"Aufbau eines starken europäischen Daten- und KI-Ökosystems"

European Big Data Value Forum (EBDVF 2020), 3.-5. November 2020, Berlin + Online

Das European Big Data Value Forum (EBDVF) ist die Leitveranstaltung der europäischen Forschungs- und Innovationsgemeinschaft für Big Data und datengesteuerte KI. Das jährliche Forum findet in dem Land statt, das in diesem Jahr den Vorsitz des Europäischen Rats innehat. Die Konferenz wird von der Big Data Value Association (BDVA) und der Europäischen Kommission (DG CONNECT) organisiert.

Das EBDVF 2020 fand in Deutschland zwischen dem 3. und 5. November 2020 statt und wurde in Zusammenarbeit mit dem DFKI, der Plattform Industrie 4.0, der Plattform Lernende Systeme und Berlin Partner organisiert. Aufgrund der intensiven Entwicklung der Covid-19 Pandemie wurde die Veranstaltung vom DFKI in Berlin als virtuelle Veranstaltung produziert.

Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, sagte in ihrer Eröffnungsrede: „Die Sicherung der technologischen Souveränität Deutschlands und Europas ist unser Ziel, damit Deutschland und Europa wettbewerbsfähig bleiben. Es geht um Arbeitsplätze. Es geht um Wohlstand. Es geht auch darum, KI im Einklang mit unseren ethischen Standards zu gestalten". Mit dem zentralen Thema "Aufbau eines starken europäischen Daten- und KI-Ökosystems" brachte EBDVF 2020 die deutsche und europäische KI- und Datengemeinschaft zusammen. Das Forum leistete einen Beitrag zu den Diskussionen über die europäische Daten- und KI-Strategie und befasste sich dabei insbesondere mit Schlüsselthemen für Europa wie der Entwicklung europäischer Datenräume, der Bedeutung von Technologieplattformen und Vertrauen, den Chancen für die Marktakzeptanz und den neuen Herausforderungen für Daten und KI in der Gesellschaft.

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EBDVF 2020 konzentrierte sich auch auf die Frage, wie Daten und KI dazu beitragen können, neu entstehende gesellschaftliche Herausforderungen, wie die der Covid-19 Pandemie, zu bewältigen. Für die diesjährige Veranstaltung wurden sektorübergreifende Tracks mit sektorbezogenen Tracks zu Fertigung, autonomen Systemen, Transport, Mobilität und Logistik, Gesundheit und Smart Society kombiniert. Darüber hinaus umfasste das Programm mehrere Forschungs- und Innovationssitzungen und Startup-Pitches, die Europas Forschungs- und Innovationsexzellenz in den Bereichen Daten und KI präsentierten.

Khalil Rouhana, stellvertretender Generaldirektor der DG CONNECT, Europäische Kommission, betonte, dass die digitale Transformation und insbesondere Daten und KI für die Kommission eine Schlüsselpriorität darstellen. Er kündigte an, dass es einen gesetzlichen Datenrahmen zur Unterstützung des freien Datenflusses zwischen den Mitgliedsstaaten geben wird, so dass Daten in der EU auf vertrauensvolle Weise erfasst, gespeichert und verarbeitet werden können. Dieser Data Governance Act wird als ein wichtiger Rechtsrahmen für den Datenaustausch angesehen. Er wird Anfang 2021 vorgestellt. Rouhana sagte, dass Investitionen von mindestens 1,2 Milliarden Euro geplant sind, um gemeinsame Datenräume für Gesundheits-, Transport-, Mobilitäts-, Energie-, Umwelt- und Industriedaten zu schaffen. Darüber hinaus sagte Rouhana, dass auf der Grundlage des Weißbuchs der High Level Expert Group on AI (HLEG) und des begleitenden öffentlichen Diskussionsprozesses ebenfalls Anfang 2021 ein rechtlicher Rahmen für eine vertrauenswürdige und bürgernahe KI vorgelegt werden soll.

