KI kennen lernen am Tag der offenen Tür des DFKI Saarbrücken

Am kommenden Wochenende feiert die Informatik der Universität des Saarlandes ihr 50-jähriges Bestehen. Das DFKI feiert mit und öffnet am Samstag, 25. Mai 2019 von 10:00 - 14:00 Uhr seine Türen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen kognitive Assistenz, Sprachtechnologie und Wirtschaftsinformatik präsentieren interaktive Systeme für die Anwendungsdomänen Automotive, Gesundheit, Handel und Produktion.

Die Live-Systemdemonstrationen im Einzelnen

Blick- und Sprachverarbeitung für multimodale und ortsbasierte Fahrer-Umgebungs-Interaktion
Sie waren noch niemals in New York? Steigen Sie ein! Durch welchen Stadtteil fahren wir? Was ist das für ein Gebäude? Zu stickig im Wagen? Öffne das Fenster! In einem Van können Fahrer und Fahrgäste eine Fahrt durch Brooklyn genießen und währenddessen mit Blicken und Sprachbefehlen Fenster öffnen und schließen, die Temperatur im Wagen regeln, telefonieren oder Informationen zur Umgebung abrufen. Das multisensorische Assistenzsystem des Sprachtechnologieanbieters NUANCE erlaubt die Interaktion mit den Komfort- und Unterhaltungskomponenten im Fahrzeug. Nimmt man im Wagen Platz, entsteht durch eine 3D-Simulation in einem CAVE der Eindruck, sich durch die Stadt zu bewegen. Mit Hilfe von Eye-Tracking und Spracherkennung kann der Fahrer mit Points of Interest außerhalb des Autos interagieren und z.B. Öffnungszeiten oder Bewertungen von Geschäften und Restaurants erfragen, an denen der Wagen gerade vorbeifährt. Kontakte aus dem persönlichen Telefonbuch, Routen oder Musiktitel können gesucht und ausgewählt werden. Angezeigt werden die Informationen zusammen mit digitalen Menüpunkten auf einem Head-up-Display in der smarten Windschutzscheibe. In Zukunft können auch Stimmlage und Gesten gedeutet werden. Ist der Fahrer gut drauf, lächelt er viel und sucht per Sprachbedienung ein Restaurant, dann ist die Antwort des Systems länger, unterhaltsamer und sucht Lokale heraus, die zur Stimmung passen.

Talking Robots – Robotische und virtuelle Assistenten 
Ein ca. 50 cm großer NAO-Roboter berät Patientinnen und Patienten im Umgang mit chronischen Krankheiten. Der künstliche „Kumpel“ gibt Tipps und Hilfestellung bei der Medikation und für eine gesunde Lebensweise. Dazu in die Lage versetzt wird er durch ein Dialogsystem, das einen natürlichsprachlichen, abwechslungsreichen, flexiblen und an den jeweiligen Nutzer angepassten Dialog in den Vordergrund stellt. Mit Hilfe eines Langzeitgedächtnisses ist das System in der Lage, Informationen aus vorherigen Interaktionen in der aktuellen Gesprächssituation zu nutzen. Außerdem zeigen die Mitarbeiter aus dem DFKI-Forschungsbereich Sprachtechnologie und Multilingualität, wie Roboter und Mensch auf der Basis von KI-Technologien in gemischten Rettungsteams zusammenarbeiten können. Die Arbeiten sind Teil eines Projektes des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Aufbau des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums.

Brain-Lamp – Mir geht ein Licht auf!
Brain-Computer-Interfaces beschreiben eine Schnittstelle zwischen Gehirn und Computer. In einem Headset integrierte Sensoren messen die elektrische Gehirnaktivität des Trägers und versuchen mittels Machine Learning Algorithmen eine Intention zur Steuerung verschiedener Maschinen zu nutzen. Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, simple Anwendungsfälle sind aber bereits realisierbar. Wie ein Brain-Computer-Interface funktioniert zeigt ein einfacher Demonstrator: Headset aufsetzen, seine Gedanken konzentriert in eine Richtung lenken und schon wird eine Glühbirne heller. Entspannt zurücklehnen und die Gedanken treiben lassen – es wird dunkler. Die Anwendungsbereiche dieser Technologie sind vielfältig, von Industrie 4.0 über die Raumfahrt bis hin zu simplen Smarthome-Szenarien.

Reeti, der wunderbare Wahrsager
Der interaktive Roboter Reeti sagt Besuchern die Zukunft voraus. Seine Weissagungen und seine Kundschaft merkt er sich genau, dennoch kann es bei wiederholten Besuchen zu unerwarteten Überraschungen kommen… Reeti, the Fabulous Fortune Teller ist eine Technikdemonstration des Autorenwerkzeugs VisualSceneMaker und des Wizard of Oz-Studienwerkzeugs StudyMaster, die beide am DFKI zur Steuerung von sozialen Agenten entwickelt werden. Die Demonstration illustriert, wie eine QR-Code-Erkennung, ein dynamisches Benutzermodell und Techniken zum adaptiven Dialog mit Besuchern für eine interaktive Präsentation mit sozialen Agenten genutzt werden können.

Fischertechnik Demonstrator: Simulator zur Sortierstrecke mit Farberkennung und Vakuum-Sauggreifer
Der Demonstrator zeigt auf einfache Weise, wie ein Use Case in einem Industrie 4.0-Szenario prototypisch implementiert werden kann. Zudem wird eine intelligente Prozesssteuerung und ein intelligentes Routing durch eine Produktionsstraße simuliert. Durch einen Sauggreifer werden die Produktionseinheiten auf eine Produktionsstraße gelegt. Dort wird dann eine Analyse der Produkte vorgenommen. Anschließend wird auf Basis der Analyse ein automatisches Routing der Komponenten durchgeführt.

Innovative Retail Laboratory, IRL
Im Innovative Retail Laboratory, IRL werden Themenkomplexe rund um intelligente Einkaufsberater von virtuellen Allergie- oder Diätassistenten bis hin zum digitalen Sommelier, personalisiertes Cross- und Up-Selling, Smart-Items in digitalen Produktgedächtnissen als Weiterentwicklung der RFID-Technologie, Innenraum-Positionierung und -Navigation sowie neuartige Logistikkonzepte auf ihre Alltagstauglichkeit und den Kundennutzen erprobt. Neue Formen der Interaktion mit Kundinnen und Kunden werden entwickelt und für den Einsatz getestet: von personalisierter Verkaufsberatung über „sprechende“ Produkte bis hin zum intelligenten Einkaufswagen, der den Weg durch das Warenhaus anhand des Einkaufszettels plant und anzeigt, rezeptbasierte Kaufanregungen gibt, Produktvergleiche ausführt, personalisiert auf passende Sonderangebote hinweist und Zusatzinformation zu den Produkten anbietet. Das IRL zeigt die intelligente Frischetheke, einen Müsli-Berater und den intelligenten Einkaufswagen.


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Leiter Unternehmenskommunikation DFKI Saarbrücken
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Campus D3 2

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Unternehmenssprecher DFKI

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