Astronaut trifft Roboter: EU-Forscher entwickeln Trainingstechniken für gemeinsame Planetenmissionen

Wie trainieren Astronauten auf der Erde möglichst realistisch für Missionen zu fernen Planeten? Wie können ihnen Roboter im All assistieren? Antworten findet ein internationales Forscherteam unter Leitung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) im jetzt gestarteten EU-Projekt „Moonwalk“. Ziel ist die Entwicklung und Erprobung von Zukunftstechnologien für bemannte und unbemannte Missionen zu Mond und Mars. Der Forschungsfokus liegt auf Roboter-Astronauten-Kooperationen, die z.B. bei der Entnahme von Gesteins- und Bodenproben relevant sind. Denn Astronauten sind in ihren dicken Raumanzügen und durch die fehlende Schwerkraft sehr unbeweglich. Übungsmissionen sollen im Mittelmeer bei Marseille und in der spanischen Wüstenlandschaft stattfinden.

Das Foto veranschaulicht, wie die im Projekt „Moonwalk“ geplanten Unterwasser-Simulationen von Weltraum-Missionen aussehen können. Die Aufnahmen zeigen das Training eines so genannten Außenboard-Einsatzes auf einen Asteroiden, bei dem der Astronaut die Raumstation verlässt – hier im Meer bei Marseille im November 2012.

Das Vorhaben wird mit 3,1 Millionen Euro von der Europäischen Kommission im Rahmen des 7. Rahmenprogramms im Bereich "Space" über drei Jahre gefördert. Sieben Partnerorganisationen bringen ihre Expertise ein: Das DFKI Robotics Innovation Center in Bremen (Konsortialführer), COMEX in Frankreich (technische Koordination), EADS in Großbritannien, LIQUIFER Systems Group (LSG) in Österreich, Space Application Services (SAS) in Belgien, NTNU Centre for Interdisciplinary Research in Space in Norwegen und das Instituto Nacional de Técnica Aeroespacial (INTA) in Spanien.

Bei Simulationen von Mars- und Mondmissionen auf der Erde ist es eine besondere Herausforderung, die im All herrschende Schwerelosigkeit und die großen Zeitverzögerungen während der Kommunikation mit dem Flugkontrollzentrum auf der Erde nachzustellen. „Moonwalk“ plant zwei analoge Simulationskampagnen, die den harschen Bedingungen des Alls sehr ähnlich sind: Unterwasser in der Bucht der französischen Stadt Marseille, bei der die Effekte der geringen Schwerkraft von Mondmissionen simuliert werden können, und in der Wüstenlandschaft von Río Tinto, in der astrobiologische Probeentnahmeverfahren getestet werden sollen. Diese können bei bemannten Marserkundungen zum Einsatz kommen. Dabei tragen die Astronauten eine Art Taucheranzug, der die Eigenschaften eines Raumanzugs nachstellt. In diesen Szenarien soll die Kommunikation zwischen Astronaut und Roboter nach dem Implementieren getestet werden. Mit der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA erarbeiten die Forscher zudem weitere Möglichkeiten für künftige gemeinsame Simulationskampagnen.

Das Projekt „Moonwalk“ wird von der EU im Programm SPA.2013.2.1-02 mit der Finanzhilfevereinbarung 607346 gefördert.


Pressekontakt:
DFKI Bremen
Team Unternehmenskommunikation
Daniela Menzel
Tel.: +49 421 178 45 4180


Ansprechpartner:
DFKI Robotics Innovation Center
Dr. Thomas Vögele
Projektleiter Moonwalk
Robert-Hooke-Straße 5, 28359 Bremen, Deutschland
Tel.: +49 421 178 45 4130


Contact Point FRANCE
COMEX SA
Dr. Peter Weiss
36, Bvd des Océans
13009 Marseilles, Frankreich
Tel.: +33 4 91 29 75 36
   

Contact Point UNITED KINGDOM (UK)
EADS UK Ltd
Dr. Gavin Powell
Großbritannien
Tel.: +44 1633 71 5283


Contact Point AUSTRIA
LIQUIFER SYSTEMS GROUP
Dr. Barbara Imhof
Obere Donaustraße 97/1/62
1020 Vienna, Österreich
Tel.: +43 1 21885 05   


Contact Point BELGIUM
SPACE APPLICATIONS SERVICES NV
Dr. Richard Aked
Leuvensesteenweg 325
1932 Zaventem
Belgien
Tel.: +32 2 721 54 84


Contact Point NORWAY
NTNU Centre for Interdisciplinary Research in Space
Knut Robert Fossum
NTNU Samfunnsforskning AS
Dragvoll Allé 38 B, 7491 Trondheim
Norwegen
Tel.: +47 73590163   


Contact Point SPAIN
Instituto Nacional de Técnica Aeroespacial (INTA)
Dr. Víctor Parro Garcia
Department of Molecular Evolution, Centro de Astrobiología (INTA-CSIC)
Carretera de Ajalvir km 4, 28850, Madrid
Spanien
Tel.: +34 915201071

Eine Simulation, wie sie im Projekt „Moonwalk“ geplant ist: Ein Astronaut trainiert das Sammeln von Gesteinsproben und das Aufstellen der europäischen Flagge für eine Apollo-Mission unter Wasser im September 2013.

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
German Research Center for Artificial Intelligence