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Künstliche Intelligenz, Daten und Robotik/eingebettete KI stellen eine Chance und eine Herausforderung für Europa dar. Eine Chance, die Funktionsweise des öffentlichen und privaten Sektors in Europa zu verbessern. Und eine Herausforderung, die bestehende Stärke Europas mit den Kernkompetenzen KI, Daten und Robotik zu einem globalen Marktvorteil auszubauen. Industrie, Start-ups, Regierung, Investoren, Forscher und Vertreter der Zivilgesellschaft brachten ihren Willen zum Ausdruck, ihre Kräfte zu bündeln, sich zu engagieren, zu gestalten und alle Vorteile dieser europäischen Partnerschaft auszuschöpfen.

Thomas Jarzombek, Beauftragter der Bundesregierung für die digitale Wirtschaft und Start-ups, sagte in seiner Eröffnungsrede, dass KI- und Datenpolitik Hand in Hand gehen müssen. "Europa muss ein Innovator und nicht nur ein Regulierer sein. Mit GAIA-X bauen wir eine sichere und zuverlässige Cloud-Infrastruktur für Europa auf, die eine Basis für die digitale Wirtschaft sein wird. Derzeit sind 350 Unternehmen und Organisationen beteiligt. Wir in Europa sind entschlossen, die Kontrolle über unsere Daten zu behalten und es unserer Industrie zu ermöglichen, von ihrem Know-how zu profitieren. Industrie 4.0 ist der Schlüssel für die Resilienz unserer Wirtschaft".

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Künstliche Intelligenz, Daten und Robotik sind sektorübergreifende Querschnittsthemen, die viele Akteure in der Wertschöpfungskette betreffen. Es ist allgemein anerkannt, dass KI, Daten und Robotik erhebliche Effekte auf alle Wirtschaftssektoren und auf die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) haben werden. Um diese Effekte zu nutzen, bedarf es mehr als nur einer starken Markt- und Technologieposition, es bedarf qualifizierter Arbeitskräfte und einer Regulierungs- und Normierungslandschaft, die den Einsatz beschleunigen und die Entwicklung von Märkten ermöglichen kann; es bedarf einer Strategie und eines Verständnisses der besten Praktiken, die durch die Partnerschaft ermöglicht werden. Die Partnerschaft bietet die Möglichkeit, die Wirkung öffentlicher und privater Investitionen zu kombinieren und zu steigern, um durch den weitreichenden Einsatz von KI, Daten und Robotik einen Mehrwert für die europäische Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen.

EBDVF brachte wichtige Entscheidungsträger, Branchenakteure und Innovatoren zusammen, um zu erörtern, welche Voraussetzungen Europa braucht, um die aktuellen Möglichkeiten von KI für Wirtschaft und Gesellschaft zu nutzen, und wie eine Europäische Partnerschaft dieses Vorhaben unterstützen kann. Es wurden drei allgemeine Ziele und begleitende Leitfragen für die KI-, Daten- und Robotik-Partnerschaft angesprochen. Antworten darauf werden breite Auswirkungen auf die Bereiche Wissenschaft, Wirtschaft, Technologie, Gesellschaft und Umwelt haben:

  • Wo ist Europa stark und wie kann Europa eine starke und globale Wettbewerbsposition einnehmen?
  • Wie kann Europa eine Führungsrolle mit hoher sozioökonomischer Wirkung erlangen?
  • Wie kann Europa seine Souveränität über Technologien und Know-how sichern?

Im September 2020 veröffentlichten BDVA, euRobotics, ELLIS, CLAIRE und EurAI die dritte Versioin der Strategic Research, Innovation and Deployment Agenda (SRIDA). Die fünf Organisationen haben sich verpflichtet, eng zusammenzuarbeiten, um die Partnerschaft in den Bereichen KI, Daten und Robotik zu stärken (Download: www.bdva.eu/node/1310)

Die Vision der Partnerschaft ist es, die europäische Wettbewerbsfähigkeit, das gesellschaftliche Wohlergehen und die Umweltaspekte zu stärken, um weltweit führend in der Forschung, Entwicklung und dem Einsatz von wertorientierter, vertrauenswürdiger KI, Daten und Robotik zu werden, die auf grundlegenden europäischen Rechten, Prinzipien und Werten basiert.

Weitere Informationen

www.european-big-data-value-forum.eu

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Kontakt:

Dr.-Ing. Jack Thoms

Stellvertretender Standortleiter, DFKI Berlin

Pressekontakt:

Andreas Schepers, M.A.

Leiter Unternehmenskommunikation, DFKI Berlin

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