Die Woche der Künstlichen Intelligenz – Forschung und Wirtschaft ganz nah

Wollten Sie schon immer mal eine Virtual-Reality-Brille ausprobieren und ein künstliches neuronales Netz in 3D sehen? Wie können KI-Algorithmen aus Daten lernen, um medizinische Entscheidungen in Prävention, Diagnostik, Therapie und Pflege zu unterstützen? Wie funktioniert das eigentlich mit der Gesichtserkennung? Und was haben Outdoor-Roboter, Schwarm-Roboter und Unterwasser-Roboter gemeinsam? Auf einer spannenden Reise durch die Lübecker Hochschul-, Forschungs- und Firmenwelt aus dem Bereich Künstliche Intelligenz werden all diese Fragen beantwortet. Vom 15.-19.November zeigt Lübeck KI von heute für morgen und wird zum Zentrum der Künstlichen Intelligenz in Norddeutschland.

KI zum Anfassen gibt es bei einer "Walking-Pressekonferenz", die Journalistinnen und Journalisten exklusiv durch eine Ausstellung zum Thema KI führt. Im Foyer des Audimax werden aktuelle Forschungsthemen anschaulich präsentiert. 

Ort: Audimax Foyer, Mönkhofer Weg 245, 23562 Lübeck
Zeit: 17.11.2021, 12:00 -13:30 Uhr
Es gelten die 3G-Regeln

Schon seit einigen Jahren entsteht in der Universitätsstadt Lübeck ein Zentrum der Spitzenforschung, vor allem in den Bereichen KI und Medizin, sowie Medizintechnik. Eine Entwicklung, die auch für die Präsidentin der Universität zu Lübeck, Prof. Gabriele Gillessen-Kaesbach, höchst erfreulich ist: „Jeder Mensch ist einzigartig – auch in Bezug auf Krankheitsverläufe und Therapieerfolge. Es wird immens wichtig sein, dieses Feld voran zu treiben und weiterzuentwickeln. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Universität zu Lübeck forschen mit modernsten genetischen Analysen, hochauflösenden bildgebenden Verfahren sowie analytischen Algorithmen - also Künstlicher Intelligenz (KI). Präzisionsmedizin und individualisierte Therapieoptionen machen die Medizin und die Gesundheit der Zukunft aus. Ein Blick nach Lübeck lohnt sich.“

KI und Gesundheit – ein Ökosystem für Lübeck
Lübeck bietet mit interdisziplinären Forschungsmethoden auf dem Hanse Innovation Campus, zu dem neben der Universität zu Lübeck auch die Technische Hochschule Lübeck, die Außenstelle des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und die Fraunhofer-Einrichtung für Individualisierte und Zellbasierte Medizintechnik gehören, beste Voraussetzungen. Prof. Dr. Antonio Krüger, technisch-wissenschaftlicher Geschäftsführer und Vorsitzender der Geschäftsführung des DFKI: „KI und Gesundheit ist ein Megathema mit gesamtgesellschaftlicher Relevanz und Lübeck ist dafür ein idealer Forschungs- und Transferstandort. Die drei neuen DFKI-Forschungsbereiche haben ihre operative Arbeit bereits Anfang 2021 aufgenommen und sind produktiv im Kreis der DFKI-Kolleginnen und -Kollegen angekommen. Mit der Außenstelle Lübeck - die Idee dazu entstand nach intensiven Diskussionen im Nachgang einer Sitzung der KI-Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags - wollen wir dazu beitragen, das enorme Potenzial der KI zur Verbesserung der medizinischen Diagnostik und Therapie weiter zu nutzen und die Entwicklung innovativer KI-Lösungen für Medizin und Medizintechnik in Schleswig-Holstein voranzutreiben.“

Ein Ökosystem "KI-Med" soll hier etabliert werden, als zentrale Strategie zur Weiterentwicklung des Branchenschwerpunkts Medizin und Medizintechnik in Lübeck. KI-Institute aus Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein werden unter dem Dach KI-SIGS von Lübeck aus koordiniert und widmen sich dem Ausbau eines „KI-Space für intelligente Gesundheitssysteme“, wobei sie mit rund 10 Millionen Euro vom Bund gefördert werden. Weitere Millionen-Projekte der Universität zu Lübeck werden vom Land Schleswig-Holstein gefördert. „Die Hansestadt Lübeck hat sich mit einer Reihe von KI-Leuchtturmprojekten zu einem Medizin-Standort der Extraklasse entwickelt: als internationaler Player in der Gesundheitswirtschaft, in der medizinischen Forschung und in der Ausbildung und Versorgung. Mit dem Aufbau eines norddeutschen KI-Med-Ökosystems an der Universität zu Lübeck wird dieser Standort eine Vorreiterrolle mit internationaler Strahlkraft in der Medizintechnik und dem Gesundheitswesen insgesamt einnehmen“, sagte Staatssekretär Dirk Schrödter.

