DFKI-Projekt AlterEgo gewinnt „Trophée Les étoiles de l’Europe 2017“

Virtuelle Realität und humanoide Roboter verringern Kommunikationshemmnisse von Menschen mit sozialen Interaktionsstörungen




Für eine neue Rehabilitationsmethode für Patienten mit sozialen Pathologien wie Schizophrenie, Autismus oder manischen Ängsten, wurde das Projektteam von AlterEgo bei der fünften Auflage der „Étoiles de L’Europe“ (Sterne Europas) ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 4. Dezember 2017 im Rahmen des vierten Forums Horizon 2020 in Paris statt. Die Veranstaltung stand unter Schirmherrschaft der französischen Ministerin für Hochschulbildung, Forschung und Innovation, Frau Frédérique Vidal. Alain Beretz, Generaldirektor für Forschung und Innovation, und Jean Chambaz, Präsident der Pierre et Marie Curie Universität und Vorsitzender der European Stars Jury, übergaben die Trophäe für AlterEgo an den Koordinator des Projekts, Benoît Bardy, Professor für Bewegungswissenschaften und Direktor des EuroMov-Zentrums an der Universität Montpellier, der die Trophäe stellvertretend für das gesamte Team entgegennahm. Das Konsortium vom AlterEgo setzte sich gegen 50 Mitbewerber durch und gewann eine von 12 Trophäen. 

In AlterEgo entwickelte und erprobte ein interdisziplinäres Projektteam mit Wissenschaftlern aus Frankreich, Deutschland, England und der Schweiz eine neue Rehabilitationsmethode, die Patienten mit sozialen Pathologien spielerisch zur Kommunikation mit ihrem virtuellen Zwilling und einem humanoiden Roboter animiert.

Wissenschaftler des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern haben eigens für AlterEgo einen 3D-Ganzkörperscanner für die Erstellung der individuellen Avatare realisiert. Prof. Didier Stricker, Leiter des am Projekt beteiligten DFKI-Forschungsbereichs Erweiterte Realität, zur Funktionsweise der neuen Technologie: „Der Scanner erfasst mit Hilfe von 44 Spiegelreflexkameras in Sekundenbruchteilen Bilder aus allen Perspektiven. Im Anschluss wird ein virtuelles deformierbares Abbild der Person erstellt. Das neue Scanning-System ermöglicht die Erstellung eines individuell animierbaren Modells einer Person innerhalb kürzester Zeit. Die neuartigen Scanning-Methoden bieten über die Anwendung in der Rehabilitation hinaus großes Potential in weiteren Bereichen. Die automatisierte Erstellung eines digitalen, dreidimensionalen und beweglichen Avatars lässt sich beispielsweise für Filmproduktionen oder interaktive Computerspiele einsetzen“.
 

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     Spielerische Interaktion mit dem virtuellen Zwilling. Quelle: DFKI


Die Auswertung der Feldtests zeigte, dass eine schrittweise Anpassung der Mischung aus Ähnlich- und Unähnlichkeit erfolgreich in der Therapie ist. Die Patienten beschäftigen sich zunächst spielerisch mit ihrem digitalen Zwilling. Der Avatar wird mit der Zeit dann schrittweise verfremdet und schließlich durch verschiedene Interaktionsszenarien mit dem "iCub", einem humanoiden Roboter aus dem RobotCub-Projekt, ersetzt.

Dieses Video veranschaulicht die Methodik von AlterEgo

Weitere Informationen finden Sie auf den Projektseiten von AlterEgo:

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Kontakt:
Prof. Dr. Didier Stricker
Leiter Forschungsbereich Erweiterte Realität
Tel: +49 631 20575-3500
E-Mail : Didier.Stricker@dfki.de

Pressekontakt:
Team Unternehmenskommunikation
Tel. : +49 631 20575-1710
E-Mail: uk-kl@dfki.de
 

Weitere Informationen zum Preis:
Die „Trophées des Étoiles de l’Europe“ wurden 2013 vom Ministerium für Hochschulbildung und Forschung ins Leben gerufen und stellen Forscherteams für ihr europäisches Engagement und ihre Projektkoordination vor. Sie zeichnen Forscherteams aus, die von einem Projektleiter einer französischen Organisation koordiniert werden, die einen Aufruf für ein Projekt der Europäischen Union gewonnen haben und dieses bis zu seiner Fertigstellung durchgeführt haben. Die Gewinner werden von einer hochrangigen Jury nach folgenden Kriterien ausgewählt: die Qualität der wissenschaftlichen Produktion, die Wertschöpfung (direkter wirtschaftlicher und technologischer Nutzen in Form neuer Produkte, Dienstleistungen, Technologien und indirekter Nutzen), die gesellschaftliche Dimension des Projekts, aber auch der multidisziplinäre und interdisziplinäre Charakter des Projekts, die Anzahl der am Projekt beteiligten Frauen, sein Beitrag zur Ausbildung junger Menschen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen, seine Offenheit für die internationale Dimension und seine Führungsrolle.