

Die Landesregierung fördert den Ausbau des Labors für drei Jahre, der Startschuss fiel bereits Anfang 2024, mit knapp fünf Millionen Euro. Seitdem stärkt das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) die Entwicklung und den Einsatz von KI-Technologien im Gesundheitswesen mit einem Labor in Lübeck. Der Forschungsschwerpunkt des Labors liegt auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen. Die fortschreitende Digitalisierung in Medizin und Medizintechnik führt zu einem rasanten Anstieg komplexer, heterogener Datensätze in den Lebenswissenschaften, die großes Potenzial für intelligente Gesundheitssysteme und selbstlernende KI-Technologien bergen. Solche IT-Systeme unterstützen Ärztinnen und Ärzte zunehmend bei diagnostischen und therapeutischen Entscheidungen. Im Mittelpunkt der Lübecker Forschung steht die medizinische Bild- und Signalverarbeitung, die nicht-invasive Einblicke in den Körper ermöglicht und den medizinischen Alltag zum Wohle des Menschen nachhaltig verbessert.
„Von der medizinischen Bild- und Signalverarbeitung bis zum Deep Learning – das DFKI-Labor ist ein fachlicher Anker für KI in Medizin, Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft in Lübeck. Mehr noch: Die nördlichste DFKI-Außenstelle Deutschlands ist ein zentraler Baustein unseres stetig wachsenden KI-Ökosystems im Land“, sagte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. „Als wichtiger Akteur unterstützt es regionale Unternehmen dabei, Forschung schneller in die Anwendung zu bringen. Die Eröffnung der neuen Räumlichkeiten ist daher ein starkes Signal für unseren KI- und Digitalstandort sowie ein Impuls für die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit in Schleswig-Holstein.“
DFKI-CEO Prof. Dr. Antonio Krüger hob die Bedeutung des Lübecker Forschungsschwerpunkts hervor: „Mit dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten im Technikzentrum Lübeck schaffen wir optimale Bedingungen für exzellente KI-Forschung in der Medizin. Der Standort Lübeck bietet eine hervorragende Verbindung aus wissenschaftlicher Expertise, medizinischer Anwendung und technologischer Innovation. Gemeinsam mit der Universität zu Lübeck, mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein und in Zusammenarbeit mit Unternehmen treiben wir hier die Entwicklung vertrauenswürdiger KI-Lösungen für Medizin, Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft gezielt voran.“
Das DFKI in Lübeck startete 2021 als Außenstelle. Nach personellen Veränderungen und einer strukturellen Neuausrichtung wurde der Standort 2023 dauerhaft als DFKI-Labor etabliert. Mit der Fokussierung auf Anwendungsfelder an der Schnittstelle von KI und Medizin stellt das DFKI-Labor einen zentralen Meilenstein für die strukturelle Weiterentwicklung Schleswig-Holsteins im Bereich der Künstlichen Intelligenz dar. Heute forscht das Labor in den Bereichen „KI in der medizinischen Bild- und Signalverarbeitung (AIMedi)“ unter der Leitung von Prof. Dr. Heinz Handels und „KI für Assistive Gesundheitstechnologien (AGT)“ unter der Leitung von Prof. Dr. Marcin Grzegorzek. Die Arbeiten umfassen KI-gestützte Bildverarbeitung, die Analyse von Biosignalen, z. B. für intelligente Hörgeräte oder die Steuerung von Prothesen, sowie die automatisierte Auswertung heterogener personenbezogener Daten.
Der Fokus des Forschungsbereichs „KI in der medizinischen Bild- und Signalverarbeitung“ liegt auf der Entwicklung lernfähiger medizinischer Bildverarbeitungsmethoden zur Unterstützung der medizinischen Diagnostik und Therapie. Im Zentrum stehen maschinelle Lernverfahren und Deep Learning-Netze zur automatischen Analyse und Erkennung von verschiedenen Krankheitsmustern, Läsionen, Biomarkern, Organen, Geweben u.v.m. in medizinischen Bildern und Bildfolgen.
Der Forschungsbereich „KI für Assistive Gesundheitstechnologien“ entwickelt KI- und Signalverarbeitungsmethoden für die Personalisierung und Individualisierung gesundheitsbezogener Maßnahmen in Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Pflege. Im Fokus steht die Entwicklung von KI-Verfahren, die komplexe Zusammenhänge datengetrieben lernen und so die Grenzen klassischer mathematischer Modelle überwinden.
In jüngster Zeit hat das DFKI seine Forschungskompetenz am DFKI-Labor Lübeck mit der Affiliation von Prof. Dr. med. habil. Claudia Schmidtke, MBA und Prof. Dr.-Ing. Thomas Eisenbarth ausgebaut.
C&M Communications & Media Lübeck/Bremen, DFKI