Skip to main content Skip to main navigation

Projekt MARK erforscht das Altern des Immunsystems

| Gesundheit & Medizin | Smarte Daten & Wissensdienste | Kaiserslautern | Pressemitteilung

Mit zunehmendem Alter verliert das menschliche Immunsystem an Stärke – wir werden anfälliger für Krankheiten. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Erschöpfung der blutbildenden Stammzellen im Knochenmark. Diese Zellen sorgen ein Leben lang für die Produktion von Immun- und Blutzellen. Wenn sie ihre Leistungsfähigkeit verlieren, schwinden die Abwehrkräfte: Das Risiko für Infektionen, Entzündungen, Herz-Kreislauf-Leiden oder Krebs steigt.

Prof. Dr. Wolfram Ruf, Minister Clemens Hoch, Prof. Dr. Andreas Dengel, CFO Helmut Ditzer

Künstliche Intelligenz entschlüsselt die Alterung des Immunsystems

Im Forschungsprojekt MARK – Molekulare Analyse altersbedingter Risikomechanismen durch Künstliche Intelligenz – soll ein KI-gestütztes Vorhersagemodell entstehen, mit dem sich die altersbedingten Veränderungen des Immunsystems besser verstehen lassen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und der Universitätsmedizin Mainz arbeiten eng zusammen, um mithilfe modernster KI-Methoden die molekularen Prozesse des Alterns zu entschlüsseln. Ziel ist es, biologische Marker zu identifizieren, die frühe Anzeichen für Erkrankungen sichtbar machen – und so den Weg für neue Diagnose- und Therapieansätze zu ebnen.

„Das Projekt MARK zeigt eindrucksvoll, wie die Verbindung von Künstlicher Intelligenz und Biotechnologie zu konkretem medizinischem Fortschritt führen kann. Indem Forschende des DFKI und der Universitätsmedizin Mainz gemeinsam altersbedingte Veränderungen des Immunsystems untersuchen, entstehen neue Perspektiven für Prävention, Diagnose und Therapie. Solche Projekte sind von großem Wert, weil sie wissenschaftliche Exzellenz mit unmittelbarem Nutzen für die Gesundheit der Menschen in Rheinland-Pfalz verbinden“, so Wissenschafts- und Gesundheitsminister Clemens Hoch.

Mit rund 300.000 Euro wird das Projekt vom Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz gefördert. Es vereint die biomedizinische Grundlagenforschung und medizinische Expertise der Universitätsmedizin Mainz mit der technologischen Exzellenz des DFKI.

Altern neu denken – mit Wissen statt Schicksal leben

Prof. Dr. Andreas Dengel, Geschäftsführender Direktor des DFKI in Kaiserslautern und Leiter des Forschungsbereichs Smarte Daten & Wissensdienste, betont: „Altern ist kein Schicksal – es ist eine Frage, ob wir als Gesellschaft genug in Erkenntnis investieren. Heute verbrennen wir Milliarden für späte Behandlungen, statt früh zu verstehen, wann und warum Gesundheit kippt. Wir können uns entscheiden, Altern als datenwissenschaftliche Aufgabe zu begreifen: Mit Hilfe von KI lassen sich Muster erkennen, die Jahre im Voraus zeigen, wo Risiken entstehen – und ermöglichen rechtzeitiges Gegensteuern, bevor schwere Krankheiten entstehen. Moderne KI liefert uns die Werkzeuge dafür – nicht, um den Menschen zu „optimieren“, sondern um Gesundheit länger stabil zu halten. Gelingt uns das, entlasten wir nicht nur das Gesundheitssystem, sondern geben älteren Menschen Teilhabe und Lebensqualität zurück. Das ist echter gesellschaftlicher Fortschritt.“

Prof. Dr. Wolfram Ruf, Wissenschaftlicher Direktor des Centrums für Thrombose und Hämostase an der Universitätsmedizin freut sich auf die Zusammenarbeit: „Wir haben in unserer grundlegenden Forschung der letzten Jahre unikale hoch dimensionale Datensätze zur Alterung des Immunsystems und den Effekten auf die Blutgefäße gewonnen. Durch die einzigartigen KI-Anwendungen am DFKI können wir nun zu einem tiefen Verständnis von alterungsrelevanten Prozessen und sich daraus ergebenden neuen Therapieansätzen zur Erreichung eines gesunden Alterns gewinnen.“

KI & Lebenswissenschaften – Forschung für die Gesellschaft

Während in Mainz umfangreiche Daten aus der Einzelzellforschung zum Immunsystem vorliegen, entwickeln die KI-Expertinnen und -Experten des DFKI innovative Verfahren, um diese Daten erklärbar und verständlich auszuwerten.

Mit MARK wird Rheinland-Pfalz als Standort für Lebenswissenschaften und Künstliche Intelligenz weiter gestärkt. Die Projektergebnisse versprechen nicht nur Fortschritte in der Grundlagenforschung, sondern auch neue Chancen für die Prävention und Behandlung altersbedingter Erkrankungen – und damit einen direkten Nutzen für die Gesellschaft.

Kontakt:

Dr. Markus Junker

Pressekontakt:

Communications & Media Kaiserslautern