DFKI beteiligt am Aufbau des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums (A-DRZ)

Am 6.12.2018 findet in Dortmund der Auftakt für das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt zur Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Robotersysteme in menschenfeindlichen Umgebungen statt. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, DFKI ist einer von zwölf Kernpartnern aus den Bereichen Gefahrenabwehr, Forschung und Industrie. Das zunächst auf vier Jahre angelegte Projekt wird vom Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie der Feuerwehr Dortmund koordiniert.

Eines der Projektziele: Einsatzkräfte und Robotersysteme wirken bei der Gefahrenabwehr zusammen

Gleich drei DFKI-Forschungsbereiche sind am Forschungsverbund A-DRZ beteiligt: die Forschungs-gruppe Multilinguale Sprachtechnologien (MLT), das Institut für Wirtschaftsinformatik im DFKI (IWi) und das Educational Technology Lab (EdTec). Die Kompetenzen dieser drei Forschungsgruppen werden unter der Leitung von Dr. Ivana Kruijff-Korbayová (MLT) koordiniert, um Mensch-Roboter-Teamarbeit in unterschiedlichen Rettungsszenarien durch KI-basierte Technologien zu unterstützen und weiter zu entwickeln.

"Wir bringen dabei unsere langjährigen Erfahrungen aus den EU-Projekten NIFTi und TRADR ein. Unser langfristiges Ziel ist es, mit den eingesetzten Robotern natürlich und effizient zu kommuni¬zieren, so dass diese als aktive Teammitglieder die menschlichen Einsatzkräfte effektiv ergänzen können“, so Dr. Kruijff-Korbayová.

Bei bisherigen Einsätzen in realen Katastrophenszenarien wurden Roboter als voll-teleoperierte Werkzeuge eingesetzt. Forschung und Entwicklung strebt aber eine Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter an, bei der Roboter-Operatoren durch autonome Assistenzfunktionen entlastet werden. Mit stärker ausgeprägter Autonomie können umfangreichere Aufgaben in einem größeren Mensch-Roboter-Einsatzteam bewältigt werden. Damit aus robotischen Werkzeugen echte intelligenten Agenten werden können, die sich aktiv an einer Mission beteiligen, müssen sie ein strukturelles Verständnis davon besitzen, was in einer Mission gerade vorgeht, was die Ziele sind, welche Teilaufgabe ein Mensch-Roboter-Team durchführt und mit welchem strategischen Konzept das Team sie umsetzt. Nur mit diesem Verständnis können die Robotersysteme ihre (Teil-)Aufgaben zielführend erfüllen und sinnvoll Initiative übernehmen. Die menschlichen Operatoren behalten aber trotz der autonomen Teilaktivitäten die Koordination und jederzeit die Kontrolle. 

Das DFKI wird im Rahmen von A-DRZ folgende konkrete Beiträge leisten: Technologien entwickeln, die es Robotern ermöglichen, eine Mission konzeptuell zu verstehen und nachzuvollziehen. Dazu werden insbesondere die notwendigen Kooperations- und Kommunikationsprozesse zwischen Menschen und Maschinen mithilfe von Techniken der Sprachverarbeitung und der Prozessmodellierung erforscht und modelliert. Weiterhin werden zum Verstehen von Missionen innovative Lösungen für Prozessassistenz und Informationsdienste eingesetzt, um so eine effiziente und effektive Durchführung von Rettungseinsätzen unter Mitwirkung von Robotersystemen zu unterstützen. Damit werden sich Robotersysteme einerseits als aktive Teammitglieder beteiligen und andererseits den Menschen mit Information und Wissen unterstützen können. Dies kann sowohl beim Lernen als auch bei realen Einsätzen genutzt werden und ist von Bedeutung, weil sich durch den Einsatz von Robotersystemen die Anforderungen an die menschlichen Vorgehensweisen im Rettungseinsatz und die konkreten Arbeitsbedingungen der Rettungskräfte verändern werden. Auch die durch den technischen Fortschritt bedingte notwendige permanente Weiterbildung von Rettungskräften kann durch digitale Technologien effizienter als bisher durchgeführt werden. 

Im Rahmen des A-DRZ-Projektes wird in den nächsten Jahren auf dem ehemaligen Industriegelände Phönix-West in Dortmund ein „Living Lab“ entstehen. Dort werden die Projektpartner gemeinsame Demonstratoren zum Einsatz bringen und ihre Einsatztauglichkeit in verschiedenen Szenarien erproben. 

Gefördert wird das zunächst auf vier Jahre angelegte Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderbekanntmachung „Zivile Sicherheit – Innovationslabore/Kompetenzzentren für Robotersysteme in menschenfeindlichen Umgebungen“ (Förderkennzeichen 13N14852 bis 13N14863) im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit 2012 bis 2017“ der Bundesregierung. Die Besonderheit des Projektes liegt in seiner Struktur und nachhaltigen Ausrichtung: Durch den bereits von den Projektpartnern als Trägerorganisation gegründeten Verein „Deutsches Rettungsrobotik-Zentrum e.V.“ (DRZ e.V.) soll das Kompetenzzentrum aufgebaut und betrieben werden und nach einer möglichen weiteren Förderphase langfristig weiterbestehen.

 

Weitere Informationen:

Feuerwehr Dortmund: Projektauftakt für starken Verbund aus Forschung und Anwendern im Dezember

Bundesministerium für Bildung und Forschung: „Zivile Sicherheit – Innovationslabore/Kompetenzzentren für Robotersysteme in menschenfeindlichen Umgebungen“

Projekt-Flyer
 

BMBF

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
German Research Center for Artificial Intelligence