DFKI koordiniert Projekt für Dokumenterschließungssysteme und Suchmaschinen der nächsten Generation

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI GmbH) koordiniert das vom BMBF mit rund 20 Mio. geförderte Verbundprojekt „Adaptive READ“. Ehrgeizige Zielsetzung des am 1. März gestarteten Projekts ist die Entwicklung von Dokumenterschließungssystemen der nächsten Generation. Insgesamt arbeiten 11 Partner aus Wissenschaft und Industrie – davon 7 führende IT-Unternehmen – an Systemen, die sich weitgehend automatisch an konkrete Informationsbedürfnisse eines Unternehmens oder eines Benutzers anpassen.

Dokumenterschließungsysteme sind bereits von beachtlicher Leistungsfähigkeit und haben zahlreiche Anwendungen in der industriellen Praxis gefunden. Heutige Systeme können jedoch nur sehr begrenzt aus Fehlern lernen und zwingen den Benutzer deshalb zur Korrektur. In vielen Bereichen der Dokumenterschließung ist deshalb die Individualisierung von Systemen, die Adaption des Programms an die Bedürfnisse des Benutzers und die spezifischen Probleme einer aktuellen Analyse als nächster Schritt zwingend notwendig. Mit den zu erwartenden neuen Technologien sollen zahlreiche Einsatzgebiete erschlossen werden, die aus Komplexitätsgründen bisher nicht bearbeitet werden konnten.

In „Adaptive READ“ arbeiten wir an Dokumenterschließungsystemen, die über deutlich mehr Anwendungswissen verfügen, die die Bedürfnisse des Benutzers kennen und die sich deshalb an das Unternehmen, an den Benutzer oder die aktuelle Aufgabe anpassen sollen“, so Prof. Andreas Dengel, Wissenschaftlicher Direktor am DFKI. Dies betrifft z.B. die automatische Formularerfassung, wo Systeme derzeit noch aufwendig an neue Formulartypen angepasst werden müssen. In „Adaptive READ“ werden neue Lernverfahren entwickelt, die die kontinuierliche und weitgehend selbstständige Anpassung von Dokumenterschließungssystemen im laufenden Betrieb sicherstellen. Derartige Verfahren sollen z.B. Fehler bei der Verarbeitung von Dokumenten automatisch feststellen und so weit wie möglich selbst korrigieren.

Auch für die ad-hoc Generierung personifizierter Informationsagenten zur Unterstützung der Suche im Internet ist der Einsatz der Ergebnisse geplant. Bei diesen intelligenten Suchmaschinen soll die Anfrage, aber auch die Strukturierung gefundener Information vor dem Hintergrund eines individuellen Informationsbedarfprofils erfolgen. Entwickelt werden sollen personifizierte Informationsagenten, die im Laufe der Zeit automatisch Bedarfsprofile für Ihre Benutzer zusammentragen und mit diesen die Suche – auch bei unpräziser Formulierung eines Informationswunsches – unterstützen.

Die DFKI GmbH wurde 1988 als gemeinnützige GmbH ohne Grundfinanzierung von namhaften deutschen Unternehmen der Informationstechnik und zwei Großforschungseinrichtungen gegründet. Durch proaktive und bedarfsorientierte Projektarbeit hat sich das DFKI national und international den Ruf eines zuverlässigen Partners für Innovationen in der Wirtschaft erworben. 1999 wurde ein Volumen von rund 28 Mio. DM im Rahmen praxisorientierter Auftragsforschung erzielt. Das durchschnittliche jährliche Wachstum der Aufträge von Wirtschaftsunternehmen lag in den letzten Jahren deutlich über 30% p.a. Zur Zeit beschäftigt die DFKI GmbH etwa 150 Angestellte, davon über 100 wissenschaftliche Mitarbeiter auf Vollzeitbasis. Hinzu kommen rund 100 studentische Hilfskräfte. Bereits heute wurden durch Firmengründungen und den Aufbau neuer Abteilungen in bestehenden Unternehmen aus den Arbeitsgruppen der DFKI-Professoren heraus über 450 zusätzliche Hightech-Arbeitsplätze geschaffen. Davon allein in der Region Kaiserslautern-Saarbrücken 200 neue Arbeitsplätze in 10 Spin Off-Unternehmen.

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
German Research Center for Artificial Intelligence