Doppelerfolg für DFKI-Forscher bei „Intelligent Environments 2011“

Gleich zwei der insgesamt drei Preise für die besten Publikationen im Bereich Internet der Dinge gewannen Mitarbeiter des DFKI-Forschungsbereichs Intelligente Benutzerschnittstellen auf der internationalen Konferenz "Intelligent Environments 2011" am vergangenen Freitag in Nottingham: Einer der ausgezeichneten Artikel beschreibt ein neuartiges Demonstrationssystem für eine interaktive Seniorenwohnung im Maßstab 1:20, verbaut in einem Rollkoffer. Das zweite prämierte Paper behandelt das Thema innovative Assistenzfunktionen für Senioren, das durch ein fünfminütiges Video über Assistenzsysteme für die „Smart Kitchen“ visualisiert wird.

 

Über ein Tablet-Computer oder Smartphone steuert der Nutzer die interaktive Miniaturwohnung.

Mit sechs Beiträgen war das DFKI das weltweit am stärksten vertretene Institut auf der international wichtigsten und sehr selektiven Tagung der IEEE und AAAI zum Zukunftsthema „Intelligente Umgebungen“, noch vor der University of Essex. Dabei bewies das DFKI mit der eingeladenen Keynote „Connected Cars Create Smart Spaces“ von Professor Wolfgang Wahlster, Chef des DFKI, und zwei prämierten Beiträgen seine Leistungsstärke auf diesem wichtigen Zukunftsgebiet der IT-Forschung: die Verknüpfung von cyber-physischen Systemen und multimodalen Assistenzsysteme im Internet der Dinge zu Smart Homes, Smart Cars, Smart Factories und Smart Cities. „Diese Auszeichnungen bestätigen die führende Position deutscher Wissenschaftler in diesem Innovationsfeld, was wir nicht zuletzt auch der Fokussierung der HighTech-Strategie der Bundesregierung im IKT-Bereich auf das Internet der Dinge und der Dienste zu verdanken haben. Weltweit beneiden uns Kollegen um die vom BMBF intensiv geförderten Leuchtturmprojekte SemProM und SmartSenior“, erklärte Professor Wahlster.

 

Interaktive Seniorenwohnung im Maßstab 1:20 beeindruckt die Teilnehmer

Intelligente Benutzerschnittstellen ermöglichen eine auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Nutzung von Haustechnologie und helfen nachhaltig den Energieverbrauch zu senken. Das Smartphone dient als Steuerkonsole, mit der sich die intelligente Infrastruktur der Wohnung überwachen und steuern lässt.  Durch den universell einsetzbaren Standard URC (Universal Remote Console) können Geräte egal welchen Herstellers an die Hausanlage angeschlossen, miteinander verbunden und ferngesteuert werden.

Ein entsprechendes Szenario haben Mitarbeiter des DFKI im Rahmen des Projektes SmartSenior, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), und dem vom Saarländischen Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft geförderten Projekt SensHome, entwickelt – „SmartCase: A Smart Home Environment in a Suitcase". Die Jury auf der Konferenz "Intelligent Environments" in Nottingham überzeugte die komplett steuerbare, maßstabsgetreue Modellwohnung (1:20) im Rollkoffer, ausgestattet mit Türen, Fenster, Herd, Beleuchtung, Mediengeräten und Temperaturmessgerät. Die Präsentation ist anschaulich zielgerichtet: Die Lichter im Bad und Wohnzimmer sind noch an? Eine Geste auf dem Tablet-Computer oder Smartphone und sie sind aus. Berührungssensoren messen, ob Türen und Fenster geöffnet sind. Der Wohnungsbesitzer behält auf seinem mobilen Endgerät alles im Überblick.

