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Evaluierung erfolgreich: Bund und Länder fördern Weiterentwicklung des DFKI zukünftig jährlich mit bis zu 22 Mio. Euro

| Pressemitteilung

In einem mehrstufigen Verfahren wurden das DFKI, seine Forschungs­bereiche, die wissenschaftlichen Leistungen und Ergebnisse der letzten sieben Jahre durch eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beauftragte international besetzte Kommission evaluiert. Das DFKI wird über die kommenden sieben Jahre durch das BMBF mit bis zu 11 Millionen Euro im Jahr gefördert und erhält eine Förderung in gleicher Höhe durch die Sitzländer.

Ganztägige Vor-Ort-Begehung mit Vorträgen, Postersessions und Live-Präsentationen von KI-Systemen, 18.05.2022, DFKI Saarbrücken.

Das positive Ergebnis der Begutachtung validiert die in der gemeinsamen Absichtserklärung im Oktober 2021 getroffene Vereinbarung zwischen dem BMBF sowie den Bundesländern Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein. Demnach wird das DFKI bei der Umsetzung der KI-Strategie der Bundesregierung eine entscheidende Rolle spielen. Das Forschungszentrum wird sich mit seiner Erfahrung vor allem beim Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Praxis, aber auch bei der Qualifizierung kompetenter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in erheblichem Maß einbringen. Seiner Position als einzige Einrichtung, die unter industrieller Beteiligung finanziert wird, wird hiermit Rechnung getragen.

Teil des Evaluierungsprozesses waren ein detaillierter Bericht mit Auswertungen sowie eine ganztägige Vor-Ort-Begehung mit Vorträgen. Dabei haben mehr als 100 DFKI-Wissenschaftler und -Wissenschaftlerinnen ihre Arbeiten präsentiert, KI-Systeme live demonstriert und mit den Gutachtern und Gutachterinnen diskutiert. Vorgestellt wurden nicht nur abgeschlossene und laufende Arbeiten, sondern auch strategische Forschungslinien für den Evaluierungszeitraum der nächsten sieben Jahre.

DFKI-CEO Prof. Dr. Antonio Krüger erklärt: „Wir freuen uns außerordentlich über das sehr gute Feedback der Gutachterkommission, aber auch über das Vertrauen des BMBF und der Sitzländer des DFKI in unsere Arbeit. Wir werden auch in den kommenden sieben Jahren weiter an KI für den Menschen arbeiten und dabei aktiv unsere Transfermission umsetzen, Spin-off-Gründungen aus dem DFKI heraus anstoßen und ein offener und konstruktiver Partner sein im zivilgesellschaftlichen Diskurs über die Anwendungen von Ergebnissen der KI-Forschung.“

Mario Brandenburg, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, ergänzt zum Evaluierungsprozess: „Das DFKI spielt eine wichtige Rolle in der angewandten KI-Forschung und unserem nationalen KI- Ökosystem. Dies bescheinigt einmal mehr die Evaluierung durch eine international besetzte Kommission. Sie bekräftigt zugleich noch großes Ausbaupotenzial für das DFKI und benennt 13 konkrete Handlungsempfehlungen. In den kommenden Monaten wird das DFKI nun seine Stärken und Potenziale in einem Strategieprozess bündeln und die KI-Forschung und den Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft und den Markt intensivieren.“

Das DFKI wird durch das BMBF mit bis zu 11 Millionen Euro im Jahr gefördert und erhält eine Förderung in gleicher Höhe durch die Sitzländer. Diese Mittel sind an konkrete Projekte gebunden, in denen es um anwendungsorientierte KI-Grundlagenforschung geht, die im Rahmen des Transferauftrags des DFKI eine hohe Wirkung erzielen können.

Das DFKI wird diese Mittel nutzen, um über die in kompetitiven Verfahren eingeworbenen Projekte hinaus, die Forschungsthemen und -linien unter Berücksichtigung der Evaluationsergebnisse voranzutreiben. Das sind vor allem hybride bzw. neurosymbolische KI-Systeme, die die Vorteile des maschinellen Lernens mit regelbasierten Verfahren verbinden, die selbsterklärend, ergebnistransparent und nachvollziehbar sind. Fokusthemen der DFKI-Forschungslinien für die kommenden Jahre sind, neben disruptiven KI-Rechenarchitekturen und langzeitautonomen und ressourcenschonenden Systemen, auch soziale und verhaltensorientierte KI-Begleiter, durchaus als tragbare KI für verstärkte Ko-Kognition, datengetriebene Mensch-Roboter-Interaktion und hochvernetzte immersive Assistenten. Die generelle Ausrichtung sind glaubwürdige und vertrauenswürdige KI-Systeme, die nicht nur auf interaktivem und konversationellem, sondern auch auf emergentem und hybridem maschinellen Lernen basieren.

Gemäß dieser Forschungslinien wird sich das DFKI weiterhin auf menschzentrierte KI konzentrieren: Für das DFKI bedeutet dies, dass es noch stärker auf den Aufbau von Systemen fokussiert, die menschliche Fähigkeiten verbessern und erweitern, aber nicht ersetzen. Das DFKI wird seine Aktivitäten in der Grundlagenforschung, einschließlich Publikationen, Projekten und Transferaktivitäten, integrieren.
 
Über das DFKI:
Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) ist eine gemeinnützige Public-Private-Partnership und besteht seit 1988. Mit Standorten in Kaiserslautern, Saarbrücken, Bremen und Niedersachsen, Laboren in Berlin und Darmstadt sowie Außenstellen in Lübeck und Trier ist es in sieben Bundesländern vertreten. Seit über 30 Jahren forscht das DFKI an „KI für den Menschen“, verbindet wissenschaftliche Exzellenz und wirtschaftsnahe Wertschöpfung und orientiert sich an industrieller und gesellschaftlicher Relevanz in den entscheidenden Forschungs- und Anwendungsgebieten der Künstlichen Intelligenz. Aktuell arbeiten am DFKI ca. 1.480 Menschen aus über 65 Nationen an 400 Projekten. Das Finanzvolumen lag 2021 bei 76,3 Millionen Euro.

Das DFKI ermutigt Mitarbeitende bei Ausgründungsinitiativen und unterstützt sie beispielsweise durch Teilzeit-Verträge in der Startphase. Bislang sind aus dem DFKI mehr als 100 Spin-offs hervorgegangen.

Das DFKI ist ein starker Partner für die Industrie und für Forschungseinrichtungen in Europa. Mit dem tschechischen Institut für Informatik, Robotik und Kybernetik der Tschechischen Technischen Universität Prag (CIIRC CTU) arbeitet das DFKI im europäischen Industrie 4.0-Forschungsvorhaben RICAIP an KI für die Produktion der Zukunft. Mit dem französischen Informatikinstitut Inria (Institut national de recherche en sciences et technologies du numérique) besteht seit 2020 eine strategische Vereinbarung über eine konkrete KI-Partnerschaft.