L√§ufers, zu suchen oder selbst√§ndig zu organisieren. uRun unterst√ľtzt den L√§ufer bei der Suche aktiv, durch Vorschl√§ge f√ľr passende Laufpartner, Routen und Trainingspl√§ne.

 Eine Video-Demonstration von uRun finden Sie hier.