Autonomes Fahren, Robotik, digitale Verwaltung und digitale Stadtentwicklung
Es gibt aber noch weitere Themen, die in Lübeck sehr relevant sind bzw. werden: Die Bereiche autonomes Fahren und Robotik gehören dazu, sowie KI und digitale Verwaltung und KI und digitale Stadtentwicklung. Daraus entsteht Strahlkraft - auch über Lübeck hinaus, bestätigt der Lübecker Bürgermeister Jan Lindenau und hebt explizit die Hafenlogistik hervor: „Im Rahmen des Projektes Baltic Future Port wird in den Teilprojekten „Traileryard“ und „Leitstand mobile Systeme“ eine Teildisziplin der Künstlichen Intelligenz, das Machine Learning, genutzt. Dadurch können Trailer auf dem Hafengelände präzise identifiziert und lokalisiert werden. Somit kann sich, durch die Reduktion der Suchzeiten, eine Optimierung der zeitkritischen Verladeprozesse ergeben. Wir entwickeln so Hafenlogistik der Zukunft als europäische Logistikdrehscheibe.“

Aus Forschungsideen entstehen oft Ausgründungen, die wiederum zur steigenden Wirtschaftskraft des Standorts beitragen und die Hansestadt zu einem norddeutschen Zentrum für künstliche Intelligenz entwickelt haben. Aus Ideen und Forschung entstehen häufig neue Produkte. Ausgründungen aus den Hochschulen übernehmen die Weiterentwicklung und die Vermarktung. Diese Unternehmen tragen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Standorts bei und können den weiteren Wandel der Hansestadt zu einem norddeutschen Zentrum für Künstliche Intelligenz erheblich befördern. „Künstliche Intelligenz bietet als Zukunftstechnologie großes Potenzial für Wirtschaft und Wissenschaft. Entscheidend ist, einen guten Rahmen zu schaffen für Innovationen, Gründungen, Wissenstransfer und Investitionen, damit KI in die Anwendung kommen und zu Wertschöpfung führen kann. Daran arbeiten wir im Verbund mit den Lübecker Hochschulen und Forschungseinrichtungen, zum Beispiel in Austauschformaten wie dem Arbeitskreis KI“, sagt Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck. 

Vielfältiges Programm 
Unter www.woche-der-ki.de ist das Programm einsehbar, das Lübecker Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Von der Podiumsdiskussion über Projekttreffen von überregionalen Forschungskonsortien, Preisverleihungen und Firmenrundgängen bis hin zu einer Ausstellungen, bei der aktuelle Forschungs-Exponate gezeigt werden. Kurz: es ist alles dabei, was zum Thema KI in Lübeck zu finden ist. Alle Programmpunkte sind kostenlos, viele öffentlich und ohne Anmeldung unter Einhaltung der 3G-Regeln zugänglich. „Es ist uns wichtig, dass wir die Forschungsarbeit zur Künstlichen Intelligenz für alle Bürgerinnen und Bürger transparent und greifbar machen.“, ergänzt Prof. Frank Schwartze, Vizepräsident für Forschung und Internationalisierung an der TH Lübeck.

KI zum Anfassen und Ausprobieren
Besonders anschaulich ist der „wAIhnachtsmarkt“ im Foyer des Audimax der Universität zu Lübeck und der Technischen Hochschule Lübeck, der am 17.11. einlädt zum Mitmachen, Ausprobieren, Entdecken und Erleben: es werden Forschungsexponate aus dem Bereich Robotik gezeigt, zudem können autonome Drohnen und Autos oder auch 3D-Visualisierungen neuronaler Netze und Einsatzgebiete von KI in der Medizin, Medizintechnik und assistiven Gesundheitstechnologien begutachtet und selbst ausprobiert werden. Systeme maschinellen Lernens und der Datenschutz werden dort genauso thematisiert wie Schwarmrobotik oder individualisierte Ernährungstechnologien. Mehr als 20 Ausstellerinnen und Aussteller präsentieren sich vor Ort. 

Der Tag der KI an der Universität zu Lübeck am 17.11. bildet auch den Rahmen für einen Besuch des Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther, der von Lübeck als zukunftsweisendem KI-Standort überzeugt ist. Ein humorvoller Vortrag zur Frage „Was ist eigentlich KI?“, eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion über Anwendungsbereiche von Künstlicher Intelligenz in der Medizin und die Verleihung des „Junge-KI-Preis – der Norddeutsche Zukunftspreis für Künstliche Intelligenz“ runden den Abend ab.

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Kontakt:

Vivian Upmann

Pressesprecherin, Universität zu Lübeck

Pressekontakt:

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
German Research Center for Artificial Intelligence