„Uns ist es wichtig allgemeinverständlich zu demonstrieren, dass die zukünftige Interaktion mit dem Smart Home von personalisierten, auf die Person zugeschnittenen Benutzerschnittstellen geprägt sein wird“, sagt Dr. Jan Alexandersson, Leiter des DFKI-Kompetenzzentrums Ambient Assisted Living. „Um die Komplexität und Vielfalt einer bedienbaren Wohnung auf einem Blick darstellen zu können, ist eine Modellwohnung in einem Rollkoffer die beste Lösung.“ Dr. Norbert Reithinger, Projektleiter SmartSenior im DFKI-Projektbüro Berlin, ergänzt: "Die SmartSenior Musterwohnung als Modell ist nicht nur ein überzeugender Demonstrator unserer Technologie, sondern wird auch für Tests mit realen Endbenutzern verwendet. Diese können anhand des Modells bereits vor dem Einbau der Technologien in die eigene Wohnungen die Installation mit einem Blick bewerten und einordnen."

Verantwortlich für die Projektdemonstration und Preisträger des "Best Demo Award" sind Jochen Frey, Ehsan Gholamsaghaee, Dr. Jan Alexandersson, Dr. Norbert Reithinger, Simon Bergweiler und Dr. Christoph Stahl.

 

Video verdeutlicht Projektziele und -umsetzung

 

Mit dem Titel "Supporting Persons with Special Needs in Their Daily Life in a Smart Home" (siehe http://www.youtube.com/watch?v=86GOV31pq4E) wurde ein von den Mitarbeitern des Forschungsbereiches Intelligente Benutzerschnittstellen selbstgedrehtes Video mit dem Best Video Award ausgezeichnet. Es veranschaulicht  die Vorteile eines Assistenzsystems zur Unterstützung älterer und kognitiv behinderter Menschen in einer Demonstrationsumgebung am DFKI (Smart Kitchen). Für die Umsetzung verantwortlich sind Robert Neßelrath, Jens Haupert, Jochen Frey und Dr. Boris Brandherm, gefördert von den Projekten SemProM (BMBF), i2home (Europäische Kommission, FP6) und SensHome (Saarländisches Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft).

 

Ambient Assisted Living - AAL

Das DFKI-Kompetenzzentrum Ambient Assisted Living - CCAAL - ist eine projekt- und forschungsbereichs- und standortübergreifende Organisation innerhalb des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Ambient Assisted Living (AAL) koordiniert und durchführt. Das CCAAL bündelt Kräfte aus den Bereichen Intelligente Benutzerschnittstellen (IUI), Sichere Kognitive Systeme (SKS), Agenten und Simulierte Realität (ASR), Wirtschaftsinformatik (IWi), Erweiterte Realität (AV), Wissensmanagement (KM), Robotics Innovation Center (RIC) und kann damit auf eine hohe Bandbreite von Kompetenzen im Bereich des Ambient Assisted Living zurückgreifen. Treibende Kraft für Forschung und Entwicklung sind in erster Linie die Anwender der Technologie, die Gesellschaft und Geschäftspartner, wodurch eine holistische Annäherung an den Themenkomplex AAL erfolgt.

 

SmartSenior

Ziel des Forschungsprojektes SmartSenior ist es, älteren Menschen mit Hilfe von technologischen Innovationen ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Intelligente Lebenswelten sollen sie unterstützen, ihre Lebensqualität aus ökonomischer, gesundheitlicher und sozialer Sicht möglichst lange zu erhalten. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt arbeiten 28 Partner gemeinsam an der Realisierung dieses Zieles; dazu zählen Großunternehmen und Forschungsinstitute sowie kleine und mittelständische Betriebe.

 

 

Kontakt – Kompetenzzentrum AAL

Dr. Jan Alexandersson

Leiter Kompetenzzentrum AAL

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI)
Campus D3_2
Stuhlsatzenhausweg 3
66123 Saarbrücken
E-Mail: Jan.Alexandersson@dfki.de 
Telefon: +49 681 / 857 75-5347

 

 

Kontakt – BMBF Projekt SmartSenior

Dr. Norbert Reithinger

Leiter DFKI Projektbüro Berlin

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI)
Alt-Moabit 91c

10559 Berlin

E-Mail: Norbert.Reithinger@dfki.de

Telefon: +49 30 238 95 1802/1810

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Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
German Research Center for Artificial Intelligence