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„Findet Felix – Das gestohlene Baby“: DFKI unterstützt ARD-Dokumentation mit KI-Rekonstruktion

| Smarte Daten & Wissensdienste | Kaiserslautern

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) unterstützt die neue ARD Crime-Time-Dokumentation „Findet Felix – Das gestohlene Baby“ mit modernster Technologie: Um den seit 1984 vermissten Felix aufzuspüren, entwickelten Forschende mittels KI-gestützter Altersprogression und Stimmensynthese einen lebensechten Videoavatar des heute 41-Jährigen. Diese audiovisuelle Rekonstruktion soll neue Hinweise in einem der rätselhaftesten Fälle der deutschen Nachkriegsgeschichte generieren.

Teaserbild zur ARD Serie © Frederic Batier / Doclights
Der damalige KGB-Mitarbeiter Juri Senko stößt in der Schreibstube auf einen Bericht zur Kindesentführung von Dresden.

Der Fall: Ein Verschwinden ohne Spuren

Dresden, 1984: Ein fünf Monate altes Baby verschwindet spurlos aus einem Kinderwagen vor dem „Zentrum Warenhaus“. Heute wäre Felix 41 Jahre alt – und lebt vermutlich unter falschem Namen in Russland. Die dreiteilige ARD-Dokumentation rollt den Fall neu auf und begleitet die Familie, die die Suche nach ihrem Sohn seit über vier Jahrzehnten nicht aufgibt.
Trotz neuer Hinweise, die von Dresden über sowjetische Militärverwaltungen bis ins heutige Kaliningrad führen, stießen die Ermittler immer wieder auf Lücken und Widersprüche. Wo klassische Polizeiarbeit, DNA-Datenbanken und Stasi-Akten endeten, setzte das Team der Doku auf einen neuen technologischen Ansatz: Die Visualisierung des Verschwundenen durch Künstliche Intelligenz.

Altersprogression durch KI

Ein zentrales Element der Dokumentation ist die visuelle und auditive Rekonstruktion des Vermissten. In enger Zusammenarbeit mit dem DFKI wurde ein spezifisches System zur Altersprogression eingesetzt. Die Herausforderung: Wie sieht ein heute über 40-jähriger Mann aus, von dem nur Babyfotos existieren?

Um diese Lücke zu schließen, nutzten die Forschenden Porträtaufnahmen von Felix’ Eltern und Geschwistern als Trainingsdaten. Auf dieser Basis trainierten sie mehrere KI-Modelle, die charakteristische Gesichtsmerkmale der Familie analysierten und neu kombinierten. Durch die Anpassung unterschiedlicher Parameter und Gewichtungen entstand so ein digital berechnetes, authentisches Abbild, das zeigt, wie Felix heute aussehen könnte. Dieser Prozess erfolgte in enger Abstimmung mit den Eltern, um ein möglichst realistisches Ergebnis zu erzielen.

Nadja und Fabian Tschök vorm Bildschirm rekonstruieren Phantombild ihres Bruders © Mathias Schöningh / Doclights
Mit Hilfe modernster Ki-Technologie versuchen Nadja und Fabian Tschök, ein mögliches aktuelles Phantombild ihres Bruders zu rekonstruieren.

Ein Avatar mit der Stimme der Familie

Neben dem visuellen Erscheinungsbild rekonstruierte das DFKI auch die mögliche Stimme des Vermissten. Die Wissenschaftler generierten einen „Stimmklon“, der auf einer Synthese der Stimmfarben und sprechtypischen Eigenheiten des Vaters und der Brüder basiert.

Das Ergebnis ist ein vollwertiger Videoavatar, der Felix nicht nur als statisches Bild zeigt, sondern ihn sprechen und sich bewegen lässt – ein technologischer Meilenstein, der die Suche nach ihm in eine neue Phase führt.

Über die Dokumentation

„Findet Felix – Das gestohlene Baby“ ist eine Produktion der Doclights GmbH im Auftrag von SWR, MDR und NDR für das Format ARD Crime Time.

Ab 17. Dezember 2025 in der ARD Mediathek.