Bremer Unterwasserfahrzeug siegt bei europäischem Studenten-Wettbewerb

Gold für Bremen: Das Studententeam der Arbeitsgruppe Robotik der Universität Bremen und des DFKI Robotics Innovation Centers siegte am Freitagabend (26. September 2014) bei der "Student Autonomous Underwater Challenge - Europe" (SAUC-E) mit ihrem Unterwasserfahrzeug Avalon. Es teilte sich den ersten Platz mit dem Team SAUC?ISSE des Ecole d?ingénieurs et centre de recherche (ENSTA) aus der Bretagne und setzte sich damit gegen weitere Teams aus Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich im italienischen La Spezia durch. Wissenschaftler der Universität Bremen und des Robotics Innovation Centers betreuten die Bremer Studierenden unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Kirchner.

Der etwa 1,5 Meter lange und 63 Kilogramm schwere Unterwasserroboter Avalon steuert sich unter Wasser autonom und soll bei Inspektionen eingesetzt werden.

Zu den neuen Herausforderungen zählte in diesem Jahr unter anderem das Inspizieren und Kartographieren von Unterwasserstrukturen sowie das Auffinden von Schadstellen an einer Hafenwand. Aber auch die Kooperation mit einem autonomen Fahrzeug an der Wasseroberfläche (ASV - Autonomous Surface Vehicle) war eine neue Aufgabe im Wettbewerb. Die beiden Bremer Fahrzeuge Avalon und Excalibur agierten autonom und unterstützten sich gegenseitig bei der Inspektion.

Die SAUC-E vom 20.-26. September 2014 fand dieses Jahr bereits zum neunten Mal statt. Ziel ist es, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern zur Entwicklung neuer Lösungsansätze für autonome Unterwasserfahrzeuge (AUVs) zu motivieren. AUVs sollen in Zukunft unter anderem zur Wartung und Inspektion von Schiffen eingesetzt werden. Dafür müssen noch eine Reihe wissenschaftlich-technischer Probleme gelöst werden.

Der Mittelmeerhafen in La Spezia bietet realistische und damit ideale Testbedingungen - das Wasser ist salzig, die Sicht ist schlecht. Strömung und Wellen wirken auf die Fahrzeuge ein. Die Stärken des Bremer Unterwasserroboters liegen in der Verarbeitung und Interpretation von Sonardaten, in der ausgefeilten adaptiven Missionsplanung sowie der sehr guten Lokalisierung.

Avalon ertauchte sich in den Jahren 2010 und 2011 Bronze. 2012 startete das Team als  Best Qualifier in die letzte Phase.

Hintergrund: Unterwasserfahrzeug Avalon und die SAUC-E
In Hafenbecken ist der Einsatz großer AUVs zur Wartung und Inspektion von Schiffen unmöglich. Deshalb gewinnen AUVs der Miniklasse an Bedeutung. Das mit nur 1,5 Metern Länge und einem Durchmesser von 24,6 Zentimetern sehr kleine AUV Avalon (Autonomous Vehicle for Aquatic Learning, Operation and Navigation) ist für den Einsatz in engen, hindernisreichen Gewässern geeignet: Durch sein geringes Gewicht von etwa 63 Kilogramm ist es im operativen Einsatz leicht zu handhaben. Das System ist beweglich und kann so filigrane Aufgaben bewältigen. Dank seines robusten Druckkörpers erreicht es eine Tauchtiefe von 150 Metern.

Avalon wurde von Studierenden der Universität Bremen (AG-Robotik, FB3) und Mitarbeitern des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), Robotics Innovation Center (RIC) in den Jahren 2007 bis 2009 entwickelt. Seitdem wird das System ständig überarbeitet und dient als Plattform für Abschlussarbeiten und projektgebundene Lehre.

 

Avalon

Der etwa 1,5 Meter lange und 63 Kilogramm schwere Unterwasserroboter Avalon steuert sich unter Wasser autonom und soll bei Inspektionen eingesetzt werden.

Weitere Informationen zur SAUC-E
Informationen zum AUV Avalon

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