Skip to main content Skip to main navigation

Prof. Dr. med. habil. Claudia Schmidtke stärkt am DFKI-Labor Lübeck die KI-Forschung in der Gender- und Frauengesundheit

| Gesundheit & Medizin | KI für Assistive Gesundheitstechnologien | Lübeck | Pressemitteilung

Prof. Dr. med. habil. Claudia Schmidtke, MBA, ist seit dem 1. Dezember 2025 affiliierte Professorin im Forschungsbereich „KI für Assistive Gesundheitstechnologien (AGT)“ am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Lübeck. Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der KI-basierten Forschung in der Gender- und Frauengesundheit.

Prof. Dr. med. habil. Claudia Schmidtke© Prof. Dr. med. habil. Claudia Schmidtke, MBA, Foto: Olaf Malzahn
Prof. Dr. med. habil. Claudia Schmidtke

Mit der Affiliation von Prof. Schmidtke adressiert das DFKI einen bislang nicht systematisch verankerten Bereich der KI-Forschung im Gesundheitswesen: die konsequente Berücksichtigung geschlechterspezifischer Unterschiede in Prävention, Diagnostik, Therapie und Versorgung. Das DFKI-Labor Lübeck verfolgt hierbei einen in dieser Form bislang einzigartigen Ansatz, der die Gender- und Frauengesundheit als strukturelles Leitprinzip entlang des gesamten KI-Innovationsprozesses verankert – von der Datenbasis über Modellierung und Evaluation bis hin zu Anwendung, Versorgung und Regulierung.

Trotz wachsender Evidenz zu Genderunterschieden sind diese Aspekte in datengetriebenen KI-Systemen bislang nur unzureichend berücksichtigt. Ziel der Forschung ist, den Gender Data Gap schrittweise zu reduzieren. KI-basierte Systeme können diesen Prozess unterstützen, indem sie geschlechterspezifische Verzerrungen in bestehenden – häufig männlich dominierten – medizinischen Datensätzen systematisch sichtbar machen und quantifizieren. Zusätzlich besteht die Notwendigkeit geschlechtersensibler Datenerhebung und Studiendesigns.

Im Forschungsbereich AGT, geleitet von Prof. Dr.-Ing. habil. Marcin Grzegorzek, arbeitet Prof. Schmidtke an der Entwicklung und Bewertung KI-gestützter Assistenzsysteme, die geschlechtersensible Datenstrukturen, algorithmische Fairness und patientenzentrierte Entscheidungsunterstützung systematisch integrieren. KI-Anwendungen sollen so gestaltet werden, dass sie die Versorgungsrealitäten von Frauen über den gesamten Lebensverlauf hinweg adäquat abbilden und zur Reduktion bestehender Versorgungsungleichheiten beitragen.

Mit diesem Ansatz positioniert sich das DFKI-Labor Lübeck als bundesweit sichtbarer Referenzstandort für KI in der Gender- und Frauengesundheit und stärkt zugleich die Verbindung von universitärer Medizin, außeruniversitärer KI-Forschung sowie gesundheits- und innovationspolitischer Gestaltung.

Zur Person

Prof. Schmidtke ist Sprecherin des Universitären Herzzentrums Lübeck (UHZL) am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und Professorin für Herzchirurgie. Als Gesundheitsökonomin und ausgewiesene Gendermedizinerin verbindet sie klinische Expertise, Versorgungsforschung und gesundheitspolitische Erfahrung mit anwendungsorientierter KI-Forschung. Von 2017 bis 2021 war sie Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Mitglied des Deutschen Bundestages. Derzeit ist sie stellvertretende Vorsitzende der Schiedsstelle nach § 134 Abs. 1 SGB V (DiGA-Schiedsstelle).