Nominierung Kurztext

Deutscher Zukunftspreis 2001

Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation


nomminiert ist: 

Prof. Dr. rer. nat. Dr. h.c. Wolfgang Wahlster 

Deutsches Forschungszentrum fĂĽr KĂĽnstliche Intelligenz


Sprachverstehende Computer als Dialog- und Ăśbersetzungsassistenten

Durch Fortschritte auf dem Gebiet der Sprachtechnologie wird der Computer vom komplexen Werkzeug fĂĽr Experten zum Dialogpartner, der die menschliche Alltagssprache versteht und selbst spricht.

Dies wurde über die multidisziplinäre Zusammenarbeit von Informatikern, Linguisten, Sprachpsychologen, Nachrichtentechnikern, Kommunikationswissenschaftlern, Spezialisten der Computerlinguistik und der Künstlichen Intelligenz möglich. Der Gruppe um Prof. Wahlster ist die Entwicklung einer innovativen Sprachverarbeitungsmethode gelungen. Diese erkennt Spontansprache, analysiert und übersetzt sie. Hörende und sprechende Computer sind keine Fiktion mehr: Nach der inhaltlichen Interpretation des Dialogbeitrages erfolgt eine Sprachgenerierung durch das System. Das „Verstehen“ basiert darauf, dass in die verschiedenen Ebenen der Sprachverarbeitung Wissensquellen implantiert wurden, die die Unsicherheit darüber, was der Sprecher mit seiner Äußerung meint, immer weiter eliminieren. Ausgehend von dieser Kerninnovation wurden inzwischen verschiedene vollständig implementierte Sprachdialogsysteme und rund 20 marktfähige Produkte entwickelt. Die Sprachtechnologie, die zu den Schlüsseltechnologien der Wissensgesellschaft zählt, konzentriert sich auf die menschliche Sprache, weil nur sie sich zur Formulierung und Weitergabe komplexer Sachverhalte eignet. Keine Kunstsprache kann das leisten. Die sprachverstehenden Computersysteme sind von daher die Voraussetzung für den weltweiten Zugriff von jedermann auf das gesamte digital gespeicherte Wissen der Welt.