iGreen – Mobiles Wissen für die Landwirtschaft

iGreen macht grünes Wissen mobil: Die lokale Bodenqualität auf den Feldern, der aktuelle Zustand der Pflanzen, der Schädlingsbefall, kurz- und langfristige Prognosen zu Niederschlagintensität und -menge, Sonnenscheindauer und Temperatur. Im Pflanzenbau stehen Landwirte und Lohnunternehmer ständig vor einer Reihe komplexer Entscheidungen zur Ertragsoptimierung und zum Umweltschutz. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Forschungsprogramms „IKT 2020 – Forschung für Innovation“ bis Ende 2012 mit über 14 Millionen Euro gefördert. iGreen wird vom DFKI in Kaiserslautern koordiniert.

Elektronische Helfer werden den Landwirt zu jeder Zeit und an jedem Ort beraten, beispielsweise direkt in der Landmaschinenkabine auf dem Feld, und ihn bei seiner wichtigsten Aufgabe unterstützen: Einer umweltschonenden und nachhaltigen Erzeugung qualitativ und quantitativ optimaler Erträge an Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen bei gleichzeitiger Erhaltung oder Verbesserung der Fruchtbarkeit der Anbauflächen.

Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan zur Förderung von iGreen durch den Bund: „Die Bundesregierung hat das Ziel, durch nachhaltige landwirtschaftliche Arbeitsweisen bei der Produktion hochwertiger Lebensmittel die natürlichen Lebensgrundlagen zu schonen. Die intelligente Verbindung von Informationstechnik und Landwirtschaft im Forschungsprojekt iGreen schafft die Grundlagen, um den Ressourceneinsatz in der Landwirtschaft zu optimieren, die Umwelt zu schonen und den Ernteertrag zu steigern. Durch die Standardisierung der Ergebnisse kann iGreen für Landwirtschaft und Industrie in Deutschland wichtige Wettbewerbsvorteile sichern.“

Im Forschungsprojekt iGreen arbeiten 24 Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand an der Konzeption und Realisierung eines standortbezogenen Dienste- und Wissensnetzwerks zur Verknüpfung von verteilten, öffentlichen und privaten Wissensquellen im Pflanzenbau. Der Gesamtprojektleiter von iGreen, Prof. Dr. Andreas Dengel vom Konsortialführer DFKI, zum Wissensnetzwerk von iGreen: „Wir vernetzen verteilte Informationsquellen, um darauf aufbauend Computerwerkzeuge zur Entscheidungsunterstützung der Landwirte zu entwickeln. Die entsprechenden Quellen liegen entweder als privates Wissen bei den Landwirten selbst vor oder sind über verschiedene Kanäle als öffentliches Wissen oder als Wissenselemente aus dem Geschäftsbereich verfügbar. Letztere sind zum Beispiel Verfügbarkeit, Produkteigenschaften und Dosierungsempfehlungen von Saatgut oder Düngemitteln sowie Absatzmöglichkeiten und Preise für Ernteprodukte.“

„Wir nutzen Web 3.0-Technologien, um Lösungen zu entwickeln, die demonstrieren wie auch Kleinunternehmen das Innovationspotenzial des mobilen Internets zu ihrem Vorteil einsetzen können“, so Dengel weiter. „Um den elektronischen Datenaustausch in der Landwirtschaft zu verbessern, werden Endgeräte wie GPS-gestützte Bordrechner oder internetfähige Mobiltelefone eingesetzt. Als Basis dafür dient eine integrierte Software-Architektur, die den Schutz der Datenhoheit aller Beteiligten garantiert.“

Ein Landwirt kann zum Beispiel das Wachstum seiner Pflanzen auf dem Feld beurteilen und mobil und direkt auf neuestes Pflanzenbauwissen und entsprechende Beratung zugreifen. Entscheidet er sich etwa für eine Düngemaßnahme, kann er durch Zugriff auf staatliche Geodaten die genaue Lage und die Bodenqualität seines Feldes einfach und elektronisch an einen beauftragten Lohnunternehmer übermitteln. Die Fahrer der eingesetzten Landmaschinen erhalten vor Ort eine präzise Auftragsbeschreibung, die alle für die bezeichnete Fläche anwendbaren Umweltschutzregeln berücksichtigt; der Einkauf der anzuwendenden Düngemittel geschieht dank Vernetzung mit Handelspartnern ebenfalls mobil und elektronisch. Über die Durchführung erhält der Landwirt eine detaillierte elektronische Dokumentation, die er für seine Abnehmer nutzen kann.

Alfred Schmid, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnunternehmen (BLU), zur Rolle seiner Organisation in iGreen: „Um die in iGreen entwickelten Technologien umzusetzen, haben bereits über 200 unserer Mitgliedsunternehmen Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro zugesagt.“

Durch die Förderung wichtiger Vorgängerprojekte zur Nutzung amtlicher Geoinformationen für standortbezogene Informationssysteme, die auf einer serviceorientierten Architektur aufsetzen, nimmt das Land Rheinland-Pfalz eine exponierte Stellung als Pionier bei der Entwicklung von Pilotanwendungen ein. Diese sollen zukünftig bundesweit den Landwirten über das länderübergreifende Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP) zur Verfügung gestellt werden.

Die beteiligten Wirtschaftsunternehmen fungieren als Endanwender, Technologielieferanten und Schnittstellen zu am Markt etablierten Lösungen. Die wissenschaftlichen Partner liefern das erforderliche innovative und konzeptuelle IT-Know-how. Die Beratungsnetzwerke und Institutionen der öffentlichen Hand bringen domänenspezifisches Expertenwissen und amtlich aufbereitete Geodaten in das Vorhaben ein und partizipieren an der Umsetzung der neuen mobilen Dienste und Strukturen des Wissensaustauschs.

Weitere mögliche Anwendungsfelder für die Entscheidungsunterstützung durch iGreen liegen in den Bereichen Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Städte- und Landschaftsbau sowie Umwelt- und Naturschutz.

 

Die Projektpartner von iGreen:

  • Amazonen-Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG
  • CLAAS Selbstfahrende Erntemaschinen GmbH
  • Competence Center ISOBUS e.V.
  • Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) / Projektleitung
  • Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
  • Grimme Landmaschinenfabrik GmbH & Co. KG
  • Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion e.V. (ISIP)
  • John Deere AMS Europe
  • Kompetenzzentrum Innovative Informationssysteme, FH Bingen
  • Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft
  • Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz
  • Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Sachsen-Anhalt
  • Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  • LEMKEN GmbH & Co.
  • LU Lohnunternehmer-Service GmbH
  • Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH
  • Netbiscuits GmbH
  • RAUCH Landmaschinenfabrik GmbH
  • SAP AG
  • Solutions direkt Gesellschaft für Lösungsentwicklung mbH
  • Technische Universität Kaiserslautern, AG HCI & Visualisierung, AG Integrierte Kommunikationssysteme
  • Karlsruhe Institut für Technologie (KIT), Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB)
  • Wachendorff Elektronik GmbH & Co KG
  • Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz

 

Assoziierte Partner:

  • Bundesverband der Deutschen Lehranstalten für Agrartechnik (DEULA)
  • Deutscher Bauernverband e.V.
  • Food and Agriculture Organization of the United Nations
  • T-Mobile

Pressekontakt iGreen:
Udo Urban
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, DFKI
Trippstadter Straße122
67663 Kaiserslautern
Tel.: +49 631 20575 1700
Mobil: +49 170 3006978

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Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
German Research Center for Artificial Intelligence