Innovative Lernumgebung für psychomotorische Fähigkeiten – Projekt MILKI-PSY gestartet

Wissenschaftliche Vorträge auf YouTube, TED-Talks, digitale Vorlesungen und Seminare – der Erwerb selbst abstrakter Kenntnisse und komplexer Sachverhalte gelingt auch ohne physische Präsenz. Für die Vermittlung von psychomotorischen Fähigkeiten in der Hochschulausbildung gilt das kaum. Wer Bewegungsabläufe im Sport, handwerkliches Können in der Kunst oder medizinische Handgriffe erlernen möchte, ist auf praktische Übung, direktes Feedback und Reflexion angewiesen. Der Lernerfolg ist von personeller Betreuung und Materialeinsatz abhängig, was die Skalierungsmöglichkeiten der betroffenen Studiengänge einschränkt.

Aktuelle technologische Entwicklungen bieten neue Chancen, auch motorisches Wissen via Distanzunterricht zu vermitteln. Dazu gehören immersive Lern- und Übungsräume in der Mixed-, Augmented- und Virtual Reality oder moderne Sensortechnologien, die feingranular Bewegungen nachverfolgen und aufzeichnen. Mithilfe von Big Data und Learning Analytics lassen sich große Datenmengen analysieren und auswerten. Maschinelle Lern- und generative KI-Verfahren interpretieren diese Daten, schlussfolgern und generieren individuelles Feedback. Bisher wurden diese Technologien weitgehend getrennt betrachtet.

Das Forschungsprojekt MILKI-PSY (Multimodales Immersives Lernen mit Künstlicher Intelligenz für Psychomotorische Fähigkeiten) hat zum Ziel, diese Technologien zu integrieren und eine KI-gestützte, datenintensive, multimodale, immersive Lernumgebungen für das selbstständige Erlernen psychomotorischer Fähigkeiten zu schaffen. Ein domänen-übergreifender Ansatz soll es ermöglichen, die Tätigkeiten von Expert*innen multimodal aufzuzeichnen und diese Aufzeichnungen als Blaupausen für Lernende zu verwenden. KI-basierte Analysen unterstützen auf der Grundlage komplexer Datenanalysen den Lernfortschritt durch automatisierte Fehlererkennung und generiertes, personalisiertes Feedback.

MILKI-PSY ist eines von zwölf neuen Projekten in der vierten Förderlinie des Forschungsfeldes „Digitale Hochschulbildung“, das sich Innovationen durch Künstliche Intelligenz und Big Data widmet.

 

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Kontakt:

Dr. Milos Kravcik

Senior Researcher, DFKI Berlin

Pressekontakt:

Andreas Schepers, M.A.

Unternehmenskommunikation, DFKI Berlin

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
German Research Center for Artificial Intelligence