

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) haben ein gemeinsames Transferlab gestartet, in dem praxisnahe KI-Lösungen rund um die Bundeswasserstraßen erforscht werden. Die zu entwickelnden Methoden dienen dazu, in den vielfältigen Aufgabenbereichen der BfG die etablierten datenbasierten Verfahren zu verbessern und zu ergänzen. Denn die BfG verfügt über einen sehr großen Datenschatz mit sehr langen Zeitreihen, z. B. zu Hydrologie, Gewässergüte und Ökologie. Anwendungsfälle sind die Qualitätssicherung von Daten, die Bildklassifikation zunächst am Beispiel der automatisierten Auswertung von Luftbildern und die Verbesserung physikalisch basierter Modelle u. a. zur Durchfluss- und Wasserstandsvorhersage.

„Das gemeinsame Transferlab schafft die Grundlage, KI praxisnah einzusetzen und so einen direkten gesellschaftlichen Nutzen zu erzielen. Mit unseren Methoden können wir große Mengen komplexer gewässerkundlicher Messdaten auch bei unvollständigen Datensätzen systematisch auswerten und absichern und daraus u. a. die Modelle für Niedrigwasservorhersagen weiterentwickeln. So könnte KI unterstützen, Extremereignisse noch früher zu erkennen und Entscheidungen auf eine optimierte Daten-Grundlage zu stellen.“
Die Kooperation zwischen beiden Forschungseinrichtungen zielt darauf ab, die Basis der wissenschaftlichen Politikberatung und Forschung zu stärken. Die konkreten Anwendungsfälle zeigen, wie KI zukünftig die Abbildung hydrologischer, hydrodynamischer, morphologischer, biogeochemischer und ökologischer Prozesse weiterentwickeln kann. „Ich freue mich sehr, dass wir die interdisziplinäre KI-Forschungskompetenz mit der Kooperation auf die nächste Ebene heben werden“, so der Forschungsbeauftragte der BfG, Prof. Dr. Thomas Ternes. „Das DFKI-Transferlab verbindet KI-Expertise mit der fachlichen Kompetenz der BfG und beschleunigt so den Transfer von Forschung in die Praxis – zum Nutzen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung sowie als belastbare Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung“, ergänzt Johannes Cullmann, der die strategische Zusammenarbeit seitens der BfG mit aufgesetzt hat.
Das bewährte Transferlab-Konzept des DFKI integriert die Mitarbeitenden von Partnerinstitutionen direkt in Forschungsteams des DFKI. Im geschützten Datenraum entstehen so praxisnahe Lösungen eng am wissenschaftlichen Fortschritt. Durch die enge Anbindung der Partner wird ein direkter und dauerhafter Wissenstransfer sichergestellt. Das DFKI-Transferlab ist nicht die erste Kooperation in dieser Form: Das DFKI betreibt mehrere solcher Transferlabs mit Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, um KI gesellschaftlich relevant einsetzbar zu machen.
Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr (BMV). Sie ist das wissenschaftliche Institut des Bundes für wasserbezogene Forschung, Begutachtung und Beratung insbesondere in den Bereichen Hydrologie, Gewässernutzung, Gewässerbeschaffenheit, Ökologie und Gewässerschutz. Die Arbeit der BfG erstreckt sich in erster Linie auf die schiffbaren Flüsse, Kanäle und Küstengewässer (Bundeswasserstraßen), die durch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) verwaltet werden. Weiterführende Informationen auf der Website der BfG unter www.bafg.de.
Projektkoordination, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
Geschäftsführender Direktor DFKI Kaiserslautern, Leiter Forschungsbereich „Smarte Daten & Wissensdienste“, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
Leiter Kommunikation DFKI Kaiserslautern, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
Pressesprecher & Leiter Referat für Controlling und Öffentlichkeitsarbeit, Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)