Professor Wolfgang Wahlster ist neuer Präsident der GDNÄ

Die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) hat einen neuen Präsidenten: Zum 1. Januar 2017 hat Prof. Dr. rer. nat. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster für die kommenden zwei Jahre das Amt übernommen. Er folgt in dieser Funktion Frau Prof. Dr. rer. nat. Eva-Maria Neher, die der GDNÄ von 2014 bis 2016 vorgestanden hat. Wahlster ist einer der weltweit renommierten Wissenschaftler im Informatik-Forschungsgebiet „Künstliche Intelligenz“. Er ist Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Inhaber eines Lehrstuhls für Informatik an der Universität des Saarlandes.




„Die Wissenschaft muss im Zeitalter der Digitalisierung den Bürgerdialog weiter intensivieren, um die Akzeptanz der auf Spitzenforschung beruhenden Innovationen zu sichern und der Angst vor Kontrollverlust und Überforderung in einer hochtechnisierten Umwelt entgegenzuwirken. Wissenschaftler müssen gerade beim derzeitigen Aufkeimen einer `postfaktischen Rhetorik´, die Fakten ignoriert und populistisch Gefühlsströmungen aufgreift, massiv für die wissensbasierte, rationale Argumentation eintreten, die ja die Grundlage aller Wissenschaften darstellt“, sagt Wolfgang Wahlster und ergänzt: „Die GDNÄ hat es in den letzten Jahren geschafft, immer mehr hochbegabte Jugendliche für Naturwissenschaften, Technik und Medizin zu begeistern, indem sie frühzeitig die persönliche Begegnung mit Spitzenwissenschaftlern bis hin zu Nobelpreisträgern ermöglicht, um neben deren Forschungsergebnissen auch etwas über deren Wertesystem und ihre persönliche Entwicklung als Vorbilder zu erfahren.“

Die scheidende Präsidentin Eva-Maria Neher begrüßt dieses Vorhaben Wahlsters ausdrücklich: „Ich freue mich, dass damit die innovativen Ansätze meiner Präsidentschaft eine Fortsetzung finden.“ Als weltweit anerkannter Experte auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz stehe Wahlster für einen Wissenschaftszweig, der Forschung und Gesellschaft immer stärker beeinflusse, so Neher: „Es ist wichtig, dass wir die daraus resultierenden Konsequenzen mit Offenheit und Bedacht diskutieren. Die GDNÄ ist das ideale Forum für diese zukunftsweisende Diskussion. Sie wird damit ihrer fast 200-jährigen Tradition gerecht.“

1822 gegründet, ist die GDNÄ die älteste wissenschaftliche Gesellschaft Deutschlands. Die lange Tradition versteht Prof. Wahlster als Auftrag, das besondere Profil der GDNÄ in der heutigen globalen Wissenschaftslandschaft weiter zu schärfen: „Ich empfinde es als besondere Ehre, Präsident der GDNÄ zu sein, in der Persönlichkeiten wie Alexander von Humboldt, Carl Friedrich Gauß, Hermann von Helmholtz, Werner von Siemens, Albert Einstein oder Max Planck bedeutende Mitglieder waren. Unsere wissenschaftliche Gesellschaft war Vorbild für viele ähnliche Organisationen wie die British Science Association. Deren heutiges Netzwerk aus regionalen Gruppierungen hat zu einem großen ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder auf höchstem wissenschaftlichen Niveau auch in lokalen Veranstaltungen geführt, das wir uns auch in der GDNÄ zum Vorbild nehmen werden.“

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Über Prof. Wolfgang Wahlster

Wolfgang Wahlster hat einen Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz (KI) an der Universität des Saarlandes inne und leitet als Vorsitzender der Geschäftsführung mit dem 1988 gegründeten Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) die weltweit größte Forschungseinrichtung auf diesem Gebiet mit über 800 Wissenschaftlern in Saarbrücken, Kaiserslautern, Bremen und Berlin. Seine Forschungen zur KI wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Zukunftspreis des Bundespräsidenten, mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse und drei Ehrendoktorwürden. Er war Präsident des Weltverbandes für KI mit Sitz in Palo Alto sowie des europäischen KI-Verbandes. Wahlster wurde auf die Wall of Fame als Pionier der KI und in die Hall of Fame der größten IT-Persönlichkeiten aufgenommen. Er ist Mitglied in der königlich-schwedischen Nobelpreisakademie, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, der nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Akademie der Technikwissenschaften Acatech sowie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Als Mitglied von Top-Beratungsgremien der Bundesregierung wie den Partnern für Innovation und der Forschungsunion hat er Zukunftsprojekte wie Industrie 4.0, Smart Service Welt und Autonome Systeme konzipiert. Mit über 70 erfolgreichen Firmenneugründungen leitet er eines der gründungsaktivsten Forschungszentren und ist in zahlreichen industriellen Aufsichtsräten und Beiräten tätig.

Über die GDNÄ

Die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte e. V. (GDNÄ) ist die einzige wissenschaftliche Gesellschaft in Deutschland, die über die naturwissenschaftlichen, technischen und medizinischen Fachdisziplinen hinweg allen an ihrer Zielsetzung Interessierten, auch Schülern, Studierenden und naturwissenschaftlichen Laien, für eine Mitgliedschaft offen steht. Insofern ergänzt und bereichert die GDNÄ die von Akademien und Fachgesellschaften geprägte Landschaft wissenschaftlicher Gesellschaften in Deutschland. Mitglieder der GDNÄ waren unter anderem Alexander von Humboldt, Carl Friedrich Gauß, Albert Einstein und Max Planck.

Wichtige Ziele der GDNÄ sind

• Förderung des wissenschaftlichen Austauschs über die Grenzen der naturwissenschaftlichen, technischen und medizinischen Fachdisziplinen hinweg.
• Vermittlung von Faszination und Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnis gegenüber einer interessierten Öffentlichkeit und besonders auch bei jungen Menschen

 

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