KI@Home hilft Senioren in Berlin und Brandenburg

Das Forschungsprojekt KI@Home will Künstliche Intelligenz (KI) nutzen, um die Sicherheit und Gesundheit älterer Menschen in ihrem Zuhause zu verbessern.

KI@Home entwickelt auf der Basis von Alltagsunterstützenden Assistenzlösungen in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz ein selbstlernendes System für den Bereich des altersgerechten Wohnens. Diese Technologie soll es in Zukunft älteren Menschen ermöglichen, länger selbstbestimmt und sicher in ihren eigenen vier Wänden zu verbleiben. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt wird im Rahmen der Entwicklung digitaler Technologien vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Die Projektpartner führen derzeit Gespräche mit älteren Menschen, um diese als Teilnehmer/innen für das Projekt zu gewinnen und haben mit der technischen Ausstattung der ersten Wohnungen begonnen.

Herkömmliche Notruf- und Assistenzsysteme für das eigene Zuhause können bisher nur auf Ereignisse, wie zum Beispiel einen selbst ausgelösten Notruf, reagieren. Mit KI@Home sollen diese Systeme so verbessert werden, dass sie auch Veränderungen im Gesundheitszustand eines Menschen anhand von verschiedenen erhobenen Daten frühestmöglich erkennen. Die damit verbundenen Risiken können so rechtzeitig definiert und Gefahrensituationen durch Prävention vornherein vermieden werden. Dadurch soll die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen erhöht sowie Notfalleinsätze und Krankenhauseinweisungen vermieden werden.

Anwendbarkeit und Akzeptanz der Lösung stehen im Mittelpunkt
Mithilfe von Sensoren und anderen Methoden der Datenerfassung werden Vitalwerte und Verhaltensmuster von 100 Projektteilnehmer/innen erfasst und ausgewertet. Die selbstlernenden Algorithmen, die vom Projektpartner Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) angewendet werden, erkennen anhand dieser Daten selbstständig minimale Veränderungen in den Lebensgewohnheiten oder im Bewegungsablauf der Projektteilnehmer/innen. Solche Veränderungen können Anzeichen beginnender Demenz, einer verschlechterten Mobilität o. ä. sein.
In diesem bisher einmaligen Projekt soll nicht nur die entwickelte Technologie, sondern auch die Anwendbarkeit dieses Lösungsansatzes und dessen Akzeptanz im Lebensalltag der Projektteilnehmer/innen im Mittelpunkt stehen. Die Erfahrungen der beteiligten Projektpartner zeigen, dass solche innovativen Systeme auch auf die Akzeptanz der Probanden im Alltag stoßen müssen. Nur dann werden sie auch nach Projektende weiter genutzt.

Ansprache von Teilnehmern/innen ist gestartet
Nach umfangreichen Vorbereitungen startet das Projekt nun: So wurde durch die Projektpartner DFKI, Pflegewerk, Netz-Werker und BeHome ein Technikpaket zusammengestellt, das in den Wohnungen der Teilnehmer/innen installiert wird. Die ersten Systeminstallationen sind für diesen Oktober geplant. Um Hemmschwellen im Umgang mit den Sensoren abzubauen, wurde vom Pflegewerk eine Musterwohnung eingerichtet, in der mögliche Teilnehmer/innen einen ersten Eindruck des Systems gewinnen können. Zum aktuellen Zeitpunkt werden 100 Teilnehmer/innen in Berlin und Brandenburg sowie im weiteren Projektverlauf auch in München und Erding gesucht. Die Teilnahme ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Alle Informationen dazu und zum Projekt sind zu finden unter www.ki-at-home.de.
 
 Die Projektpartner sind:

  • BeHome
  • AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin, Forschungsgruppe Geriatrie (CFGG)
  • Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Saarbrücken
  • Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso), Saarbrücken
  • Netz-Werker AG, Berlin
  • Pflegewerk Berlin GmbH, Berlin

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KI@Home

 

 

Kontakt:

Dr.-Ing. Jan Alexandersson

FB Kognitive Assistenzsysteme, DFKI

Xenia Klinge, M.A.

FB Kognitive Assistenzsysteme, DFKI

Weitere Informationen:

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
German Research Center for Artificial Intelligence